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SB-Kassen sind in immer mehr Supermärkten zu finden. Doch für die Branche entsteht so ein neues Problem. Moderne Technik soll helfen.

München – Sie sollen das Bezahlen beschleunigen und sparen gleichzeitig Personal: In immer mehr Supermärkten und Geschäften in Deutschland sind Selbstbedienungs-Kassen zu finden. Allerdings gibt es hier durchaus Probleme für die Branche – und auch viele Kunden sind von den SB-Kassen nicht begeistert. Eine weitere Modernisierung könnte helfen.

Mehr als 11.000 Geschäfte in Deutschland bieten laut EHI Retail Institute mittlerweile sogenannte Self-Checkout-Systeme (SCO) an. Darunter fallen sowohl automatisierte Stationen am Ausgang als auch mobile Scan-Systeme am Regal oder Einkaufswagen. Die Händler führen demnach vor allem zwei Gründe für die Systeme an:

  • Zusätzlicher Kundenservice: Wartezeiten sind kürzer. Bei bestimmten System spart sich der Kunde zudem das lästige Umpacken an der Kasse.
  • Personalmangel: Die Systeme stopfen diese Lücke

Neuerung bei SB-Kassen breitet sich aus: „Riesenthema“

Nach einer Testphase setzen deshalb nun immer mehr Händler auf die SB-Kassen. Besonders im Lebensmittelhandel, sowie in Bau- und Drogerie-Märkten sind die Kassen zunehmend verbreitet. Allerdings ergibt sich durch die personallosen Kassen für den Handel ein neues Problem.

„Mit der zunehmenden Verbreitung und Nutzung von SCO-Systemen steigt auch das Diebstahlrisiko“, so das EHI in seiner Studie zu SB-Kassen. Generell habe die Zahl der Ladendiebstähle in Anzahl und im Wert in den letzten Jahren zugenommen.

In immer mehr Geschäften in Deutschland kommen SB-Kassen zum Einsatz.In immer mehr Geschäften in Deutschland kommen SB-Kassen zum Einsatz. © IMAGO/Snowfield Photography

„Der Zusammenhang zwischen wachsender Zahl der SCO-Kassen und wachsenden Inventurdifferenzen ist da“, sagt Handelsexperte Carsten Kortum gegenüber der Wirtschaftswoche. Das sei ein „Riesenthema“ in der Branche. Dabei müsse man nicht immer von bösem Willen ausgehen. Auch unabsichtlich würden Kunden beim Scannen Fehler machen.

Deshalb würden viele Unternehmen daran arbeiten, Diebstahl – auch an den SB-Kassen – in Zukunft einzuschränken. Dabei gibt es mehrere Ansatzpunkte: Einige Märkte bauen Schleusen ein, andere setzen auf Kamera-Überwachung. In Zukunft könnte dabei auch Künstliche Intelligenz helfen.

Das Fachblatt berichtet etwa von einem Testlauf in einem Edeka in Düsseldorf. Hier kontrolliert KI die Kassen auf Fehler. Auf dem Bildschirm erscheint demnach sofort ein Hinweis, dass ein Artikel noch einmal gescannt werden muss. Auch Handelsexperte Frank Horst vom EHI bestätigte gegenüber BuzzFeed News, dass Geschäfte bei SB-Kassen zunehmend KI-Systeme einsetzen.

Ob KI oder nicht: Laut EHI gehen immer mehr Geschäfte dazu über, Kameratechnik oder andere Kontrollmöglichkeiten an ihren SB-Kassen zu installieren. (Verwendete Quellen: EHI, Wirtschaftswoche, BuzzFeed)