Mit lokalen Böllerverbotszonen und starker Polizeipräsenz rüstet sich Nordrhein-Westfalen für die Silvesternacht und einen möglichst friedlichen Jahreswechsel. Die Einsatzkräfte bereiten sich vor allem in den Städten auf Großeinsätze vor. Das Polizeiaufgebot ist in diesem Jahr noch einmal aufgestockt worden auf landesweit 7.600 Polizistinnen und Polizisten.

Auch die Stadt Aachen hat für dieses Jahr Silvester erneut eine Allgemeinverfügung zum Verbot von Feuerwerk erlassen.

2010 kam es in der Silvesternacht zu einem Brand in der Nikolauskirche, verursacht durch eine Silvesterrakete. Die Allgemeinverfügung soll verhindern, dass sich solche verheerenden Brände wiederholen, und Bereiche schützen, in denen sich historische, religiöse und kulturell schützenswerte Bauwerke konzentrieren.

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In Gangelt und Monschau sind ebenfalls Verbotszonen ausgewiesen. In Gangelt soll das Verbot dazu dienen, gefährdete Gebäude wie Biogasanlagen, strohgedeckte Häuser und das Alexianer-Krankenhaus zu schützen.

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In der Monschauer Altstadt ist das Abbrennen von Feuerwerk schon länger verboten. Schließlich stehen dort fast ausschließlich historische Fachwerkbauten dicht beieinander, wodurch ein Brand rasch auf benachbarte Häuser übergreifen könnte.

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Die Städte Eschweiler und Stolberg hingegen verzichten auf Böllerverbotszonen. Anders als in Aachen, wo auf und innerhalb des Grabenrings sowie auf dem Theaterplatz, Feuerwerkskörper verboten sind, fehle es laut Stadtverwaltung in Eschweiler an besonders brandempfindlichen Bauwerken.

Auch Stolberg verzichtet erneut auf Böllerverbotszonen. Ein Grund dafür seien die Erfahrungen der vergangenen Jahre, sagt Stadtsprecherin Kerstin Meinhard. Da es rund um Silvester in den vergangenen Jahren zu keinerlei nennenswerten Vorkommnissen gekommen sei, bestehe keine Veranlassung, ein Verbot auszusprechen.

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In Köln setzt die Stadt erneut auf eine große Zone in der Innenstadt, in der nicht geböllert werden darf. Düsseldorf macht die Altstadt und Teile des Rheinufers zur böllerfreien Zone. Mehrere weitere Städte wie Bielefeld, Bochum, Bottrop, Münster und Duisburg haben ebenfalls lokale Verbotszonen erlassen.

In der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern oder Altenheimen ist das Zünden von Feuerwerk ohnehin grundsätzlich verboten. Außerdem setzt die Polizei auf mobile Videoüberwachung.

Innenminister mahnt: Spielregeln einhalten

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte zu einem friedlichen Jahreswechsel aufgerufen: „Halten Sie sich an die Spielregeln, lassen Sie alles bleiben, was gefährlich ist und Leute verletzen kann.“ Silvester sei „kein Freibrief für Gewalt und Zerstörungswut.“