31.12.2025, 10:45 Uhr, Stadtdekanat Münster

„Wir brauchen Gemeinsinn und Tugendsinn. Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen für das Wohl aller, die sich für das Gemeinwohl engagieren. Maßstab kann dabei das Viergespann der Kardinaltugenden sein: Klugheit, Gerechtigkeit, Mut und Mäßigung.“ Das hat Dr. Antonius Hamers, der derzeit als Diözesanadministrator das Bistum Münster leitet, in seiner Predigt am 31. Dezember im Silvestergottesdienst in der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti in Münster betont.

Dr. Antonius Hamers

Dr. Antonius Hamers

© Bistum Münster/Achim Pohl

Hamers blickte in seiner Predigt auf das zu Ende gehende Jahr zurück, das ein „Jahr der Wahlen“ mit der Bundestagswahl, der Kommunalwahl sowie den Wahlen zu den Pfarreiräten und Kirchenvorständen in den Pfarreien im Bistum Münster gewesen sei. Er erinnerte an die Demokratiekampagne „Lebe Freiheit“, die das Bistum gemeinsam mit der Caritas und den Jugendverbänden 2025 durchgeführt hat: „Wir haben deutlich gemacht, wie wichtig Teilhabe und Engagement in der Demokratie sind. Ich habe großen Respekt vor allen, die sich – haupt- oder ehrenamtlich – im staatlichen oder kirchlichen Bereich engagieren. Unsere Kommunen und Pfarreien sind auf dieses Engagement angewiesen, wir alle sind darauf angewiesen, dass andere Verantwortung übernehmen – auch für uns. Dafür mein ganz herzlicher Dank!“ Dank gelte auch allen, „die klug und besonnen handeln, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen, die couragiert Stellung beziehen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, die mäßigend auf Auseinandersetzungen einwirken und die sich für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen einsetzen“, unterstrich der Diözesanadministrator.

Auch, wenn die Menschen am Ende des Jahres den Eindruck hätten: „Same procedure as every year (Das gleiche Verfahren wie jedes Jahr)“, sei christlich verstanden die Zeit nicht die ewige Wiederkehr des Gleichen. „Wir haben unseren Ursprung und unser Ziel in Gott. Wir gehen Christus entgegen durch alle Zeiten hindurch“, sagte Hamers. „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“, nahm er Bezug auf das Johannesevangelium und wandte sich davon ausgehend an die Gläubigen: „Von Herzen wünsche ich Ihnen allen: Lassen Sie sich vom Vertrauen in den menschgewordenen Gott bestimmen, leiten und verwandeln. Gehen Sie im Vertrauen auf sein Weggeleit in das neue Jahr.“

Dr. Stephan Kronenburg