Berlin – Ende des Jahres steht traditionell der Kassensturz an – in der Politik ist das nicht anders als in der freien Wirtschaft. Dabei richtet sich der Blick vor allem auf die meldepflichtigen Großspenden über 35.000 Euro.

Ausgerechnet für eine Regierungspartei fällt das Ergebnis bitter aus: Seit der Bundestagswahl Ende Februar steht bei der SPD eine glatte Null. Im Wahlkampf sammelten die Sozialdemokraten noch 2,3 Millionen Euro ein.

Aber auch damit liegt die Partei von Vizekanzler Lars Klingbeil (47) deutlich hinter der AfD, die im Laufe des Jahres 5,1 Millionen Euro für sich verbuchen konnte.

Als erstes Bundesland wählt 2026 Baden-Württemberg. Parteichef Klingbeil neben dem Spitzenkandidaten Andreas Stoch (56)

Als erstes Bundesland wählt 2026 Baden-Württemberg im März seinen neuen Landtag. Parteichef Klingbeil neben dem SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch (56)

Foto: ddp/Michael Bihlmayer

Die größte AfD-Spende (2,35 Millionen Euro) wurde allerdings von der Bundestagsverwaltung einbehalten. Sie hat Hinweise auf eine unzulässige Strohmann-Spende durch den Milliardär Henning Conle (81). Eine Klage der Partei auf Rückgabe des Geldes läuft aktuell vor dem Berliner Verwaltungsgericht.

Viel Geld gewinnt noch keine Wahl

Großspenden allein machen aber noch keine Wahlerfolge: Die FDP sammelte im Jahresverlauf rund 3,2 Millionen Euro ein (davon drei Millionen bis zur Wahl Ende Februar) und flog trotzdem mit 4,3 Prozent der Zweitstimmen aus dem Bundestag.

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Immer wieder stehen Großspenden auch in der Kritik. Politische Vereine wie Transparency International sehen darin eine unterschwellige Einflussnahme auf Entscheidungen. Beiträge ab 35.000 Euro müssen sofort Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) gemeldet und anschließend zeitnah veröffentlicht werden.

Über Großspenden muss zwingend das Bundestagspräsidium um Präsidentin Julia Klöckner informiert werden

Über Großspenden muss das Bundestagspräsidium um Präsidentin Julia Klöckner (53, l.) informiert werden

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Ganz vorn lag 2025 die Union: CDU und CSU sammelten gemeinsam fast 7,9 Millionen Euro ein – traditionell kommen viele der Spender aus mittelständischen Unternehmen oder der Industrie. Die Grünen erhielten knapp 1,2 Millionen Euro, die Linke 300.000 Euro, wie die vom Bundestag veröffentlichten Zahlen zeigen.