Film-Irrtümer 2025: Wenn der Film nicht hält, was der Trailer verspricht.

Schmackhafte Appetithappen und bittere Enttäuschungspillen machten im vergangenen Jahr so manches Kino-Menü ungenießbar.

Das Kinojahr 2025 war geprägt von einer paradoxen Mischung aus schmackhaften Appetithappen und bitteren Enttäuschungspillen. Hollywood und die großen Studios setzten weiter auf Trailer-Marketing. Das traf – mal mehr, mal weniger – den Kern der Filme. Doch mit wachsender Algorithmus-getriebener Promotion und Buzz-Strategien wurden immer öfter Bilder und Slogans verkauft, die im fertigen Film keine Entsprechung fanden.

Zugleich konnten kleinere, weniger beachtete Werke überraschend stark wirken. Nicht zuletzt, weil sie ohne große Erwartungen starten konnten. Das Ergebnis war ein Jahr der Kontraste. Megabudgetierte Blockbuster-Flops standen neben echten Geheimtipps und Unter-dem -Radar-Hits. Manche Produktionen, die im Trailer viel versprachen, blieben weit hinter dem zurück, was Kritiker und Publikum erwartet hatten. Hier sind die fünf – völlig subjektiv ausgewählten – größten Irrtümer aus dem Jahr 2025.

1. „Snow White“: Teuerster Disney-Flop trotz ikonischem Trailer

Disney feierte den Frühling 2025 mit der Ankündigung eines neuen Live-Action-Remakes von „Snow White“ – ein Projekt, das sofort hohe Erwartungen schürte. Der Trailer zeigte opulente Sets, bekannte Songs und große Namen wie Rachel Zegler und Gal Gadot, was viele Fans glauben ließ, hier stehe ein modernes Märchen-Epos bevor. Doch schon vor dem Kinostart wurde der Film in sozialen Medien kontrovers diskutiert, teils auch wegen öffentlicher kritischer Statements der Hauptdarstellerin. Das spiegelte sich in einem extrem negativen Verhältnis von Likes zu Dislikes in den Trailer-Reaktionen wider.

Als der Film im März startete, erlitt er einen der größten kommerziellen Misserfolge des Jahres. Trotz eines Budgets von rund 270 Millionen Dollar spielte Snow White weltweit nur etwa 205,7 Millionen ein und gilt als Box-Office-Flop. Kritiker und Publikum warfen dem Werk vor, den Charme des Originals zu verlieren und sich in nervösen Modernisierungen zu verlieren – ein Lehrstück dafür, wie Trailer-Buzz und Erwartungshaltung weit auseinanderklaffen können.

2. „War of the Worlds“: Trailer-Hype trifft seelenlose Adaption

Ein weiterer Fall, bei dem die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität groß war, war die 2025-er Version von „War of the Worlds“. Trailer und Marketing stellten den Film als packende, moderne Neuinterpretation des Sci-Fi-Klassikers vor. Doch sowohl Kritiker als auch Zuschauer bemängelten nach dem Start, dass der Film weder in visueller Pracht noch erzählerischer Tiefe mit früheren Adaptionen mithalten konnte.

Insbesondere die Plakatkampagnen und Trailer suggerierten ein action- und effektgeladenes Alien-Spektakel, während die tatsächliche Inszenierung als flach, ohne echte Spannung und mit unterentwickelten Charakteren wahrgenommen wurde. Das Ergebnis: „War of the Worlds“ wurde mehr als nur ein kleiner Irrtum. Stattdessen er gilt als Paradebeispiel für irreführende Trailer im vergangenen Jahr.

3. „Blood & Sinners“ – Meisterwerk, das mehr bietet als erwartet

Doch es gab nicht nur Trailer, die zu hohe Erwartungen wecken. Es ging auch umgekehrt und nicht aus jeder Irrtum entstand Enttäuschung. „Blood & Sinners“ war ein Paradebeispiel eines Films, dessen Trailer kaum die tatsächliche Stärke des Werks widerspiegelte. Die Horror-Blues-Fusion von Regisseur Ryan Coogler wurde zunächst eher leise erwartet. Sie entwickelte sich aber zu einem der kulturell bedeutendsten Filme des Jahres.

Was als ungewöhnlicher Genre-Mix begann, stellte sich als tief bewegende, visuell und musikalisch mutige Arbeit heraus. Sie konnte sowohl Kritik als auch Publikum begeistern und schnitt kommerziell stark ab. Dabei konnte der Trailer nie wirklich vermitteln, wie innovativ und emotional reich der Film tatsächlich ist. „Blood & Sinners“ zeigt, wie ein Projekt unter dem Radar Erwartungen unterläuft, nicht weil es versagt, sondern weil es mehr bietet, als man zunächst zu sehen glaubte.

4. „Predator: Badlands“: Noch ein Unter-dem-Radar-Triumph

Nachdem viele das Franchise bereits abgeschrieben hatten, lieferte „Predator: Badlands“ ein der positiven Überraschung des Film-Jahres. Fast ohne das übliche Marketing-Getöse und mit einem vergleichsweise geringen Budget gestartet, entwickelte sich der Streifen durch Mundpropaganda zum echten Hit. Er verzichtete auf komplexe Erweiterungen und konzentrierte sich stattdessen auf eine puristische, brutale Überlebensgeschichte auf einem fremden Planeten.

Hier irrten sich vor allem die Analysten und Kritiker, die dem Film vorab keine Chance gegen die großen Marken gegeben hatten. „Predator: Badlands“ bewies, dass ein klarer Fokus auf Atmosphäre und handfeste Action ausreicht, um ein übersättigtes Publikum zurückzugewinnen. Es war der Beweis dafür, dass weniger im Jahr 2025 oft mehr war und dass eine starke kreative Vision wichtiger ist als ein Hunderte-Millionen-Dollar-Budget.

5. „Frankenstein“: Jacob Elordi als ästhetischer Fehlgriff?

Guillermo del Toros „Frankenstein“-Adaption war optisch ein Meisterwerk, kämpfte aber mit einer zentralen Fehlentscheidung. Gemeint ist die Besetzung des Monsters mit dem attraktiven Jacob Elordi. Obwohl der Australier ein talentierter Schauspieler ist, fehlte seinem Monster die notwendige Bedrohlichkeit und Tragik. Die Darstellung wirkte eher wie die eines melancholischen Rockstars als die einer aus Leichenteilen zusammengeflickten Kreatur.

Da die Erwartungshaltung an ein Monster von Guillermo del Toro („The Shape of Water“, „Crimson Peak“ „Hellboy“) traditionell hoch ist, fühlte sich dieser Ansatz zu glatt und Hollywood-konform an. Das Ergebnis war ein bildgewaltiger, aber emotional bemühter jedoch tatsächlich distanzierter Film, der das Publikum ratlos zurückließ. Der Irrtum war hier der Glaube, dass Star-Power und Ästhetik die viszerale Furcht ersetzen könnten, die Mary Shelleys Stoff eigentlich verlangt.

Was vom Filmjahr 2025 bleibt: Erwartung vs. Erfahrung

2025 war ein Jahr der filmischen Überraschungen — nicht nur in positiver, sondern gerade in negativer Hinsicht. Trailer-Marketing und mediale Hypes versprachen oft ein Spektakel, das die Werke selbst nicht halten konnten. In anderen Fällen konnten kleine, unterschätzte Filme die Erwartungen übertreffen. Diese Irrtümer zeigen: Die Kunst des Filmemachens lässt sich nicht in zwei Minuten Trailer zusammenfassen. Und gerade darin liegt ein Teil der Faszination des Kinos.

Während einige der meisterwarteten Großprojekte an ihren eigenen Ambitionen scheiterten oder durch irreführende Marketingkampagnen das Vertrauen der Zuschauer verspielten, bewiesen kleinere Produktionen, dass Qualität oft dort entsteht, wo niemand hinsieht. Es war ein Jahr, in dem wir als Zuschauer lernen mussten, dass ein glitzernder Trailer nicht immer einen glänzenden Film verspricht. Und, dass altbekannte Franchises ihren Zenit endgültig überschritten haben könnten.

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