Paris – Instagram, TikTok, Snapchat: Für Millionen Kinder sollen diese Apps bald tabu sein! Frankreich will Online-Plattformen für alle unter 15-Jährigen verbieten. Ab 1. September 2026 sollen Jugendliche offiziell keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken haben. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der jetzt im Parlament beraten wird.
Begründung für den drastischen Schritt: Studien würden vor Suchtgefahr, Cybermobbing, schädlichen Inhalten und massiven Schlafproblemen warnen. Präsident Emmanuel Macron macht den Schutz von Kindern im Netz jetzt zur Chefsache! Schon im Januar soll der Gesetzentwurf im Parlament beraten werden. Kontrollieren soll das Verbot die Medienaufsicht Arcom. Zusätzlich wird das Handyverbot an Schulen verschärft: Smartphones sollen künftig auch an Gymnasien weitgehend verschwinden. In Grund- und Mittelschulen gilt das bereits seit 2018.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (48)
Foto: JURE MAKOVEC/AFP
Frankreich orientiert sich dabei an einem radikalen Schritt aus Übersee: Australien hat im Dezember als erstes Land weltweit ein Social-Media-Verbot für Kinder eingeführt. Dort dürfen Jugendliche Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat erst ab 16 Jahren nutzen. Die Regierung in Canberra spricht von einem „historischen Einschnitt zum Schutz der psychischen Gesundheit“. Alarmierend: Laut WHO haben elf Prozent der Jugendlichen Probleme, ihre Social-Media-Nutzung zu kontrollieren. Forscher sehen Zusammenhänge mit Depressionen, Leistungsabfall in der Schule und negativem Körperbild.
Mehr zum ThemaKommt Social-Media-Verbot auch in Deutschland?
Eine Mehrheit der Deutschen ist für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Das hat eine exklusive INSA-Umfrage für BILD gezeigt: 60 Prozent sind dafür, 24 Prozent dagegen. Besonders hoch ist die Zustimmung bei Grünen, CDU und SPD, während AfD- und FDP-Wähler zurückhaltender sind. INSA-Chef Hermann Binkert: „Für ein Verbot gibt es eine Mehrheit in der Bevölkerung.“ Bundesfamilienministerin Karin Prien (60, CDU) fordert entsprechende Regeln. Rückendeckung kommt auch von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die ebenfalls Altersgrenzen und Einschränkungen für Minderjährige empfiehlt.