Der US-Geheimdienst CIA geht Medienberichten zufolge davon
aus, dass einer der jüngsten Drohnenangriffe der Ukraine nicht den russischen
Präsidenten Wladimir Putin oder dessen Residenz zum Ziel hatte. Das berichten
das Wall Street Journal sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf
namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung.
Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf
US-Beamte, der umstrittene ukrainische Drohnenangriff habe einem militärischen
Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gegolten – allerdings nicht in der
Nähe des Anwesens. Dies werde auch von einer Analyse der CIA belegt, heißt es.
Damit widerspricht der US-Auslandsgeheimdienst Vorwürfen der russischen Regierung. Am Montag hatte der russische Außenminister
Sergej Lawrow die Ukraine beschuldigt, die Residenz in der Region Nowgorod
zwischen Moskau und St. Petersburg im Nordwesten Russlands angegriffen zu
haben. Dazu hätte das ukrainische Militär in der Nacht zum Montag 91 Drohnen eingesetzt, die
von der russischen Luftabwehr jedoch sämtlich abgefangen worden seien. Russland
kündigte an, wegen des Vorfalls seine Haltung in den Verhandlungen um einen
Frieden in der Ukraine zu überdenken.
Trump teilt überraschend kritischen Artikel über Putin
Putin hatte sich in einem Telefonat mit US-Präsident
Donald Trump ebenfalls über den angeblichen Angriff beklagt, woraufhin Trump zunächst der Ukraine
Vorhaltungen machte. Am Mittwoch habe ihn aber CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes
unterrichtet, berichteten die Sender PBS und CNN.
Daraufhin teilte der US-Präsident dann überraschend einen
sehr russlandkritischen Artikel des Boulevardblatts New York Post auf seiner Plattform Truth Social. Das Stück stellt Putin als eigentliche Hürde
auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.
© Lea Dohle
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Die Ukraine weist die Vorwürfe Russlands als
„Lüge“ zurück, mit der die russische Regierung einen Vorwand schaffen
wolle, um die Gespräche über eine Friedenslösung zu torpedieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj warf Russland zudem vor, mit den Anschuldigungen neue Angriffe auf Regierungsgebäude in
Kyjiw rechtfertigen zu wollen.
Am Mittwoch veröffentlichte das russische
Verteidigungsministerium ein Video, das den angeblichen Angriff belegen soll.
Darin sind Überreste einer Drohne zu sehen, die in einem verschneiten
Waldgebiet liegt und bei dem Angriff eingesetzt und abgeschossen worden sein
soll. Zudem wurde ein weiteres Video veröffentlicht, in dem ein Generalmajor
unter anderem die Orte, die genauen Uhrzeiten und die Flugrouten einzelner
Drohnen in der Nacht auf den 29. Dezember auflistet.
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