In den Niederlanden
ist der letzte Jahreswechsel, bei dem Böller und Raketen erlaubt waren,
unruhig verlaufen. In etlichen Städten musste die Polizei in der
Silvesternacht wegen Gewalt und Zwischenfällen mit Feuerwerk
ausrücken. Es gab Gebäudebrände, Verletzte und Festnahmen. 

In Breda nahe der belgischen Grenze wurden Polizisten mit Molotowcocktails und Gehwegekacheln beworfen, wie die Zeitung De Telegraaf berichtete. Die
Vorsitzende der niederländischen Polizeigewerkschaft sprach von
beispielloser Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten in der
Silvesternacht.

In der
Großstadt Nijmegen an der deutschen Grenze kam ein 17-Jähriger bei einem
Unglück mit einem Böller ums Leben. Laut Medienberichten starb in der Stadt Aalsmeer ein weiterer Mensch. Auch hier soll Feuerwerk eine Rolle gespielt haben. Dazu kommen mehrere Schwerverletzte im ganzen Land.

Kirche in Amsterdam steht in Flammen

In Amsterdam geriet der Turm der Vondelkirche
im Stadtzentrum in Brand. Die Spitze des Turms stürzte ein, ein Großaufgebot von Feuerwehrleuten rückte an. Eine große
Zahl von Wohnungen in der Umgebung der Kirche wurde evakuiert.
Verletzte gab es nach ersten Berichten nicht. Die Behörden warnten vor
Funkenflug wegen starken Windes. Die Kirche ist offenbar so stark beschädigt, dass sie komplett einstürzen könnte.

Die Ursache des Brandes in dem rund 50 Meter
hohen Turm ist noch nicht bekannt. „Es ist ein sehr heftiger und schrecklicher
Brand in dieser monumentalen Kirche“, sagte die Amsterdamer
Bürgermeisterin Femke Halsema. „Unsere erste
Sorge und Priorität gilt nun dem Wohlergehen und den Häusern der
unmittelbaren Anwohner.“

Kommendes Silvester keine Böller mehr erlaubt

In den Niederlanden greift in diesem Jahr nach einem
Parlamentsbeschluss ein Böllerverbot. Das nahmen offenbar viele zum Anlass, um noch mal besonders viele Böller und Raketen zu kaufen. Nach Angaben des Branchenverbandes für
Pyrotechnik wurde Feuerwerk für 129 Millionen Euro verkauft, im
Vorjahr betrug der Umsatz noch 118 Millionen Euro, wie die Zeitung De
Volkskrant berichtete. 

© Lea Dohle

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Auch
der Import von illegaler Pyrotechnik nahm laut der Polizei zu. Diese haben eine ungeheure Sprengkraft, die
Polizei vergleicht sie mit Bomben und Granaten. Bis Ende Dezember wurden rund 112 Tonnen illegale Feuerwerkskörper
beschlagnahmt. Im vergangenen Jahr lag die
Gesamtmenge noch bei rund 107 Tonnen und 2023 bei rund 79 Tonnen. Der
Verkauf und das Zünden von schweren Böllern sind bereits seit Jahren
verboten. Doch Privatleute können sie legal in Belgien und Deutschland
kaufen und dann über die Grenze schmuggeln.