Dresden. Am Neujahrstag blickte die Feuerwehr Dresden auf eine ereignisreiche, aber weitgehend friedliche Silvesternacht zurück. Sowohl der Rettungsdienst als auch die Berufsfeuerwehr und die 21 Stadtteilfeuerwehren verzeichneten ein hohes Einsatzaufkommen. Positiv fiel der Behörde auf, dass es keinen Angriff auf Einsatzkräfte gab.

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Schon deutlich vor Einsetzen der Dunkelheit waren die Feuerwehr und der Rettungsdienst am Silvestertag gefordert. Der morgendliche Schneefall führte in weiten Teilen der Region zu Glätte. Die Integrierte Regionalleitstelle, zuständig für die Landeshauptstadt Dresden sowie die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, registrierte im gesamten Leitstellenbereich 22 Notrufe aufgrund von Verkehrsunfällen und Sturzverletzungen. So prallte gegen Mittag ein Sattelzug im Autobahntunnel Altfranken auf der BAB 17 gegen die Tunnelwand, wodurch es zu einem Stau kam.

Im gesamten Leitstellenbereich wurden über 100 Brandeinsätze sowie rund 50 Einsätze der Notfallrettung registriert, die im Zusammenhang mit der Silvesternacht standen. In Dresden konnten 32 Rettungseinsätze und 53 Brandeinsätze direkt dem Fest zugeordnet werden. Geht es um die Gesamtzahlen des Abends, so sanken die Brandeinsätze laut der Feuerwehr im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 68, während es bei den Rettungseinsätzen ein Plus von etwa zehn Prozent auf 309 gab.

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Die Verletzungsmuster bei den Einsätzen des Rettungsdienstes reichten von Alkoholvergiftungen über Verbrennungen an Händen, Armen, Beinen und im Gesicht durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern bis hin zu Verletzungen infolge von Gewalteinwirkungen.

Wohnungsbrand führt zu Großeinsatz

Der umfangreichste Einsatz ereignete sich kurz vor 3 Uhr auf der Tittmannstraße in Striesen. Auf dem Balkon einer Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses war ein Brand ausgebrochen, der sich auf die Wohnung ausweitete und auf die darüberliegende Wohnung überzugreifen drohte. Nachbarn retteten die beiden Bewohner aus der stark verrauchten Wohnung. Der 63-jährige Mieter und seine 56-jährige Partnerin wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die übrigen Bewohner mussten vorübergehend evakuiert werden, da es zu einer starken Rauchentwicklung kam. Nachdem der Brand gelöscht war, konnten sie allerdings in ihre Wohnungen zurückkehren. Im Einsatz waren rund 60 Einsatzkräfte. Die Feuerwehr rechnete auch im Verlauf des Neujahrstages mit weiteren Einsätzen.

Während den Silvesterfeierlichkeiten registrierte die Polizeidirektion Dresden insgesamt 304 Einsätze. Unter ihnen befanden sich zahlreiche silvestertypische Vorkommnisse. So wurden unter anderem 19 Körperverletzungen, zwölf Sachbeschädigungen, sechs Brände sowie ein tätlicher Angriff auf Polizeibeamte, bei dem niemand verletzt wurde, bearbeitet. In Dresden sammelten sich laut Polizei am Bischofsweg etwa 50 Personen. Diese hatten sich vermummt und errichteten aus Mülltonnen und einem Sofa eine Barrikade, welche sie entzündeten. Eine vorbeifahrende Straßenbahn wurde durch die Täter mit Steinen beworfen und mit Graffiti beschmiert. Außerdem beschädigten die Unbekannten einen am Straßenrand geparkten Pkw mit Steinen und beschmierten eine Hausfassade mit Farbe. Eine Schadenssumme ist noch nicht beziffert. An der Hans-Oster-Straße setzten Unbekannte mit Pyrotechnik eine Mülltonne in Brand. Die Flammen griffen auf die Fassade eines Wohnhauses über. Menschen wurde nicht verletzt. Am Haus entstand ein Schaden in noch nicht bekannter Höhe.

DNN