Die ZDF-Silvestershow feierte in Hamburg ihre Premiere – doch Stimmung, Zuschauerzahlen und Atmosphäre waren Berichten zufolge eher mau. Trotz Feuerwerks und prominenter Moderation blieb das Angebot hinter den früheren Shows in Berlin zurück.

Die Premiere der ZDF-Silvesterparty in Hamburg ist verhalten aufgenommen worden – sowohl bei den Zuschauerzahlen als auch im direkten Vergleich mit früheren Ausgaben in Berlin. Nach 15 Jahren am Brandenburger Tor hatte das ZDF den traditionellen Jahreswechsel erstmals an die Elbe verlegt. Doch trotz großen Feuerwerks und prominenter Moderation durch Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner blieben Quote, Reichweite und Stimmung hinter den Erwartungen zurück. Darüber berichtete das „Hamburger Abendblatt“.

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Während in den Vorjahren teils über drei Millionen Menschen die Silvestershow aus Berlin verfolgten, erreichte „Willkommen 2026“ aus Hamburg demnach nur noch durchschnittlich 2,47 Millionen Zuschauer – ein neuer Tiefstwert. Mit einem Marktanteil von 14,1 Prozent verlor das ZDF nicht nur gegen die ARD-Show „Silvester-Schlagerboom 2026 live“ (4,55 Millionen / 25,7 Prozent), sondern sogar gegen die eigene Wintersportübertragung am Nachmittag (3,3 Millionen / 21,3 Prozent). Besonders bitter: Der Umzug nach Hamburg sollte eigentlich frischen Wind bringen und ein neues Publikum erreichen.

Verkleinertes Event, hohe Ticketpreise

Auch vor Ort fiel das Fazit gemischt aus. Es kamen nur rund 9000 Menschen an den Hamburger Chicagokai. Allerdings waren auch die Kapazitäten mit Plätzen für 12.000 Gäste begrenzt. Sie lagen deutlich unter dem, was in Berlin möglich war – dort verfolgten regelmäßig über 100.000 Menschen das Silvester-Spektakel. Zudem musste erstmals Eintritt gezahlt werden: 49 Euro kostete ein Ticket, während die Veranstaltung in der Hauptstadt stets kostenfrei war.

Die Moderatoren begrüßten unter anderem Johannes Oerding, Michael Patrick Kelly, Kerstin Ott, die britische Boygroup Blue, die österreichische Band Wanda, DJ Felix Jaehn, ATC, Jenny von Ace of Base und die Lokalmatadoren Lotto King Karl und den Shantychor De Tampentrekker, bekannt aus der Sendung „Inas Nacht“.

Kritik kam dem „Abendblatt“ zufolge auch an der Atmosphäre auf: Trotz großen Aufwands mit schwimmender Bühne, Pyrotechnik und Showprogramm konnte die Stimmung den Zuschauern zufolge nicht mit der Berliner Version mithalten. Insbesondere die TV-Bilder zeigten aus der Luft große Lücken im Publikumsbereich – ein deutlicher Kontrast zur dichten Kulisse vor dem Brandenburger Tor. Diese war vom Veranstalter abgesagt worden, nachdem das Land Berlin die öffentlichen Zuschüsse gestrichen hatte. Stattdessen gab es an dem Berliner Wahrzeichen in diesem Jahr eine DJ-Party und ein siebeneinhalbminütiges Feuerwerk, das ab Mitternacht live in der ARD übertragen wurde.

Dass die Zuschauerreihen leer wirkten, wurde auch bei TV-Zuschauern in den sozialen Netzwerken kommentiert. Auf X schrieben User etwa: „Warum ist da fast keiner vor Ort?“ und „Findet das in Hamburg unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt“. Ein weiterer User fragte sich: „Sind da überhaupt mehr als 250 Leute?“ Es gab allerdings auch positive Resonanz: „Tolle Show“ und „Supertoll“ kommentierten weitere Zuschauer.

Veranstalter bemüht sich um Schadensbegrenzung

Björn Hansen, Geschäftsführer der veranstaltenden Agentur „Morgenwelt“, äußerte sich im „Abendblatt“ dennoch verhalten optimistisch: „Als Veranstalter wünscht man sich immer mehr, aber für das erste Jahr ist das absolut in Ordnung.“ Intern wird allerdings diskutiert, ob das Format am neuen Standort dauerhaft tragfähig ist – oder ob ein Rückumzug nach Berlin langfristig wahrscheinlicher wird.

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