Architekt Paul Schmitthenner, der in England die Idee der so genannten Gartenstädte studiert hatte, setzte auf einer Sandinsel, 500 Meter nördlich von Plaue, dieses Konzept um. Es entstanden Wohnungen für Arbeiterfamilien, die als Alternative zu den grauen, dunkel „Mietskasernen“ der Großstädte ein gesundes, naturnahes und menschenwürdiges Wohnen ermöglichten. In wenigen Monaten wurden damals 212 von insgesamt 300 geplanten Wohnungen gebaut, mit Stube, Schlafkammer, Küche, Waschküche, Stall und 180 m2 Garten, die ein Leben an Luft und Licht zuließen.

„Die Führung durch Plaues Ortsvorsteher Udo Geiseler war einmal mehr eine Mischung aus Information, Spaziergang, Schätzfragen und manch ironischer Bemerkung“, berichtet Lydia Jordan, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. In lockerer entspannter Atmosphäre am Jahresende seien aber durchaus auch gesellschaftlich relevante Fragen angesprochen und diskutiert worden, z.B. wie gesundes Bauen in der Gegenwart ohne zusätzliche Zersiedlung der Landschaft möglich ist oder wie modernes Leben in einem Denkmal (die gesamte Plauer Gartenstadt steht unter Denkmalschutz) garantiert werden kann.

Mitten in der Gartenstadt, am Marktplatz, endete der Spaziergang mit Glühwein, Bratwurst und guten Gesprächen, u.a. mit dem designierten Oberbürgermeister Daniel Keip. „Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, dann wieder in Kirchmöser“, so Lydia Jordan. „Wir wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern ein gutes neues Jahr 2026.“