rbb: Frau Harhaus-Wähner, können Sie erzählen, was die Silvesternacht für Sie gebracht hat?

Leila Harhaus-Wähner: Wir haben die ganze Nacht handchirurgisch drei Säle parallel gehabt und haben in allen drei Sälen sehr ähnliche Verletzungsmuster gesehen. Wir haben viele junge Patienten, Jugendliche gehabt, die den Böller in der Hand explodieren haben lassen. Dadurch hatten wir weggesprengte Finger, amputierte Finger, zerstörte Nerven, Sehnen und Gefäße, Amputationsverletzungen und Knochenbrüche.

Gleichzeitig hatten wir auch einige Verletzungen des Gesichtes mit Beteiligung der Augen, weil die Betroffenen sich drüber gebeugt haben und geguckt haben, ob der Böller startet oder nicht. Es sind über 30 Schwerverletzte, acht davon Kinder.

rbb: Können Sie Einzelheiten nennen?

Harhaus-Wähner: Dieses Jahr sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren mehr Kinder betroffen. Das ist erschreckend für uns zu sehen. Das sind Kinder im Teenie-Alter, die sich der Gefahren nicht bewusst sind und die Böller in der Hand zünden. Hier haben wir die schwersten Amputationsverletzungen und Zerreißungen der Weichteile. Bei vielen dieser Kinder konnten wir die Finger nicht retten. Damit ist ab dieser Nacht für die Betroffenen das Leben ein anderes, weil Daumen und mehrere Finger an der dominanten Hand oft fehlen.