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Peking (China) – Der chinesische Autobauer BYD hat 2025 so viele E-Autos verkauft wie kein anderer Hersteller weltweit. 2,26 Millionen reine Elektrofahrzeuge gingen an die Kunden. Damit zogen die Chinesen deutlich am bisherigen Marktführer Tesla vorbei.
Das Unternehmen aus Shenzhen teilte die Zahlen am Donnerstag an der Hongkonger Börse mit. Für Tesla wird die Bilanz am Freitag erwartet. Doch schon jetzt ist klar: Die Firma von Milliardär Elon Musk hat das Nachsehen.
Tesla verkauft deutlich weniger
In den ersten drei Quartalen bis Ende September hatte Tesla 1,22 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Für das vierte Quartal wurden knapp 450.000 verkaufte Tesla-Autos erwartet. Mit dann 1,65 Millionen Fahrzeugen für das Gesamtjahr hätte der US-Konzern rund acht Prozent weniger verkauft als im Vorjahr – und viel weniger als Konkurrent BYD.

Zwar liegt Tesla bei der Gesamtwertung hinten, doch beim Einzelmodell holt sich der US-Konzern den Thron: Das Tesla Model Y ist laut Elon Musk im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge das weltweit meistverkaufte Auto gewesen
Foto: Olaf Itrich / AUTO BILD
Vorsprung in Deutschland kleiner
In Deutschland eröffnete der China-Gigant schon eigene Autohäuser. Trotzdem ist der Vorsprung gegenüber Tesla bei uns deutlich kleiner als auf dem Weltmarkt. Bis Ende November wurden im vergangenen Jahr rund 19.200 BYD-Autos in Deutschland zugelassen (inklusive Hybrid), Tesla kam auf 17.358.
BYD, das mit dem englischen Slogan „Build your dreams“ wirbt, war 1995 gegründet worden und ursprünglich auf die Batterieherstellung spezialisiert. Der chinesische Konzern hat zwar mit einem harten Preiskampf auf dem heimischen Markt zu kämpfen, setzt aber zunehmend auf den Export. Außer in Südostasien und im Nahen Osten hat BYD auch in Europa zunehmend Erfolg.
Zudem baut der Hersteller systematisch Fabriken außerhalb Chinas auf, die wegen der zunehmenden Handelskonflikte wertvoll sind. Außer reinen E-Autos verkauft das Unternehmen auch Hybrid-Wagen.
Mehr zum ThemaMusks Trump-Unterstützung schadet Tesla
Insbesondere in Europa hatten die Tesla-Verkäufe massiv gelitten, weil sich Konzern-Boss Musk offensiv an die Seite von US-Präsident Donald Trump (79) gestellt hatte. Für ihn sollte der Tesla-Chef den Staatsapparat verschlanken, warf dann nach Streitigkeiten mit dem Republikaner hin.

Damals noch enge Verbündete: Elon Musk und der heutige US-Präsident Donald Trump im November 2024
Foto: Brandon Bell/Pool Getty Images North America/AP/dpa
Anfang Dezember sagte Musk, dass er den Job nicht nochmal machen würde. „Ich hätte stattdessen im Wesentlichen an meinen Unternehmen gearbeitet. Und sie hätten die Autos nicht angezündet“, so der Milliardär in einem Podcast. Wegen seines Trump-Engagements gab es vielerorts Anschläge auf Tesla-Autos.