
So, die Büroadresse ist raus: Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (vgl. FLURFUNK vom 21.9.2025: „‚Projekt Halle‘: Berliner Verlag expandiert in ostdeutsche Hauptstädte„) von Verleger Holger Friedrich (u.a. Berliner Zeitung) hat jetzt eine Impressums-Adresse in Dresden.
Auf der Internetseite des „Projekt Halle“ steht nun: Schandauer Straße 64, 01277 Dresden.
Aus der Impressumsangabe geht auch der Firmenname hervor: Ostdeutscher Verlag GmbH.
Die neue Adresse ist Medienkennern (nicht nur in Dresden) ein Begriff: Es handelt sich um das Medienkulturhaus Pentacon. Dort hat u.a. auch Sachsen Fernsehen seinen Sitz (vgl. sachsen-fernsehen.de/impressum).
Web- und ePaper-Angebot, am Wochenende Print
Die Internetseite des „Projekt-Halle“ hat außerdem seit unserem letzten Besuch eine neue Rubrik: „Updates“. Dort sind inzwischen 17 Einträge zu finden, die bis in den September zurückreichen (dort im September aber noch nicht zu lesen waren).
In der Einleitung der Updates-Rubrik ist zu lesen:
„Medien sind verantwortlich für unsere Wahrnehmung der Veränderungen in der Welt. Seit vielen Jahren reflektieren sie nicht in ausreichendem Maße, welche Chancen und Risiken daraus für Deutschland, aber auch für Europa, erwachsen. Die ostdeutschen Erfahrungen eines friedlichen Systemwechsels und noch viel mehr die der nachfolgenden Transformationen sollten stärker Eingang in die deutsche und europäische Politik finden. Es setzt Kenntnisse und Fähigkeiten voraus, die wir mit der ‚Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung‘, der OAZ, in den Wettbewerb zu aktuellen medialen Angeboten setzen wollen.“
Kurianowicz und Cosack
In einem der Beiträge ist zum Beispiel ein kurzes Video verlinkt, in dem Dr. Tomasz Kurianowicz und Bettina Cosack, die die Print-Produktion der Berliner Zeitung leitet, als Projektverantwortliche kurz über ihre Motivation sprechen (hier nachzuschauen). Kurianowicz war laut Branchenmeldungen bis Oktober 2025 Chefredakteur der Berliner Zeitung, im September wurde u.a. vom Spiegel sein Abgang gemeldet (vgl. Spiegel.de vom 3.9.2025).
Aus dem Beitrag in der Updates-Rubrik wird deutlich, dass die Zeitung unter der Woche als Web- und ePaper-Angebot erscheinen soll. Für die Wochenenden ist tatsächlich eine große, umfangreiche Printausgabe geplant.
Konzept zur Diskussion
Spannend: In einem Updates-Beitrag vom 18.12.2025 stellt die Zeitung außerdem ihr publizistisches Konzept zur Diskussion. Im November hätte sich eine Gruppe Dresdner Bürger mit einem Vorschlag für einen Kodex an den Verlag gewandt, ist da zu lesen – aus der Diskussion darüber seien die Leitlinien entstanden.
Das siebenseitige Papier (ein PDF, das als „Draft“ gekennzeichnet ist) gliedert sich in die Kapitel: „Warum es die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung braucht“, „Mit welcher Ostdeutschland-Perspektive wir starten“, „Unsere Ambition“, „Unser Mission Statement“, „Unsere publizistischen Leitlinien“, „Unsere Rolle als Journalistinnen und Journalisten der OAZ“, „Unsere institutionellen Grundsätze“ und „Zum Schluss: Über Erkenntnis und Widerstand“.
Im ersten Absatz heißt es u.a. zur Berichterstattung über Ostdeutschland:
„Ostdeutschland kommt oft verzerrt vor, wird problematisiert oder übergangen. Das Bild vom Osten wird bis heute überwiegend von Medien geprägt, die dort nicht verankert sind und wenig Alltagserfahrung mitbringen. So entstehen Narrative, die der Realität vieler Menschen nicht gerecht werden – und den Blick auf das Potenzial dieser Region verstellen. Vor diesem Hintergrund braucht es ein Medium mit klarem publizistischen Kompass, sauberem Handwerk und einer selbstverständlichen ostdeutschen Perspektive. Ein Medium, das erklärt statt lenkt, einordnet statt polarisiert und Zukunft nicht behauptet, sondern sichtbar macht.“
Der Beitrag vom 18.12.2025 ist hier zu finden: „Diskussion des publizistischen Konzeptes„.
Politikgespräche in Staatskanzleien
Anderes Beiträge thematisieren das Corporate-Design des Projektes (ebenfalls mit Video) oder berichten von Politikgesprächen in Brandenburg und in der Staatskanzlei in Sachsen. Auch wird gemeldet, dass die Ostdeutsche Zeitung inzwischen bei Facebook, X, Instagram, LinkedIn, TikTok, YouTube und Threads vertreten ist.
Wann genau das Projekt startet, geht aus den Einträgen nicht hervor. Glaubt man einem Facebook-Beitrag der OAZ vom 1.1.2026 (hier nachzulesen), geht es im Februar los.
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