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Gute Lage, günstige Miete, grandiose Fotos: Wenn ein Münchner Wohnungsangebot im Netz zu gut ist, um wahr zu sein, sollten die Alarmglocken läuten.

München – 600 Euro Warmmiete für eine Zweizimmerwohnung im Glockenbachviertel: Ein solches Angebot ist auf dem Münchner Wohnungsmarkt eher unwahrscheinlich. „Immobiliensuchende sollten vor allem bei Anzeigen, die zu gut klingen, um wahr zu sein, vorsichtig sein“, erklärt ein Sprecher von Immowelt unserer Redaktion. Betrüger erbeuten mit Immobilienbetrug jährlich Millionen. Oft verlangen die Fake-Vermieter noch vor einer Besichtigung eine Kaution oder einen Betrag, um die Wohnung für den Interessenten zu „reservieren“.

Münchner Fake-Inserate im Netz: So wehren sich die Webseiten

Um Nutzer vor Fake-Angeboten zu schützen, durchlaufen Inserate bei Onlineportalen ein mehrstufiges Sicherheitssystem. „Das System erkennt auch Auffälligkeiten beim Log-in“, verrät uns Immowelt. Innerhalb weniger Minuten werden auffällige Inserate dadurch gelöscht. Bei ImmobilienScout24 gehen sie gar nicht erst online. „Zusätzlich werden alle Nutzerinnen und Nutzer, die mit dem gefälschten Inserat in Kontakt standen, automatisch informiert und darüber aufgeklärt, keine persönlichen Daten oder Geld zu übermitteln“, erklärt die Immobilienwebsite auf Anfrage.

Auch die Fotos der Wohnung können ein Indiz sein, dass es sich um ein Fake-Angebot handelt.Auch die Fotos der Wohnung können ein Indiz sein, dass es sich um ein Fake-Angebot handelt. © IMAGO / Addictive Stock

Da die Betrüger ihre wahre Identität meist verschleiern und sich als ausländische Immobilienfirma ausgeben, ist es schwer die Täter zu fassen. Zudem verwenden sie Kreditkarten oder Konten von Online-Bezahldiensten, die sie durch Phishing übernommen haben. „Wir kooperieren trotzdem eng mit den Ermittlungsbehörden, um Betrüger überführen zu können“, erklärt der Immowelt-Sprecher. Die Strafanzeige muss jedoch der Geschädigte selbst stellen.

Wenn Vermieter nach einiger Zeit die Miete der Wohnung im Inserat nach oben anpassen, ist rechtlich jedoch nichts zu machen. Eine Münchnerin hat solche „Korrekturen“ bei ihrer Wohnungssuche mehrfach erlebt.

So erkennen Sie falsche Wohnungsinserate

Nutzer können Wohnungsinserate auf den Immobilien-Webseiten auch direkt selbst melden, wenn sie etwas Auffälliges bemerken. ImmobilienScout24 hat Tipps zusammengestellt, wie Nutzer Fake-Angebote erkennen können:

  • Unvollständige Objektbeschreibungen oder Texte, die keinen Sinn ergeben.
  • Fotos, die nicht zur Lage und Beschreibung passen oder fehlende Fotos.
  • Bilder, die eher nach einer Ferienwohnung aussehen.
  • Überprüfung der angegebenen Adresse (zum Beispiel über Google Street View).
  • Unverhältnismäßig günstige Preise für die Lage (dient oft als Köder) – hier hilft die Preise-Lage-Information, die im Inserat integriert ist.
  • Betrüger versuchen, die Kommunikation sofort von der ImmoScout24-Plattform wegzuführen.
  • Kein persönlicher Kontakt, nur schriftliche Kommunikation.

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Was immer gilt: „Kopien von Personalausweis, Kontoauszügen und anderen Dokumenten mit persönlichen Daten sollten niemals ungeschwärzt herausgegeben werden.“ Wer doch auf einen Betrug hereinfällt, solle umgehend die Polizei kontaktieren.

In München hat erst kürzlich ein Fall Schlagzeilen gemacht, bei dem sich ein Mann (er nannte sich Fabrizio) als Vermieter ausgab und Kaution sowie Monatsmieten verlangte. Er zockte insgesamt 18 Mieter um insgesamt 150.000 Euro ab. (Quelle: Eigene Recherche, Immoscout24, immowelt)