George Clooney ist offiziell Franzose. Der US-Schauspieler und Aktivist wurde am 26. Dezember per Sonderverfahren eingebürgert – auf persönliche Empfehlung des französischen Aussenministers Jean-Noël Barrot. Grundlage war das selten angewandte «citoyen émérite»-Verfahren, das es ermöglicht, verdienten Persönlichkeiten mit engen Beziehungen zu Frankreich eine schnelle Staatsbürgerschaft zu verleihen.
In einem internen Schreiben vom 20. Oktober an den Innenminister betonte Barrot die «herausragende Arbeit» Clooneys sowie dessen Beitrag zum internationalen Ansehen Frankreichs. Die Clooneys leben dauerhaft im Süden Frankreichs, ihre Kinder besuchen dort die Schule. Clooneys berufliche Aktivitäten brächten zudem «erhebliche wirtschaftliche Vorteile» für die französische Filmindustrie.
Barrot hob auch das menschenfreundliche Engagement des Ehepaars hervor. Die Clooney Justice Foundation biete weltweit kostenlose Rechtsberatung an, etwa zur Verteidigung von Meinungsfreiheit und Frauenrechten. In Europa geriet Clooney damit unter anderem mit der russischen Regierung und Ungarns Premier Viktor Orbán aneinander. In den USA gilt er als einflussreicher Unterstützer der Demokraten.
Nicht alle begrüssen den Schritt. Marie-Pierre Vedrenne, Staatssekretärin im Innenministerium, zeigte sich «beschämt» über das beschleunigte Verfahren und kündigte eine Überprüfung an. «Das sendet das falsche Signal», sagte sie laut Politico.
Das Verfahren wurde in der Vergangenheit bereits bei Tech-Grössen wie Snapchat-Mitgründer Evan Spiegel oder Telegram-Gründer Pavel Durov angewendet.