Ein unbekannter Täter hat am Zweiten Weihnachtsfeiertag drei Stolpersteine in der Jesuitengasse mit antisemitischen Schriftzügen beschmiert. Wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (Rias) mitteilt, schrieb der Täter „Wer erinnert an die vielen Palästinenser, die jeden Tag von Israelis getötet werden?“ quer über die Stolpersteine. Diese waren laut dem „Initiativkreis Stolpersteine für Augsburg und Umgebung“ erst vor kurzem von Schülerinnen und Schülern verlegt worden. Sie erinnern an Karoline Dreilich, Ernestine Levi und Paul Levi, die am 13. März 1943 von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. Die hiesige Israelitische Kultusgemeinde (IKG) ist empört.

Israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg verurteilt antisemitische Tat

Die Tat, die sich als angebliche Solidarität mit Palästina verstehe, sei ein weiterer Ausdruck der Juden- und Israel-Hetze in Deutschland, erklärt IKG-Pressesprecher Israel Feder. Es handele sich dabei um eine besonders perfide Art der Schändung des Andenkens der Opfer der Shoah. „Mit dieser unglaublich miesen Tat wird in das friedliche Zusammenleben der Stadt Augsburg eingegriffen“, so Feder. Die Stadtgesellschaft dürfe dies nicht hinnehmen. Zuletzt häuften sich antisemitische Vorfälle in Augsburg. Bereits am 15. Dezember beschmierte ein unbekannter Täter eine Sitzbank an der Haltestelle Senkelbach mit den Worten: „Gäbe es Israel nicht, herrschte Frieden in Nah-Ost“ und „Gaza=KZ“.

  • Jonas Klimm

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Stolperstein

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Augsburg

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis