
marktbericht
Am ersten Börsentag des neuen Jahres haben sich die Anlegerinnen und Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Der DAX schloss dennoch leicht höher. Enttäuscht waren die Investoren von Tesla.
Der deutsche Aktienmarkt ist heute mit leichten Gewinnen in das Börsenjahr 2026 gestartet. Mit einem deutlichen Anstieg hatte der DAX am Vormittag noch Kurs auf das Rekordhoch aus dem Oktober bei 24.771 Punkten genommen und an das starkes Jahr 2025 mit einem Plus von 23 Prozent angeknüpft.
Am Nachmittag rutschte der deutsche Leitindex jedoch zeitweise ins Minus. Am Ende konnte er am ersten Handelstag im neuen Jahr aber noch um 0,2 Prozent auf 24.539 Zähler zulegen.
Als Stütze erwiesen sich hohe Kursgewinne von über vier Prozent bei den Aktien des Triebwerkherstellers MTU und von RWE. Die Papiere des Energiekonzerns notieren so hoch wie zuletzt 2011 – dank eines gestiegenen Strombedarfs und des Ausbaus Erneuerbarer Energien.
Allzu viel war am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende noch nicht los. Viele Investoren sind noch in der Pause rund um den Jahreswechsel. Das Geschehen am Markt dürfte erst ab der kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen.
Jochen Stanzl von der Consorsbank zeigte sich mit Blick auf die kommenden Wochen optimistisch: „Der DAX-Handel könnte zum Jahresstart rasch an Dynamik gewinnen.“ Gelinge ein Ausbruch bei guten Handelsumsätzen, wäre der Weg zu 25.000 Punkten frei.
Zweifel an einem baldigen Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine trieben heute zudem die Rüstungswerte nach oben. Im DAX verteuerten sich die Rheinmetall-Aktien um knapp 1,1 Prozent. Im MDAX stiegen Hensoldt und Renk um 4,4 und 2,3 Prozent.
Technologiewerte gewannen ebenfalls deutlich. Die Papiere von Aixtron zogen um mehr als 13 Prozent an und hatten damit im MDAX klar die Nase vorn. Gute Vorgaben kamen dabei aus Asien: Dort profitierte Baidu von einem geplanten Börsengang der Halbleitersparte und die Aktien von Samsung waren so teuer wie nie zuvor.
Am Rohstoffmarkt setzten die Edelmetalle ihren Aufwärtstrend aus dem vergangenen Jahr fort. Der Goldpreis stieg um bis zu zwei Prozent auf 4.398 Dollar je Feinunze. Silber wurde mit 74,55 Dollar je Feinunze 4,6 Prozent höher gehandelt. Die Preise lagen damit in Reichweite der kurz vor Jahresende erreichten Rekordstände.
Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, stieg unterdessen auf ein neues Rekordhoch und stand am Ende rund 1,0 Prozent im Plus bei 5.850 Punkten. In London hatte der FTSE 100 erstmals in seiner Geschichte die runde Marke von 10.000 Punkten hinter sich gelassen und schloss moderat im Plus. Auch der Dow Jones in New York legte zum europäischen Börsenschluss etwas zu.
Enttäuscht waren die Anlegerinnen und Anleger dagegen von Tesla. Die Auslieferungen des Elektroauto-Pioniers sind im vergangenen Quartal nach dem Ende von Subventionen in den USA deutlich gefallen. Tesla brachte weltweit 418.227 Fahrzeuge zu den Kundinnen und Kunden – das waren 15,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
Eine Rolle beim Rückgang im Schlussquartal dürfte gespielt haben, dass US-Präsident Donald Trump die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf von Elektroautos Ende September auslaufen ließ. Auch im Gesamtjahr waren die Auslieferungen rückläufig – zum zweiten Mal in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf rund 1,64 Millionen Fahrzeuge.
Mittlerweile hat der chinesische Autohersteller BYD Tesla überholt. Allein bis Ende November verkaufte BYD 2025 2,07 Millionen reine E-Autos.