
Zu viel Schnee für den Eiskanal in Winterberg: Das Weltcup-Rennen der Skeletonis ist aufgrund des Wintereinbruchs im Sauerland abgebrochen worden.
Ob und wie das erste Männer-Rennen im Olympia-Jahr fortgesetzt oder wiederholt werden kann, ließ der Weltverband IBSF zunächst offen. Nachdem der Frauen-Wettbewerb stattfinden konnte, wurde auch der für den Abend angesetzte Mixed-Wettbewerb abgesagt.
Ein Neustart in Winterberg an diesem Wochenende ist laut Bundestrainer Christian Baude ausgeschlossen, da am Samstag bereits die Weiterreise nach St. Moritz ansteht.
Schlintner überraschend vorne
Mehrere Nationen hatten nach dem ersten Durchgang Protest gegen die Wertung eingelegt, da die Bahn im Laufe der 31 Starter immer freier von Schnee und dadurch schneller wurde. Der anhaltende Schneefall hatte das Feld kräftig durcheinandergewirbelt. Als letzter Starter fuhr der Österreicher Alexander Schlintner überraschend auf Platz eins, als bester Deutscher lag Olympiasieger Christopher Grotheer auf Rang vier aussichtsreich auf Podestkurs.
Die beiden Weltcup-Dominatoren Matt Weston (Rang 18) und Marcus Wyatt (8.) aus Großbritannien lagen zur Halbzeit hingegen schon deutlich zurück. Grotheer wartet nach seinem schwierigen Saisonstart noch auf einen Podestplatz, der deutschen Goldhoffnung für die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo fehlt zudem noch die Olympia-Norm. Lukas Nydegger auf Platz sieben und Axel Jungk (9.) lagen nach dem ersten Durchgang ebenfalls noch aussichtsreich, Felix Keisinger verpasste auf Rang 27 den zweiten Durchgang der besten 20.
Österreicherin Flock gewinnt, Pfeifer wird Fünfte
Das für 13 Uhr angesetzte Frauen-Rennen fand mit deutlicher Verspätung statt, konnte aber durchgeführt werden. Auch bei ihnen wurde das Klassement im zweiten Durchgang noch ordentlich durcheinandergewirbelt. So fuhr Siegerin Janine Flock aus Österreich noch mit großem Vorsprung von Rang drei nach vorn, während die Deutsche Jacqueline Pfeifer auf ihrer Heimbahn mit der achtschnellsten Zeit keine Chance hatte, das Podium anzugreifen. Auf Flock fehlten der Olympia-Zweiten von 2018 acht Zehntelsekunden. Susanne Kreher belegte Platz zwölf.
„Mich hat es noch ganz gut getroffen mit Platz fünf“, sagte Pfeifer nach dem Rennen im WDR-Interview. „Klar habe ich mir nach dem ersten Lauf vorgenommen, das Podest noch anzugreifen. Unter normalen Bedingungen wäre das auch möglich gewesen. So leider nicht.“
Die Winterbergerin befürwortete eine Verlegung des Weltcups in Winterberg auf ein anderes Datum. „Das wäre tatsächlich vielleicht mal eine Überlegung“, sagte Pfeifer. Gerade bei diesem Termin um Silvester und in den Weihnachtsferien sei immer schwierig: „Wir hatten sehr oft diesen Termin und sehr oft Schnee, Chaos in der Stadt, Stau auf dem Weg zum Rennen. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, das mal zu ändern, aber es wäre cool, wenn das in den Rennkalender passt.“
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Nachrichtenagenturen dpa und SID
Sendung: WDR.de, „Wetter-Chaos beim Skeleton-Weltcup in Winterber“, 02.01.2026, 19.19 Uhr