Für den Verein an sich ist das eine gute Nachricht, doch die Entwicklung ist besorgniserregend: Die Mitgliederzahl, die Neuaufnahmen und die Rechtsberatungen des Mietervereins Düsseldorf befinden sich auf einem Allzeithoch! Das ist auch für den Verein ein Signal dafür, dass „sich die Probleme auf dem Wohnungsmarkt zunehmend verschärfen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Der Mieterverein Düsseldorf, der auch für Ratingen zuständig ist, hat Stand heute (2. Januar 2026) eine Mitgliederzahl von 34.500. So viele wie noch nie. Im Jahr 2025 traten 3.200 Mieterinnen und Mieter dem Verein neu bei. Die 21 Rechtsberaterinnen und Rechtsberater des Vereins haben rund 31.500 Beratungen in Terminform durchgeführt. Auch das sind Rekordzahlen.

Immer mehr Konfliktpotenzial

„Einerseits freuen wir uns über diesen gewaltigen Zuspruch, den wir bekommen. Er ist auch Ausdruck der Qualität unserer Beratung, die sich offenbar herumgesprochen hat. Die steigenden Zahlen drücken das Vertrauen aus, dass dem Mieterverein Düsseldorf entgegengebracht wird. Andererseits zeigen die Zahlen natürlich auch, dass der angespannte Wohnungsmarkt immer mehr Konfliktpotenzial beinhaltet“, sagt auch Hans-Jochem Witzke, 1. Vorsitzender des Mietervereins Düsseldorf.

„Beleg für die großen Probleme auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt sind unter anderem fehlender bezahlbarer Wohnraum, die stark überhöhten Angebotsmieten, drastische Mieterhöhungen im Bestand, die Zweckentfremdung von Wohnraum durch Leerstand und Kurzzeitvermietung sowie die Entmietungsstrategien von rein renditeorientierten Investoren“, erklärt Claus Nesemann, der Geschäftsführer des Mieterverein Düsseldorf. Die gleichen Probleme dürften auch die Städte im „Speckgürtel“ Düsseldorfs, etwa Ratingen, betreffen.

Rechtswidriges Verhalten

Um rechtswidrige Angebotsmieten, überteuerte Neuvermietungsmieten und fehlerhafte Mieterhöhungen besser identifizieren zu können, bietet der Mieterverein Düsseldorf auf seiner Website unter www.mieterverein-duesseldorf.de drei kostenlose Online Tools an. Mit Hilfe der freizugänglichen Tools kann jedes Mitglied die Miethöhe auf Verstöße in Sachen Mietpreisbremse, Mietpreisüberhöhung und Mietwucher überprüfen.

Mietwucher melden!

„Das ,Tool Mietwucher melden!‘ ist mit einer Meldefunktion ausgestattet, die es dem Nutzer ermöglicht, einen Verdachtsfall direkt bei der Wohnungsaufsicht der Stadt Düsseldorf zur Anzeige zu bringen“, erläutert Witzke. Auch Netto- und Indexmieterhöhungen können mit Hilfe eines Tools überprüft werden.

Problem Nebenkosten

Eine der Schwerpunkttätigkeiten des Vereins war im Jahr 2025 die Überprüfung von Nebenkostenabrechnungen, die zum Jahresende gehäuft bei den Mieterinnen und Mietern ankommen und häufig fehlerbehaftet sind. „Mehr als jede zweite von uns geprüfte ist falsch, überraschenderweise sehr viel häufiger zum Nachteil der Mieterinnen und Mieter“, sagt Nesemann mit leichter Ironie.

Personelle Verstärkung

Um dem steigenden Beratungsbedarf auch weiterhin gerecht zu werden, wird der Mieterverein Düsseldorf im Jahr 2026 die Rechtsabteilung und auch die Verwaltung noch weiter personell verstärken. „Das bezahlbare und menschenwürdige Wohnen ist eines der zentralen Themen unserer Zeit. Man wird schon in diesem Jahr sehen können, ob Schwarz-Grün den Mieterschutz wirklich ernstnimmt. Wir werden darauf achten, dass es nicht nur bei leeren Worten bleibt“, mahnt Witzke.