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Tausende Münchner wurden wegen Gehwegparkens angezeigt. Jetzt reagiert die Politik mit einer überraschenden Kehrtwende.

München – Jeden Morgen wusste Renate Heim (56) nicht, was ihr blüht. Immer wieder wurde die Kantinen-Fachkraft aus Laim angezeigt, weil sie ihr Auto halb auf dem Gehweg in der Burgkmairstraße geparkt hatte – und mit ihr Dutzende weitere Anwohner. Auf einmal war das, was Jahrzehnte lang toleriert wurde, nicht mehr möglich: Gehwegparken.

So wie Renate Heim ging es tausenden Münchnern. In der ganzen Stadt machten sich selbst erklärte Park-Sheriffs dazu auf, Falschparker anzuzeigen – oft über Petz-Portale im Internet. Allein Heim bekam in kurzer Zeit fünf Bußgeldbescheide in Höhe von je 55 Euro.

Gehwegparker in Laim per weg. li Portal angezeigt Bußgeld LaimStefan und Renate Heim. © Martin Hangen

Nach Berichten unserer Zeitungen folgte die Park-Wende in der Politik: Erst forderte CSU-Oberbürgermeister-Kandidat Clemens Baumgärtner, Gehwegparkplätze zu legalisieren – wenn 1,60 Meter für Fußgänger bleiben. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) folgte mit der gleichen Idee. Tausende Anwohner können hoffen.