New York/USA – Er ist seit über 30 Jahren einer der größten Stars in Hollywood und bringt die Welt zuverlässig zum Lachen. Doch mit seinem neuen Film überrascht er uns mit einer völlig neuen Seite.
Adam Sandler spielt in „Jay Kelly“ (jetzt bei Netflix) den Manager eines Schauspielers (grandios augenzwinkernd gespielt von George Clooney, 64). Sandler verkörpert bewusst keine komische Figur, sondern einen Charakter voller Ernsthaftigkeit und Widersprüche. Unsicher, verletzlich, zweifelnd. Und vielleicht ist Adam Sandler deshalb so gut, weil er nicht witzig sein muss. Und er nicht auf Pointen setzen muss, sondern auf Emotionen. „Ich halte nichts zurück“, sagt Adam Sandler zu BILD. „Wenn ich da bin, dann ganz. Ich glaube, wir haben alle versucht, alles hereinzugeben – ehrlich, ohne Schutzschild.

Adam Sandler spielt die Rolle des Managers Ron Sukenick an Seite von George Clooneys äußerst feinfühlig
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Adam Sandler spielt gerne mit George Clooney
Wie wichtig war der Clooney-Faktor für Adam Sandler? Er zu BILD: „Ich liebe ihn wirklich. Er ist ein unglaublich offener Mensch, und genau dadurch entsteht diese Nähe ganz natürlich. Wir sind uns im Laufe der Zeit immer nähergekommen – und das fühlt sich sehr echt an. Ich bin einfach gern mit ihm zusammen. Mein Instinkt ist immer: Ich will, dass es ihm gut geht. Das ist auch etwas, das ich in meine Figur mitgenommen habe. Dieses Beschützen, dieses Dasein füreinander. Und ehrlich gesagt hatte ich nie das Gefühl, dass ich davon genug bekomme.“

Adam Sandler stellte „Jay Kelly“ im Sommer 2025 bei den Filmfestspielen von Venedig vor
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Das Miteinander sei für seine Leistung entscheidend, sagt Sandler: „Wenn ich mich in meinem Umfeld nicht wohlfühle, bin ich nie mein Bestes. Ich brauche Menschen um mich herum, bei denen ich mich sicher fühle und unterstützt fühle. Nur dann kann ich wirklich offen sein.“

Komödien sind sein Spezialgebiet, doch Adam Sandler kann auch ernst
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Wer war die größte Kraft in seinem Leben? Sein Motivator? „Mein Dad. Ganz klar. Er hat mich immer ermutigt, mich immer bestärkt. Wenn ich ihm gesagt habe, dass mir ein Job angeboten wurde und ich erst mal das Drehbuch lesen will, hat er nur gelacht und gesagt: ‚Mach es einfach! Sie haben dir den Job angeboten – was überlegst du noch? Da gibt es nichts zu überlegen. Wir arbeiten hier!‘“ Er sei vom Beruf seines Sohnes immer begeistert gewesen. „Auf seine ganz eigene, sehr direkte Art. Für ihn war das alles ein Geschenk. Er war stolz – und er hat mir nie das Gefühl gegeben, ich müsste mich rechtfertigen.“

Die Sandler-Familie: Jackie Sandler (51, l.) und Adam Sandler sind seit 2003 verheiratet und haben die zwei Töchter Sadie Sandler (19) und Sunny Sandler (17, r.)
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Sandlers Familie lebt abseits der Öffentlichkeit
Adam Sandler ist seit 2003 verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter. Die Familie lebt weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit. Die sei, so sagt er, nicht immer einfach für ihn. „Dann suche ich mir einen Basketballplatz. Egal, wo ich bin. Irgendwo gibt es immer einen. Und plötzlich bist du draußen, spielst, redest mit Leuten – und bist einfach mittendrin.“
Warum Adam Sandler dieses Ritual so wichtig ist? „Wenn man bekannt wird, gibt es diese Tendenz, sich zurückzuziehen. Es ist anstrengend, ständig präsent zu sein, ständig beobachtet zu werden. Also isoliert man sich schnell. Basketball holt mich da raus. Es erinnert mich an die einfachen Dinge, die man sonst verliert.“
Gibt es etwas, ohne das Adam Sandler nicht arbeiten kann? „Ich habe ein Klimaanlagen-Problem. Ich mag es eiskalt. Wirklich kalt. Irgendwann habe ich einmal gesagt: Könnt ihr den Raum bitte herunterkühlen? Und seitdem ist jedes Zimmer, in das ich komme, angenehm – manchmal sogar zu kalt. Dafür möchte ich mich bei allen meinen Kollegen entschuldigen. Die mögen es meistens wärmer – und meine Frau übrigens auch …“