Kunsthaus Mürz


Das Kunsthaus Mürz in Mürzzuschlag wartet mit zwei sehenswerten Ausstellungen auf: „Der Hang zur Geometrie“ stellt Experimente zum Wohnen aus 500 Jahren aus und unter „Santissima“ spielt die amerikanische Künstlerin Christy Astuy mit christlichen Motiven.

Sie wirft einen frischen Blick auf europäische Kunst-Geschichte und schafft so neue Bild-Kompositionen: Christy Astuy verquickt in ihren Bildern zum Beispiel mittelalterliche Ikonen-Malerei mit dem Realismus unserer Zeit. Dabei spielt sie auch mit heutiger Selbstdarstellung, wenn sie ihr Gesicht einer Heiligen leiht.

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Ein Spiel mit Selbstdarstellung

Als Amerikanerin hat sie einen unbelasteten Blick auf Kunstgeschichte: „Sie hat natürlich diesen ganzen Ballast an Wissen, den wir mitdenken, wenn wir ein Motiv sehen, nicht – und kann daher mit einem fast exotischen Blick auf das Abendland beginnen zu malen; oft ein bisschen karikaturhaft“, analysiert Kuratorin Andrea Jünger.

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Blick auf das Feminine

Es ist ein humorvoll-weiblicher Blick mit dem Astuy Bilder zwischen Ästhetik und Kitsch kreiert. Und es ist ein Spiel mit heutigen Schönheitsidealen, so Jünger: „Das Schöne war ihr immer ein wichtiger Ansatzpunkt, auch als weibliche Haltung. Sie hat dieses Feminine – ich sage absichtlich nicht Feministische – in ihrer Malerei.“ Auch die vielen Details machen die Arbeiten von Christy Astuy zu einem Hingucker mit Tiefgang. Der Humor darf dabei eine Hauptrolle spielen.

Erdacht und ungebaut

Im Haupt-Ausstellungsraum des Kunsthauses Mürz kann man sich in die Möglichkeiten der Raum-Planung vertiefen. Die vom Architekten Martin Feiersinger und der Architektur-Historikerin Gabriele Kaiser kuratierte Schau spürt Experimenten zum Wohnen aus 500 Jahren nach.

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Sehen kann man beide Ausstellungen im Kunsthaus Mürz noch bis Mitte Februar.

„Es geht eher um kleine Einheiten, um Architekten-Häuser, um Follies. Fischer von Erlach ist ein Name, der genannt werden soll in der Ausstellung. Also um Häuser, die nur erdacht wurden und nie gebaut“, so Ursula Horvath, Leiterin des Kunsthaus Mürz.

Dieser Artikel begleitet die Sendung „Steiermark heute“, vom 3.1.2026, ORF2.

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