Im Zoo Leipzig heißt es gerade Ausnahmezustand. Eigentlich war man erst erleichtert, denn in der vergangenen Woche gab es nach zahlreichen Tests bei mehr als 350 Vögeln Entwarnung beim Thema Vogelgrippe.
Aber die Hoffnung hält nicht lange, denn nun ist klar: Das Virus ist zurück und zwar mit tödlichen Folgen. Bei den Besuchern sorgen die Maßnahmen jedoch für Unverständnis und Kritik.
Zoo Leipzig: Warum die Öffnung viele Besucher ratlos zurücklässt
Im Hause starb ein weiterer Krauskopfpelikan an der Aviären Influenza und ein weiteres Tier der Gruppe zeigte Krankheitssymptome. Die Konsequenz war drastisch, aber aus Sicht der Behörden unumgänglich: Das Veterinäramt ordnete die Tötung der verbliebenen sieben Krauskopfpelikane an. Das Ziel? Sie wollen eine weitere Ausbreitung des Virus dringend verhindern – und das schien dabei der beste Weg zu sein. Zoodirektor Prof. Jörg Junhold unterstreicht den Ernst der Lage: „Die Entwicklung binnen Wochenfrist zeigt, wie tückisch und gefährlich dieses Virus ist. Die Tötung der Pelikane zum Schutz des Zoos sowie zur Vermeidung einer Weiterverbreitung hat oberste Priorität.“
+++ Virus-Alarm im Zoo Leipzig! Die Konsequenzen kosten Leben – „Bitter, aber nötig“ +++
Gleichzeitig sorgt eine weitere Entscheidung für hitzige Diskussionen – vor allem, unter den Besuchern. Trotz des Virus-Alarms wurden Gondwanaland und Pongoland wieder für ihre Gäste geöffnet. Genau das sorgt aktuell in den sozialen Netzwerken für Kritik. Unter einem Facebook-Beitrag des Zoos schreibt ein Nutzer: „Ich verstehe nicht ganz, warum in dieser schwierigen Situation Pongo- und Gondwanaland wieder geöffnet wurden. Es besteht doch immer noch ein sehr hohes Infektionsrisiko.“ Die sieben getöteten Pelikane würden daran auch nichts ändern, so der Kommentar weiter. Ein weiterer User stimmt dem zu: „Vor allem Gondwanaland würde ich geschlossen halten, das wäre eine Katastrophe, wenn das Virus dort Einzug erhält, dann lieber Einnahmen verlieren als dieses Paradies.“ Auf der anderen Seite verstehen einige Besucher die Schwierigkeit der Lage. „Sehr traurig, aber ich gehe davon aus, dass ihr das Richtige tut, um die anderen Tiere zu schützen“, heißt es unter dem Beitrag.
Der Zoo betont, dass der Schutz der Tiere ihre oberste Priorität sei, auch wenn die Maßnahmen für viele der Außenstehenden und Besucher für Unverständnis sorgen. Klar ist jedoch: Die Situation ist ernst und angespannt. Es ist ein reines Emotionschaos von notwendigem Seuchenschutz über tragische Verluste bis hin zu dem Wunsch nach alter Normalität. Die hitzigen Diskussionen werden den Zoo Leipzig womöglich noch einige Zeit begleiten – bis endlich wieder Ruhe im Haus und vor allem bei den Tieren herrscht.