Heute war es soweit: Aus Gründen habe ich mal wieder den Sprung zu Linux gewagt. Gespielt habe ich mit dem Linux-Gedanken schon länger, zunächst allerdings im Zusammenhang mit meiner Office VM. Zwar kann ich beruflich nicht wirklich auf die Microsoft-Welt verzichten (zu viele lebenswichtige PlugIns & Co.), aber all das benötige ich privat nicht wirklich. Während ich also die verschiedenen Gedanken wältze, dachte ich mir aber irgendwann: warum eigentlich nicht mal wieder Linux für den Maindesktop…?
Hier halte ich einfach mal so als Mini-Blog meine Gedanken fest, was ich auf der Reise so erlebe (und vor allem machen musste, damit es funktioniert). Vielleicht hilft es ja jemandem.
Los geht’s.
0. Meine Hardware
Kleines Vorwort: Ich komme ja aus der Windows Welt und habe keine Hardware speziell mit dem Ziel angeschafft, dass sie von Linux unterstützt werden soll. Zum Glück bin ich aber auch kein OpenSource-Fanatiker, so dass ich grds. kein Problem mit proprietären Treibern habe. Die Geister scheiden sich da vor allem bei der Grafikkarte: AMD wird m.W. von allen Distributionen sehr gut unterstützt, NVIDIA bedarf bisweilen Handarbeit.
Mainboard: MSI X870E Tomahawk Wifi
CPU: 9800X3D
Graka: Palit 5090 OC
Netzwerk: Mellanox ConnectX-5
Keyboard: Keychron
Maus: Swiftpoint Z2
Sound: USB DAC Sharkoon
Micro: Rode USB
Sonstiges (USB): Aquacomputer Geräte, Everest Keytabs
Drucker: Netzwerkdrucker Xerox WorkCentre 6515
1. Die Wahl der Distribution
Da ich eine NVIDIA Grafikkarte habe, wollte ich out-of-the-box Support mit/für die NVIDIA-Grafiktreiber. Damit war vor allem SteamOS zunächst mal raus, was sonst als Gaming-OS natürlich eine naheliegende Option gewesen wäre.
Nach einiger Recherche bin ich bei Garuda-Linux gelandet, und zwar in der Geschmacksrichtung bzw Edition „Dr460nized Gaming“, weil halt für Gaming. Außerdem wollte ich was Arch-basiertes, zum einen aus Neugier und zum anderen weil es da halt sehr schnell geht mit Updates. Es gibt natürlich gullgonen Alternativen, aber irgendwomit muss man ja mal anfangen.
Spoiler: …für mich trifft leider auch die Beschreibung zu den Cons „Might be too colorful for some users“ (siehe bei der non-gaming Dr460nized Edition) zu… ein mich wirklich ansprechendes Design habe ich übrigens noch nicht so recht gefunden, bin gerade mit einem Win11 Theme unterwegs…
2. Die Installation…
…erfolgte auf eine noch freie 4TB NVME, die eh gerade ungenutzt im System herumgammelte.
Wichtig: Secure Boot im BIOS ausschalten, sonst startet der Installer nicht.
Bei der Installation habe ich dann die entsprechende leere NVME ausgewählt und erfreulicherweise wurde die Windows-Installation nicht angefasst (insbesondere nicht der Bootloader ersetzt).
Beim Reboot nach der Installation fand das BIOS allerdings die Installation nicht. Auch nicht, wenn ich den Datenträger über das BIOS Boot-Menü auswählen wollte. Lösen konnte ich das dann über das BIOS selbst: Keine Ahnung, ob es allgemein so ist, dass man nicht zwei NVME Boot-Optionen nebeneinander haben kann – ich konnte jedenfalls im BIOS nur eine NVME als Bootoption auswählen und habe daher mal die Windows-NVME durch die Garuda-NVME ersetzt. Da der Gardua-Installer aber netterweise die Windows-Installation gesehen hat, hat er sie auch gleich in sein Boot-Menü aufgenommen, so dass ich für einen Windows-Boot nun nicht mehr ins BIOS muss.
Merkposten, falls ich dauerhaft zurück zu Windows will: Secure Boot wieder einschalten, Boot-Optionen auf die Windows-NVME wechseln.
Auf Anhieb liefen:
Graka
Sound / Micro
Netzwerk
Grund-Funktionen Maus / Keyboard (inkl. in den jeweiligen Geräten gespeicherter Einstellungen)
Für die Maus gibt es eine Beta-Software von Swiftpoint, die ich aber noch nicht ausprobiert habe.
Manuell eingerichtet:
Drucker (Xerox 6515) eingerichtet über Anwendungsmenü–>Druckeinstellungen (Treiber wurde dann automatisch eingerichtet)
3. Aktueller Stand
3.1 Steam…
…war schon direkt installiert. Also mal testweise meine aktuell am meisten gepielten Spiele installiert:
Was soll ich sagen? Anno, Dune und Mechwarrior liefen sofort. Einfach über Steam installiert, fertig. Unfassbar (für mich), wie einfach das ging.
3.2 Teamspeak
Ließ sich über Octopi installieren. Läuft.
3.3 Remote Desktop Verbindung
Ist grundsätzlich mit KRDC mit an Bord. Um eine Verbindung mit Windows-Rechnern über das Windows-Protokoll „RDP“ herzustellen, muss man aber freerdp manuell nachinstallieren. Dann ist RDP als Protokoll auch in KRDC auswählbar und funktioniert wie gewünscht.
3.4 Discord
War auch schon direkt installiert. Angmeldet, fertig.
4. ToDo’s
4.1
Design für mich anpassen. Derzeit bin ich ziemlich frankensteinmäßig mit einer Mischung aus Windows-Look und dem Dr460nized-Ding unterwegs. Gruselig.
4.2
Zugriff auf SMB-Freigaben von meinem Windows-Server will noch nicht so wie ich will.
4.3
Den Paketmanager Pacman verstehen. Der will aktuell irgendwas mergen, ich soll irgendwas anschauen/überprüfen und ich hab keine Ahnung was der eigentlich von mir will.
4.4
Verständnis der Linux Tastaturkürzel lernen, Desktop Environment besser verstehen, Standard-Apps für Standard-Vorgänge des Alltags finden/lernen. Meine Linux-Kenntnisse beschränken sich bisher auf die Kommandozeile – mehr brauch man halt für Server nicht…
4.5
Noch mehr Games ausprobieren (insbesondere „non-Steam“ Games)…
4.6
Welcher ****** hat sich denn bitte ausgedacht, die Menü-Leiste einer Anwendung nicht im Fenster der Anwendung selbst sondern zentral oben rechts am Bildschirm anzuzeigen? Das kann man offenbar konifgurieren (in einem anderen „Theme“ funktioniert es, wie ich das gewohnt bin), aber wo ich das einstelle, habe ich noch nicht herausgefunden…
5. Anmerkungen
5.1
Sehr sehr geil finde ich, wie sich die Fenster beim Bewegen mit der Maus verhalten… dass die so nachziehen! So KEWEL!
5.2
Hilfe, hier ist ja alles konfigurierbar! Aber wie ich das hinbekomme, was ich haben will, ist gar nicht so einfach.
5.3
Für Linuxxer bestimmt ein Graus, für mich irgendwie ein Gefühl von Heimat…