Russland und China haben den „bewaffneten Angriff gegen Venezuela“ durch die USA scharf verurteilt. In offiziellen Erklärungen wenige Stunden nach den nächtlichen Bombenangriffen warnten beide Länder vor den Risiken einer regionalen Eskalation.
„Lateinamerika muss weiterhin eine Zone des Friedens bleiben und Venezuela muss das Recht garantiert werden, ohne destruktive Einmischung von außen über seine eigene Zukunft zu entscheiden“, hieß es aus dem russischen Außenministerium. Moskau wies die Argumente Washingtons zur Rechtfertigung der Intervention zurück und rief zur Zurückhaltung auf.
China zeigte sich „zutiefst schockiert“ über die „unverhohlene Gewaltanwendung der USA gegen einen souveränen Staat und das Vorgehen gegen dessen Präsidenten“, wie ein Sprecher des Außenministeriums erklärte. Die „hegemonialen Handlungen der USA“ verstießen ernsthaft gegen das Völkerrecht und bedrohten Frieden und Sicherheit in der Region.
Südafrika fordert Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats
Auch die südafrikanische Regierung verurteilte den Angriff und die Entführung von Präsident Maduro und seiner Frau Cilia Flores als „eklatante Verletzung“ der UN-Charta. Diese verpflichte alle Mitgliedstaaten, von der Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder Unabhängigkeit eines Staates abzusehen.
„Darüber hinaus erlaubt die Charta keine militärische Intervention in Angelegenheiten, die im Wesentlichen in die Zuständigkeit einer souveränen Nation fallen“, erklärte das südafrikanische Außenministerium. Pretoria forderte eine dringende Einberufung des UN-Sicherheitsrats, um auf die Krise zu reagieren.
Solidarität mit Venezuela in ganz Lateinamerika
Zahlreiche Sozialbewegungen in Lateinamerika verurteilten die US-Intervention ebenfalls und riefen zu Protesten auf. Das Netzwerk von Intellektuellen, Künstlern und sozialen Bewegungen zur Verteidigung der Menschheit (REDH) sieht darin einen Angriff auf das „Grundprinzip der Selbstbestimmung der Nationen“ und einen „kolonialen Akt, der einen Präzedenzfall für eine bewaffnete Intervention schaffen soll, um Ressourcen zu plündern“.
Die brasilianische Bewegung der Landlosen (MST) betonte, der Imperialismus habe stets versucht, „die errungene Souveränität des venezolanischen Volkes zu bekämpfen. Sein Ziel ist es, Venezuela wieder in die Knie zu zwingen, damit es sein Öl wie vor der Revolution an die USA liefert“.
Der Lateinamerikanische Rat für Sozialwissenschaften (CLACSO) erklärte, die US-Aggression stelle einen „historischen Rückschritt hin zu kolonialen Praktiken“ dar. Die USA versuchten, „eine souveräne Nation mit Gewalt zu unterwerfen und ihre strategischen Reichtümer zu plündern“, was gegen die UN-Charta und die Erklärung Lateinamerikas zur Friedenszone verstoße.
Verbleib von Maduro unklar
Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die als Maduros Nachfolgerin gilt, soll sich Berichten zufolge in Russland aufhalten. Wenige Stunden vor den Angriffen hatte Maduro noch eine Delegation aus China empfangen. Bei dem Treffen mit dem Sondergesandten von Präsident Xi Jinping sei die „unzerbrechliche Bruderschaft“ zwischen Caracas und Peking bekräftigt worden, teilte die venezolanische Regierung mit.