
Der US-Präsident eskaliert den Konflikt mit Venezuela: Er ordnete eine Blockade aller sanktionierter Öltanker an, forderte die Rückgabe von „Öl und Land“ und bezeichnete die Regierung als Terrororganisation.
US-Präsident Donald Trump hat eine Blockade gegen alle sanktionierten Öltanker angeordnet, die Venezuela anlaufen oder verlassen. Die US-Marineflotte in der Karibik werde nur „noch größer“ werden, bis Venezuela den USA das gesamte „Öl, Land und andere Vermögenswerte“ zurückgegeben habe, die es von den Vereinigten Staaten „gestohlen“ habe, schrieb der Republikaner in einem Post auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social.
Anfang der 2000er-Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht, betroffen waren ausländische und auch US-Firmen. Es folgte ein jahrelanger Streit über Entschädigungen.
Trump droht mit Bodeneinsätzen
Trump bezeichnete in seinem Post die Regierung des autoritär herrschenden venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro als Terrororganisation und drohte mit dem baldigen Beginn von US-Bodeneinsätzen in dem südamerikanischen Land.
Bereits nach der Beschlagnahmung eines Tankers durch die USA in der Vorwoche war eine faktische Seeblockade entstanden. Beladene Schiffe mit Öl im Wert von Millionen Dollar blieben in venezolanischen Gewässern, um nicht Gefahr zu laufen, ebenfalls beschlagnahmt zu werden.
Venezuela will sich an die UN wenden
Die venezolanische Regierung kritisierte die Forderung des US-Präsidenten scharf. In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung warf sie Trump vor, mit „rücksichtslosen und schwerwiegenden Drohungen“ gegen das Völkerrecht, den freien Handel und die freie Schifffahrt zu verstoßen. Trump beabsichtige auf „völlig irrationale Weise“ eine Seeblockade gegen Venezuela zu verhängen, um sich den Reichtum des Landes anzueignen. Die Regierung kündigte an, den Vorfall vor die Vereinten Nationen (UN) zu bringen.
Die US-Regierung hatte die Verstärkungen ihrer Militärpräsenz in der Region bislang vor allem mit der Bekämpfung des Drogenhandels erklärt. Die USA haben seit Anfang September in der Karibik sowie im Ostpazifik wiederholt Boote zerstört, die nach Angaben Washingtons Drogen transportierten. Bei den bislang 25 bekannten Angriffen wurden mindestens 95 Menschen getötet.
Kritikerinnen und Kritiker werfen den USA Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das Kriegsrecht vor.