Das Jobcenter sei selbst sehr skeptisch gewesen, ob die Laga so das verlässliche Personal bekommt, das die Veranstaltung braucht, berichtet Laga-Geschäftsführerin Annette Nothnagel. Aber sie besetzte die Stellen der Geländemeister (4) und Geländehelfer (10) gerne mit so rekrutierten Kräften. Schließlich heiße es ja immer „Der Park für alle“, sagt Nothnagel – dann aber bitte auch konsequent.
Wie Nothnagel sieht es auch Volker Hillebrand, der nach 19 Jahren als Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH Hilden im Mai zur Landesgartenschau wechselte und dort vor allem mit Personalangelegenheiten betraut ist. Formal wird er als Koordinator der 180 Volunteers geführt. Vor allem aber soll er dafür sorgen, sagt Nothnagel, „dass die Landesgartenschau ein freundliches Gesicht bekommt“. Denn vom Personal werde der Erfolg der Landesgartenschau wesentlich abhängen. Davon sei sie überzeugt, so die Geschäftsführerin – die sich deshalb auch gegen eine automatisierte Eingangskontrolle ausgesprochen hat.
Mit dem Jahreswechsel haben sich bei der Laga GmbH die Akzente verschoben. Der eigentliche Bau ist im wesentlichen abgeschlossen, etliche Firmen seien bereits abgerückt, berichtet Nothnagel. 2026 wird – das Veranstaltungsjahr. „Und wir merken erst jetzt, was es heißt, 179 Tage am Stück ein Event zu machen“, sagt sie. Das nämlich verlangt danach, an jedem Tag eine Präsenz von 7 bis 22 Uhr sicherzustellen, jede Funktion dafür quasi doppelt besetzen zu müssen, Wochenenddienst einzufordern – und dass alle Beschäftigten persönliche Urlaubswünsche dem Event unterzuordnen haben.
Ob sich für einen solchen Job, der noch dazu auf maximal ein Jahr befristet bleibt, jemand findet? „Ja, ganz viele. Lauter Menschen, die das Gefühl eint, Teil eines großen Ganzen zu sein“, sagt Nothnagel, die das Laga-Stammteam mit Hillebrands Unterstützung gerade auf 55 Köpfe hochgefahren hat. Damit gibt es mehr Personal als Arbeitsplätze in der Laga-Geschäftsstelle an der Münze, so dass sich dort jeder „Funktioner“ einen freien Platz suchen muss. Aber das funktioniert schon jetzt, weil viele Mitarbeiter auf der Baustelle zu tun haben. Und es wird noch einfacher, wenn die Laga weitere Büros im Gartenschaugelände beziehen kann.
Mit der Akzentverschiebung ändern sich auch einige Tätigkeiten – wenn auch nicht gerade für die Teams „Ticketing“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ oder die Mannschaft „Zentrale Dienste“, die sich um Finanzen, Verträge, Personal und dergleichen kümmert. Aber mit Ende der Bauarbeiten wird das Team „Planen und Bauen“ zum Team „Pflanzen und Pflege“. Und das Team „Veranstaltung“ schließt die Programmplanung allmählich ab und wendet sich der Vorbereitungen diverser Szenarien zu – vom Starkregen bis zum Umgang mit der Alarmmeldung „Herrenloser Gegenstand gefunden!“.
Neben diese Angestellten treten ab Januar die (noch zu schulenden) 180 Volunteers, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Sie sind die, wie es Hillebrand formuliert, „Willkommensmacher“. Sie werden anders eingesetzt als die mehr als 100 Gästeführer, die im Auftrag von Neuss Marketing Besucher durch Innenstadt und Laga-Gelände führen, und werden als Lotsen am Bahnhof zu finden sein, bei Veranstaltungen an den Bühnen im Laga-Gelände und vor allem an den Eingängen. Sie sollen keine schweren Arbeiten übernehmen, werden nicht mit Sicherheit und Ordnung oder der Einlasskontrolle zu tun haben, denn dafür gibt es Dienstleister mit besonders geschultem Personal. Ihr Job wird es sein, die Besucher persönlich anzusprechen, Fragen zu beantworten, Tipps zu geben, den Weg zur Bushaltestelle oder in die Innenstadt zu weisen und zu wissen, so Hillebrand, „was gerade im Straßenverkehr los ist“. Für ihn gehört das schon jetzt zu den schönsten Jobs im Landesgartenschaujahr 2026.