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Das Öl-Kartell Opec+ will trotz heftiger interner Spannungen die Ölförderung stabil halten. Das geht aus Insider-Berichten hervor. Der Ölpreis ist derweil weiterhin äußerst niedrig.

Dubai/London – Das Öl-Kartell Opec+ wird Insidern zufolge seine Förderung wohl voraussichtlich stabil halten. Dies dürfte ‌bei dem Treffen am Sonntag (4. Januar) trotz der politischen Spannungen zwischen den wichtigen ⁠Mitgliedern Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wegen des Jemen-Konflikts beschlossen werden, ‍wie drei Delegierte des Kartells am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Öl-Fässer aufgereiht: Das Öl-Kartell Opec+ will die Ölförderung trotz heftiger Spannungen stabil halten. Öl-Fässer aufgereiht: Das Öl-Kartell Opec+ will die Ölförderung trotz heftiger Spannungen stabil halten. © IMAGO/Zoonar.com/natatravel

Opec+ – ein Zusammenschluss der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihrer von Russland angeführten Verbündeten – hat ihren Zusammenhalt in der Vergangenheit oft auch während schwerer interner Konflikte bewahrt. Das Management des Ölmarktes wurde dabei über politische ⁠Auseinandersetzungen gestellt.

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Hintergrund des ​Treffens sind die niedrigeren Ölpreise, die im vergangenen Jahr um mehr als 18 Prozent gefallen sind. Dies war der stärkste Einbruch seit 2020 und wurde von Sorgen über ein wachsendes ⁠Überangebot ausgelöst. Eine Gruppe von acht Opec+-Staaten, die etwa die Hälfte des weltweiten Öls fördern, hatte ihre Förderziele von April ⁠bis Dezember 2025 um rund ⁠2,9 Millionen Barrel pro Tag erhöht. Im November einigten sie sich jedoch darauf, die Erhöhungen für die Monate Januar, Februar und März auszusetzen. Die ‍Opec sowie die Behörden in Saudi-Arabien und Russland wollten sich zu dem ⁠Treffen nicht äußern.

Im Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Bislang waren Saudi-Arabien und die VAE ‍sowie die von ihnen unterstützten Gruppen Bündnispartner im Kampf gegen die islamistischen Huthi-Rebellen, die weite Teile im Norden und Westen kontrollieren und vom ‌Iran unterstützt werden. Doch im vergangenen Monat ‌kam es zum Bruch. Insidern zufolge ist es jedoch unwahrscheinlich, dass der Streit zwischen den beiden Ländern die Gespräche am Sonntag beeinflussen wird. (reuters, lf)