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Wintereinbruch: Feuerwehr in SH vielerorts im Einsatz (2 Min)

Stand: 04.01.2026 09:04 Uhr

Neue, kräftige Schneefälle behindern weiter den Straßen- und Bahnverkehr im Norden. Und ein Ende von Eis und Schnee ist nicht in Sicht. In Hannover und Kiel fahren keine Busse. Und auch die Bahn meldet massive Beeinträchtigungen.

Über Nacht hatte auch der HVV in Hamburg seinen Busbetrieb eingestellt, in den frühen Morgenstunden aber wieder aufgenommen. Anders in Hannover und Kiel. Die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) wies daraufhin, dass die Straßen weiterhin stark vereist seien und eine gefahrlose Wiederaufnahme des Busverkehr daher nicht möglich sei. „Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass die Lage aufgrund der Straßensituation für viele Stunden anhalten wird“, hieß es am Morgen auf der Homepage der KVG.

Ein ganz ähnliches Bild in Hannover: Die Verkehrsgesellschaft ÜSTRA teilte mit, dass witterungsbediengt der Busbetrieb bis auf Weiteres eingestellt ist. Wann dieser wieder aufgenommen werden könne, sei nicht klar. Die Deutsche Bahn wies ebenfalls daraufhin, dass es in Norddeutschland zu Beeinträchtigungen mit Verspätungen im Nah- und Fernverkehr komme. Betroffen seien ICE-Verbindungen zwischen Hamburg und Berlin, Köln, Hannover und Berlin sowie zwischen Oldenburg und Karlsruhe (über Bremen, Hannover und Kassel). Zu Ausfällen und Verspätungen soll es auch im Regionalverkehr kommen. Auch das Eisenbahnunternehmen Metronom warnte vor „massiven Einschränkungen“.

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Wintereinbruch, Sturm und Hochwasser im Norden (4 Min)

Schnee und Frost bis zur Wochenmitte

In der Nacht zum Sonntag hatte es in vielen Teilen Norddeutschlands wieder kräftig geschneit. Besonders betroffen waren Hamburg und der Süden Schleswig-Holsteins. „Hamburg hat sozusagen einen Vorsprung vor Schleswig-Holstein, was die Schneemassen angeht – und das wird erst einmal so bleiben“, hatte Leonard Benedikt, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) vorausgesagt.

Laut Benedikt könne mindestens bis zur Wochenmitte mit Schnee und Frost gerechnet werden. Länger anhaltende Frostphasen seien inzwischen eher ungewöhnlich. Der DWD appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren und sich jede Fahrt genau zu überlegen.

Fallende Äste und Bäume – Vorsicht vor dem Betreten von Wäldern

Wegen der hohen Schneelast warnen Leitstellen mancherorts bereits vor dem Betreten von Wäldern wegen fallender Äste und Bäume, so zum Beispiel im Sachsenwald im Süden Schleswig-Holsteins. Feuerwehren sind bereits zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt – auch um vorsorglich Schnee von den Bäumen zu entfernen, damit weniger Last auf die Äste drückt.

A1 in Schleswig-Holstein mehrere Stunden gesperrt

Aus allen Bundesländern im Norden sind seit dem Wintereinbruch am Freitag zahlreiche Unfälle gemeldet worden. Dabei blieb es nach Polizeiangaben in den allermeisten Fällen bei Blechschäden. In Schleswig-Holstein kam es in der vergangenen Nacht zu rund 80 Unfälle aufgrund der Glätte – am meisten davon rund um Kiel. Laut Leitstelle Mitte wurde dabei niemand verletzt. Die A1 zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide war in der Nacht für mehrere Stunden gesperrt – ein Lkw war von der Autobahn abgekommen und musste geborgen werden. Die Leitstellen im Land sprechen von einer entspannten Einsatzlage.

Ein Bus steckt in Kiel im Schnee fest.

In Kiel herrscht seit Samstagnachmittag Stillstand im Busverkehr. Der hält auch noch am Sonntag an. Insgesamt spricht die Polizei aber von einer entspannten Einsatzlage.

Schwerverletzte Autofahrerin nach Glätteunfall bei Anklam

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald kam eine 32-Jährige am frühen Morgen auf der Bundesstraße 110 bei Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit ihrem Wagen auf winterglatter Fahrbahn ins Schleudern, prallte gegen einen Baum und rutschte in einen Straßengraben. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Frau in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Der Rettungsdienst brachte sie mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen, darunter mehrere Frakturen, in ein Krankenhaus. Für die Dauer der Unfallaufnahme wurde die B110 zeitweise voll gesperrt.

Ein Auto fährt über eine vereiste Straße, am Straßenrand warnt ein Verkehrsschild vor Glätte. (Themenbild)

Knapp 70 Unfälle mit knapp einer halben Million Euro Schaden: Auch in den kommenden Tagen wird Glatteis erwartet.

Feuerwehr in Hamburg im Dauereinsatz

Fast 300 Mal war die Hamburger Feuerwehr unter dem Stichwort „droht zu fallen“ im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, weil die Schneemassen auf Bäume und Hausdächer drückten. Das wird auch heute noch für viele Einsätze sorgen, prognostiziert der Lagedienst der Feuerwehr. Zudem kam es auf den Straßen zu etlichen Unfällen mit Blechschäden. Verletzt wurde aber niemand. Zu Beeinträchtigungen kommt es weiterhin im Verkehr: Bei der Bahn gibt es Verspätungen und Zugausfälle im Fern- und Regionalverkehr. Auch einige S-Bahn-Linien sind betroffen. Am Hamburger Flughafen läuft der Betrieb wieder weitgehend normal – einige Verbindungen wurden allerdings wetterbedingt gestrichen.

Niedersachsen: Ski-Betriebe geöffnet

Der Wintereinbruch sorgt allerdings nicht nur für Behinderungen. Schon zum Jahreswechsel war in den Wintersportorten im Harz Schnee gefallen. Die ersten Ski- und Rodellifte haben ihren Betrieb aufgenommen. Starker Wind sorgt aber noch für Einschränkungen. Insgesamt spricht der Betriebsleiter der Wurmbergseilbahn, Fabian Brockschmidt, aber von idealen Bedingungen.

Fabian Brockschmidt, Betriebsleiter der Betreibergesellschaft Wurmbergseilbahn

Nur in den Höhen um die 1.000 Meter kämpften die Pistenbetreiber noch mit starken Verwehungen, sagt Fabian Brockschmidt auf NDR Info..

Die Köhlbrandbrücke im Winter.

Wegen glatter Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen. Auch der Räumungsdienst kam zunächst kaum hinterher.

Skilehrer stehen mit Wintersportlern auf einer Skipiste am Wurmberg.

Rechtzeitig vor dem Ferienende in Niedersachsen haben mehrere Lifte und Pisten geöffnet. Am Samstag waren die Parkplätze voll.

 Tannen und eine Landschaft voller Schnee am Oderteich.

Laut Meteorologe Kent Heinemann droht vor allem in den Morgenstunden extreme Glätte. Die Nächte werden kalt, das bedeutet: Der Schnee bleibt erst mal liegen.

Menschen in einer Winterlandschaft.

Scheefall sorgt im Harz und im Nordosten Niedersachsens für glatte Straßen. An der Nordsee gibt es Sturmflut-Warnungen.

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In Schwerin waren die Rodelpisten nach einer Stunde Schneefall schon besetzt. Auf den Straßen kamen Autos in Rutschen.

Ein Polizeiwagen steht vor der wegen Glätte gesperrten Köhlbrandbrücke.

Es gab mehrere Unfälle. Auf der A7 zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn stießen ein Lieferwagen und ein Sattelzug zusammen.

Schnee am Strand bei Norden.

Regen? Schnee? Sonne? Sturm? Hier finden Sie das aktuelle Wetter und die Vorhersage für ganz Norddeutschland.

Eine Frau befreit einen Gehweg vor ihrem Wohnhaus vom Schnee.

Bei Schnee und Eis müssen Anlieger tagsüber die Gehwege vor ihrem Grundstück räumen. Die wichtigsten Regeln im Überblick.

Ein Auto fährt auf einer verschneiten Straße.

Schnee, Eis und glatte Straßen können im Winter zu einer Herausforderung werden. Tipps für sicheres Autofahren.