So 04.01.2026 | 10:48 Uhr
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Alexander Marx – Managing Editor Digital Newsroom
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Quelle: dpa/wetter.com
© picture alliance/dpa/onw-images | Joshua Rzepka
Ein Unfall ereignete sich in Baden-Württemberg auf der Landesstraße 108 zwischen Hornberg in Richtung Schramberg.
Der Winter in Deutschland hat zugeschlagen! Aufgrund von Schneestürmen und Wintergewittern sind zahlreiche Unfälle passiert. Hier gibt’s alle Updates und Infos sowie die weiteren Wetteraussichten.
Schnee und Glätte in Deutschland haben zum Start ins Wochenende für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Es gab hunderte Unfälle auf Straßen und Wegen. Mehrere Personen mussten verletzt in Krankenhäuser eingeliefert werden. Drei Unfälle endeten sogar tödlich. Auch im Bahn- und Flugverkehr kam es zu größeren Problemen.
Und noch ist es mit dem Winterwetter nicht vorbei. Es werden weitere Schneefälle und eisige Temperaturen erwartet. Hier im Ticker erhältst du die wichtigsten Infos zur Winterwetterlage in Deutschland.
Sonntag, 04.01.2026
10:47 Uhr: Glätte sorgt für mehrere Unfälle im Landkreis Oldenburg
Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist es am Wochenende im Landkreis Oldenburg zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen. Dabei wurden insgesamt drei Menschen leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte.
In Wildeshausen kam am Samstag gegen 9:30 Uhr ein 39-jähriger Autofahrer in der Bauerschaft Bühren in einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Ein sieben Jahre alter Mitfahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde vor Ort ambulant behandelt. Der Wagen war nicht mehr fahrbereit, der Schaden wird auf rund 5000 Euro geschätzt.
Gegen 11:10 Uhr rutschte ein 26-Jähriger aus Ganderkesee auf der Huder Straße mit seinem Auto nach rechts von der Fahrbahn und landete im Graben. Der Fahrer verletzte sich leicht und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Viele Glätteunfälle in Niedersachsen
Ein weiterer Unfall ereignete sich gegen 12 Uhr auf der Kreisstraße 228 bei Urneburg. Ein 28-Jähriger konnte sein Fahrzeug wegen Glätte nicht rechtzeitig vor einem geparkten Auto stoppen und wich in den Gegenverkehr aus. Ein entgegenkommender 22-Jähriger bremste mit seinem Wagen stark ab, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Ein nachfolgender 19-Jähriger erkannte dies zu spät und fuhr auf. Der Sachschaden wird auf etwa 8000 Euro geschätzt.
Insgesamt berichten die Polizeileitstellen am Sonntagmorgen von zahlreichen Glätteunfällen im gesamten Bundesland Niedersachsen. Alleine im Einsatzgebiet Hannover gab es laut Polizeiangaben in den letzten 24 Stunden 74 gemeldete Glätteunfälle. Es blieb aber meist bei Blechschäden und kaum verletzten Personen, wie die Polizeileitstellen mitteilten. Sie warnen Autofahrer ausdrücklich vor den winterlichen Bedingungen.
10:29 Uhr: Schnee sorgt für Verspätungen auf Straßen und Schienen
Viele Bus- und Bahnverbindungen in Niedersachsen und Bremen fallen wegen des Schnees aus oder es gibt Verspätungen. Einzelne ICE-Züge auf der Strecke Köln-Hannover-Berlin und der Verbindung zwischen Oldenburg, Bremen, Hannover bis nach Karlsruhe könnten immer wieder ausfallen oder sich verspäten, teilte die Deutsche Bahn mit.
Das Eisenbahnunternehmen Metronom warnte davor, dass es auf ihren Strecken zu Zugausfällen und langen Verspätungen kommen könne. Besonders betroffen sind demnach die Strecken Bremen-Hamburg und Hamburg-Uelzen.
In der Landeshautstadt Hannover standen alle Busse still (siehe Eintrag vom SA., 23:55 Uhr). In Oldenburg wurde der Busverkehr ebenfalls witterungsbedingt zunächst am Samstagnachmittag eingestellt. Am Sonntagvormittag rollten dann wieder die ersten Busse.
09:29 Uhr: Auto prallt bei Glätte gegen Baum – 61-Jähriger stirbt
Leider noch ein tödlicher Unfall: Nachdem sein Auto gegen einen Baum auf einer Straße zwischen Brumby und Neugattersleben (Salzlandkreis) geprallt ist, ist ein 61 Jahre alter Autofahrer ums Leben gekommen. Polizeiangaben zufolge war der Mann am Samstagvormittag unterwegs, als er aus bislang ungeklärter Ursache mit seinem Wagen von der Fahrbahn abkam.
Der Fahrer zog sich schwere Verletzungen zu und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag er später seinen Verletzungen. Nach ersten Einschätzungen gab es winterliche Straßenverhältnisse und Glätte. Eine abschließende Klärung der genauen Unfallursache steht jedoch noch aus.
09:16 Uhr: Tödlicher Unfall bei Zwönitz – Glätte vermutet
Bei einem Verkehrsunfall in Zwönitz (Erzgebirgskreis) ist ein 43-jähriger Autofahrer ums Leben gekommen. Polizeiangaben zufolge war der Mann am Samstagnachmittag in Richtung Elterlein unterwegs, als sein Fahrzeug aus bislang ungeklärter Ursache ins Schleudern geriet, sich drehte und in den Gegenverkehr geriet. Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse könnte den Einsatzkräften zufolge Glätte den Unfall ausgelöst haben.
Der Wagen kollidierte mit dem Auto einer 72-Jährigen, die in der Folge gegen die Leitplanke prallte. Zudem wurde ein dahinter fahrendes Auto eines 47-Jährigen in den Unfall verwickelt. Sowohl das Fahrzeug des 43-Jährigen als auch das des 47-Jährigen landeten im Straßengraben.
Der 43-Jährige und seine 31 Jahre alte Beifahrerin wurden aus dem Auto geschleudert und erlitten lebensbedrohliche Verletzungen. Beide wurden in Krankenhäuser gebracht, der Fahrer erlag den Angaben zufolge dort seinen Verletzungen. Die beiden weiteren Unfallbeteiligten wurden leicht verletzt. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Straße blieb bis in den späten Abend gesperrt.
08:56 Uhr: Lage auf Bayerns Straßen beruhigt sich
Nach zahlreichen Unfällen wegen Schnee und Glätte in den vergangenen Tagen hat sich die Lage auf Bayerns Straßen entspannt. Die Polizeipräsidien meldeten am Sonntagmorgen größtenteils keine besondere Häufung von Glätteunfällen. In Oberfranken mussten Einsatzkräfte laut einer Polizeisprecherin in der Nacht zu 18 witterungsbedingten Einsätzen ausrücken. Zu schwereren Verletzungen oder größeren Schäden sei es allerdings nicht gekommen.
Vor allem am Freitag hatte es auf schneeglatten Straßen gekracht, wie wir bereits hier im Ticker berichtet haben. Am Freitagabend war etwa ein mit 20 Tonnen Lachs beladener Lastwagen auf der schneebedeckten Autobahn 93 ins Schleudern geraten und umgekippt. Die Ladung verteilte sich auf der Fahrbahn, sieben weitere Autos stießen beim Versuch, dem Unfall bei Wernberg-Köblitz (Landkreis Schwandorf) auszuweichen, zusammen. Die Autobahn wurde rund zwölf Stunden lang gesperrt.
08:22 Uhr: Winterchaos in Hamburg – Hauptbahnhof lahmgelegt
Am Samstagabend hat heftiger Schneefall die Hansestadt Hamburg in eine Winterlandschaft verwandelt und dabei große Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt. Der Hamburger Hauptbahnhof, einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Norddeutschlands, wurde zum Nadelöhr für tausende Reisende. Laut Deutscher Bahn kam es aufgrund des Wetters zu zahlreichen Störungen an Oberleitungen und Weichen. Züge fielen aus oder kamen mit stundenlanger Verspätung. Für viele Fahrgäste bedeutete das: Stillstand statt Heimfahrt.
Die Lage spitzte sich am späten Abend weiter zu: Hunderte Passagiere strandeten am Hauptbahnhof – ohne Klarheit, wie es weitergeht. Trotz der angespannten Situation war die Stimmung nicht durchgehend angespannt: Als ein verspäteter Zug schließlich doch noch in den Bahnhof einfuhr, wurde er von Wartenden mit lautem Jubel empfangen.
Gefährliche Glätte: Polizei sperrt Bahnhofsvorplatz
Auch vor dem Bahnhof herrschte Alarmstufe Glatt: Auf dem Parkplatz vor dem Gebäude bildete sich eine durchgehende Eisschicht. Die Polizei reagierte und sperrte den Bereich kurzfristig ab. Offenbar war der Streudienst nicht rechtzeitig aktiv geworden. Die Kombination aus überfrierender Nässe und Neuschnee verwandelte den Asphalt in eine gefährliche Rutschfläche.
Laut Deutschem Wetterdienst bleibt die Wetterlage in der Region Hamburg angespannt. Weitere Schneefälle und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sorgen weiterhin für Glättegefahr – auch am Sonntagmorgen und im späteren Tagesverlauf. Reisenden wird empfohlen, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Fahrplanänderungen zu informieren und ausreichend Zeit einzuplanen. Wer kann, sollte nicht unbedingt notwendige Fahrten verschieben.
03:11 Uhr: Autofahrer erfasst Polizisten auf glatter Straße
Ein Polizist ist von einem Auto auf glatter Straße angefahren und leicht verletzt worden. Der 20 Jahre alte Autofahrer habe das Stauende hinter einem Unfall auf der Bundesstraße 9 bei Lingenfeld (Kreis Germersheim) in Rheinland-Pfalz übersehen, wie die Polizei mitteilte. Bei seinem Ausweichmanöver am Samstag erfasste der Mann dann mit seinem Wagen einen 27 Jahre alten Polizisten. Dieser habe gerade auf der Bundesstraße unweit der Grenze zu Baden-Württemberg einen Unfall abgesichert, hieß es.
Zudem prallte der 20-Jährige mit seinem Wagen gegen den Streifenwagen, der mit eingeschaltetem Blaulicht am Fahrbahnrand stand. Die Straße war zu diesem Zeitpunkt laut den Ermittlern glatt. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 20.000 Euro.
Samstag, 03.01.2026
23:55 Uhr: Schneewalze legt Hannover lahm – Busverkehr eingestellt, Unfallserie in kurzer Zeit
Eine dichte Schneewalze hat Hannover am Samstagabend überraschend fest im Griff gehabt. Innerhalb kurzer Zeit verwandelten sich die Straßen der niedersächsischen Landeshauptstadt in spiegelglatte Rutschbahnen. Gegen 22 Uhr reagierten die Verkehrsunternehmen: Der gesamte Busverkehr wurde bis auf Weiteres eingestellt.
Allein zwischen 21 und 23 Uhr meldete die Polizei fast 30 Verkehrsunfälle im Stadtgebiet. Die Ursache: Neuschnee, der auf bereits gefrorenem Untergrund fiel – in Kombination mit überfrierender Nässe ein gefährlicher Cocktail für den Straßenverkehr. Glücklicherweise blieb es in den meisten Fällen bei Sachschäden.
Auch auf den umliegenden Autobahnen kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Lkw blieben liegen, der Verkehr floss teilweise nur im Schritttempo. Die Straßenmeistereien rückten im Dauertakt aus, um Hauptstraßen und Autobahnabschnitte befahrbar zu halten. Die Polizei appellierte an Autofahrer, nicht zwingend notwendige Fahrten zu verschieben und die Winterausrüstung zu überprüfen.
Wetterlage bleibt angespannt
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiterhin vor Glättegefahr in Niedersachsen. Die Stadtverwaltung Hannover bittet die Bevölkerung um erhöhte Vorsicht und empfiehlt, auf das Auto möglichst zu verzichten. Auch am Sonntagvormittag ist mit Einschränkungen im ÖPNV zu rechnen. Wer unterwegs sein muss, sollte genügend Zeit einplanen und besonders umsichtig fahren.
21:59 Uhr: Störungen im Zug- und Flugverkehr
Im Raum Bremen ist es am Samstag zu starken Beeinträchtigungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn gekommen, es gab Verspätungen von einer Stunde und Ausfälle von Verbindungen.
Am Flughafen Düsseldorf konnten am Samstagnachmittag für 40 Minuten keine Flugzeuge starten oder landen. Die Piste wurde nach Angaben eines Sprechers komplett vom Schnee befreit.
15:33 Uhr: Störungen im Bahnverkehr durch Eis und Schnee
Schnee und Eis sorgen im Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen für massive Einschränkungen. Im Raum Bremen kommt es zu starken Beeinträchtigungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn. Betroffen sind die Verbindungen von Norddeich Mole nach Bremen und Hannover, von Bremerhaven-Lehe nach Hannover sowie die Strecke von Osnabrück nach Bremen und Bremerhaven-Lehe, wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilt. Es komme zu Verspätungen, auch Teilausfälle seien möglich. Fahrgäste müssten mit einer Reisezeitverlängerung von etwa 60 Minuten rechnen.
Auch beim Eisenbahnunternehmen Metronom gibt es Einschränkungen. Angesichts der aktuell hohen Neuschneemengen stießen die Weichenheizungen zunehmend an ihre technischen Grenzen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Schnee könne nicht mehr vollständig abgetaut werden und gefriere in vielen Fällen unmittelbar erneut. Weichen und Signale fielen vereinzelt aus.
Auch sei in zahlreichen Landkreisen und Städten der Busverkehr eingestellt worden, da die Straßenverhältnisse ein sicheres Fahren nicht mehr zuließen, teilte das Unternehmen weiter mit. Fahrgäste sollten deutlich mehr Zeit einplanen und sich über die aktuelle Lage informieren.
14:54 Uhr: Winter siegt über Winterdienst – Schneepflug verunglückt in Wuppertal
Am Samstagmittag ist es in Wuppertal-Langerfeld zu einem schweren Unfall im Winterdiensteinsatz gekommen: Gegen 12:30 Uhr verlor ein Schneepflug-Fahrer auf einer vereisten Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der kleinere Räumdienstwagen rutschte eine Böschung hinab, durchbrach ein Gebüsch und kippte auf einem Fußweg auf die Seite.
Der Schneepflug wurde von einer Laterne gestoppt. Der Fahrer wurde in seiner Kabine eingeschlossen und konnte sich nicht selbst befreien. Die herbeigerufene Feuerwehr musste zunächst den glatten Fußweg per Hand abstumpfen, bevor die Rettung beginnen konnte. Erst danach gelang es den Einsatzkräften, zum Fahrzeug vorzudringen und den schwer verletzten Mann zu befreien.
Rettung und Bergung mit großem Aufwand
Der 23-jährige Fahrer wurde nach der Rettung an den Rettungsdienst übergeben und sofort in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr besteht ersten Angaben zufolge nicht. Glück im Unglück: Aus dem Fahrzeug liefen keine Betriebsstoffe aus, sodass keine Umweltgefahr bestand.
Die Bergung des verunglückten Schneepflugs gestaltet sich aufwendig. Das Fahrzeug hatte sich in der Leitplanke verkeilt, ein Kran soll im Laufe des Tages zum Einsatz kommen, um das Räumfahrzeug zu heben. Teile des Streuguts waren bereits auf die Böschung gerutscht.
Polizei ermittelt zur Unfallursache
Die Polizei hat Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Fest steht: Die Straßen in dem betroffenen Stadtteil waren zum Unfallzeitpunkt stark vereist – auch unter der Schneedecke.
14:46 Uhr: Noch mehr Glätteunfälle in Rheinland-Pfalz
Auf der K 119 zwischen Schloßheck und Lünebach hat sich eine 20-jährige Fahrerin bei Schnee und Glätte mit ihrem Wagen überschlagen, wie die Polizeiinspektion Prüm mitteilte. Das Auto blieb auf dem Dach liegen. Die Frau wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
In Gondenbrett (Eifelkreis Bitburg-Prüm) geriet eine 40-jährige Fahrerin auf abschüssiger Straße ins Rutschen und prallte auf einen hohen Bordstein. Die Frau wurde ebenfalls leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
14:37 Uhr: Winterchaos auf dem Rückweg: Schneefall bringt Urlauber in Ostfriesland zum Stillstand
Was für viele Urlauber als entspannte Heimfahrt von den Ostfriesischen Inseln geplant war, entwickelte sich in der Nacht auf Samstag zu einem echten Geduldsspiel. Starker Schneefall hat in kürzester Zeit die Straßen im Norden Deutschlands in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Besonders betroffen: die Bundesstraßen rund um Norddeich.
Viele Autofahrer saßen stundenlang in ihren Fahrzeugen fest. Ein Beispiel: Die Strecke von Norddeich nach Gelsenkirchen, die unter normalen Bedingungen in etwa zwei Stunden zu bewältigen ist, dauerte für einen Reisenden ganze vier Stunden. Grund dafür waren nicht nur die glatten Straßenverhältnisse, sondern auch zahlreiche liegengebliebene Fahrzeuge, die für zusätzliche Verzögerungen sorgten.
Zwischen Frust und Galgenhumor
Die Reaktionen auf das Schneechaos waren gemischt: Während einige Fahrer ihrem Frust lautstark Luft machten, nahmen andere das Wetterchaos mit Humor. Viele waren zumindest vorbereitet – Winterreifen und warme Kleidung erwiesen sich als unverzichtbar. Die weiße Pracht sorgte trotz allem auch für einige skurrile Momente auf den verschneiten Fahrbahnen.
Die plötzliche Wetterverschlechterung hatte sich bereits in den Tagen zuvor angekündigt. Eine Kaltfront mit Schneeschauern aus Nordwest hatte weite Teile Norddeutschlands erfasst und brachte neben Schneefall auch glatte Straßen, besonders in den frühen Morgenstunden. Auch in den kommenden Tagen sollten Reisende die Wetterlage im Auge behalten, erneute winterliche Verhältnisse werden erwartet.
14:31 Uhr: Zehntausende frieren in Berlin ohne Strom
Am Samstagmorgen ist es im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Rund 45.400 Haushalte sowie etwa 2200 Gewerbekunden waren zeitweise ohne Elektrizität. Auch Krankenhäuser und Pflegeheime waren betroffen, einzelne Einrichtungen mussten vorsorglich evakuiert werden. Polizei und Feuerwehr gehen derzeit von einem gezielten Anschlag aus.
Die Feuerwehr wurde gegen 6:12 Uhr alarmiert, nachdem ein Zeuge Flammen in einem Baucontainer über dem Teltowkanal gemeldet hatte. Das Feuer griff auf eine Kabelbrücke über, auf der mehrere Stromleitungen verlaufen, die das Kraftwerk Lichterfelde versorgen. Durch den Brand wurden wichtige Leitungen beschädigt und die Stromversorgung in weiten Teilen des Bezirks unterbrochen.
Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren, das Technische Hilfswerk sowie weitere Hilfsorganisationen sind seitdem mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zu den Aufgaben gehörten unter anderem die Befreiung von Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen sowie die Sicherstellung der Atemversorgung von Patientinnen und Patienten, die zu Hause medizinisch betreut werden.
Stromversorgung soll schrittweise wiederhergestellt werden
Die Reparaturarbeiten an der beschädigten Infrastruktur werden voraussichtlich den gesamten Tag andauern. Nach Angaben der Einsatzkräfte soll die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt werden, ein Großteil der Haushalte könnte demnach bis etwa 18:30 Uhr wieder ans Netz gehen. Ein genauer Zeitpunkt für die vollständige Wiederherstellung ist jedoch noch unklar.
Währenddessen untersuchen Kriminaltechniker die Brandstelle. Die Ermittlungen zur Ursache des Feuers laufen auf Hochtouren. Die Lage bleibt angespannt, weitere Details wollen Polizei und Feuerwehr im Laufe des Tages bekannt geben.
14:20 Uhr: Betrunkener Lkw-Fahrer schläft trotz Unfall – Feuerwehr muss Scheibe einschlagen
Am Samstagmorgen gegen 6:25 Uhr meldete ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer einen verdächtig stehenden Lkw auf dem neuen Teilstück der Osttangente in Ahlen. Der Laster stand unbeleuchtet und ohne Warnsignale am Fahrbahnrand – offenbar bereits seit Stunden. Die Fahrbahn war zu diesem Zeitpunkt glatt und schneebedeckt, was möglicherweise zum Unfall beitrug. Der Lkw war auf eine Leitplanke aufgefahren und hatte sich darin verkeilt.
Polizeibeamte entdeckten den Fahrer regungslos im Führerhaus. Weil er auf keinerlei Klopfzeichen reagierte, wurde ein medizinischer Notfall vermutet. Die Feuerwehr rückte an, doch auch sie konnte den Mann nicht wecken. Selbst lautes Hämmern mit einer Brechstange blieb wirkungslos. Erst als die Einsatzkräfte die Seitenscheibe der Beifahrertür einschlugen, wachte der Fahrer – ein 23-Jähriger aus der Region – auf, wirkte aber völlig desorientiert.
Alkoholtest positiv – leere Flaschen im Führerhaus
Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen positiven Befund. Im Lkw wurden zudem mehrere leere Alkoholflaschen und Dosen gefunden. Der Fahrer blieb körperlich unverletzt, wurde im Rettungswagen medizinisch untersucht und anschließend zur Polizeiwache gebracht, wo eine Blutprobe entnommen wurde.
Die Bergung des Lkw gestaltete sich kompliziert: Die Zugmaschine war tief in die Leitplanke verkeilt, sodass ein Kran eingesetzt werden musste, um das Fahrzeug anzuheben. Während des Einsatzes musste die Osttangente vollständig gesperrt werden.
14:03 Uhr: Winterdienst in Hamburg im Volleinsatz
Kräftiger Schneefall in Hamburg: Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg befindet sich im Volleinsatz. 728 Kräfte und etwa 360 Fahrzeuge sind nach Angaben vom Samstagmorgen unterwegs, um zu streuen und zu räumen. Weitere Unterstützung soll dazukommen: „Wir stocken gerade noch auf“, sagte der Sprecher der Stadtreinigung, Kay Goetze, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gucken, dass wir Kollegen aus der Müllabfuhr hinzuziehen können.“
Es kam in Hamburg zu überfrierender Nässe. Gestreut wird den Angaben zufolge auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr, Busbuchten, Zebrastreifen sowie auf einem ausgewählten Radwegenetz. Trotz des Einsatzes könne es weiter glatt sein, alle Verkehrsteilnehmer seien um Vorsicht gebeten. Für das Räumen und streuen der Gehwege, die nicht in der Zuständigkeit der Stadtreinigung liegen, seien die Anlieger verantwortlich.
Mehrere Fahrzeuge nebeneinander im Einsatz
„Wir haben wieder richtig viel Niederschlag gehabt, also mehrere Zentimeter“, sagte der Sprecher der Stadtreinigung weiter. Es sei so viel nachgekommen, dass ein zweiter Streu- und Räumdurchgang notwendig gewesen sei. „Wir werden einige Hauptstraßen im Räumverbund fahren“, erklärte Goetze. Das bedeute, dass mehrere Räumfahrzeuge nebeneinander fahren. „Das hat man auch nicht so oft.“ Derzeit klinge es etwas ab, aber man rechne mit neuem Schnee. Auch in den kommenden beiden Nächten sei volle Einsatzbereitschaft ausgerufen. „Wir sind auf alles vorbereitet.“
13:58 Uhr: Probleme auf Autobahnen und Bahnstrecken in Brandenburg
Brandenburg versinkt im Schnee, der Winterdienst ist voll ausgelastet und teils auch überfordert. Seit den frühen Morgenstunden fiel in weiten Teilen des Landes anhaltend Schnee. Auf Autobahnen ging stellenweise kaum noch etwas: Fahrzeuge kamen teils nur mit rund 30 km/h voran. Auf der A10 kam es bei Ferch zu einem Lkw-Unfall auf der rutschigen Fahrbahn, der den Verkehr zusätzlich ausbremste. Die Feuerwehr war im Einsatz, um ausgelaufene Betriebsmittel auf der verschneiten Autobahn aufzunehmen und die Fahrbahn schnell wieder freizugeben.
Auch in Falkensee sorgt der Wintereinbruch für glatte Straßen und Verkehrsprobleme. Der Winterdienst ist vielerorts im Dauereinsatz, kommt aber kaum hinterher. Beeinträchtigungen gab es zudem auf den Bahnstrecken. Unter anderem war die Strecke Berlin – Hamburg betroffen.
Winterdienst laut Ministerium gut gerüstet
Angesichts weiterer Schneefälle sieht das Verkehrsministerium in Brandenburg den Winterdienst jedoch gut gerüstet. „Die Teams in den 33 Straßenmeistereien sind im Schichtsystem vom frühen Morgen bis zum späten Abend im Einsatz“, teilte Minister Detlef Tabbert mit. Der Deutsche Wetterdienst hat weiteren Schneefall und Schneeschauer im Osten Deutschlands angekündigt. Sie könnten mit kurzfristigem Tauwetter und erneutem Frost zu gefährlicher Straßenglätte führen, warnte Tabbert.
Die Straßenmeistereien betreuen außerhalb von Ortschaften laut Ministerium rund 6300 Kilometer Bundes- und Landesstraßen, rund 205 Kilometer Kreisstraßen für die Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree sowie weitere 1700 Kilometer innerörtliche Verbindungen im Auftrag von fast 200 Kommunen. Sie sind zudem für 1457 Kilometer Radwege zuständig. Um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien, können mehr als 250 Streu- und Räumfahrzeuge für den Winterdienst eingesetzt werden. An Steigungen stehen mehr als 500 Boxen mit Streugut bei Glätte bereit.
13:45 Uhr: Weitere Unfälle in Baden-Württemberg gemeldet
In Ellwangen im Ostalbkreis ist ein 67-Jähriger schwer verletzt worden, als er am Freitagnachmittag auf einem Radweg mit seinem Pedelec auf der schneebedeckten Straße ins Rutschen kam und stürzte. Ein 20-Jähriger kam mit einem Streufahrzeug in Kernen (Rems-Murr-Kreis) in der Nacht von der Straße ab, das Fahrzeug kippte dabei auf die Seite.
Bei Schnee und Glätte kam es auch im Landkreis Schwäbisch Hall zu mehreren Unfällen. In Kirchberg an der Jagst wurde ein 27-Jähriger leicht verletzt, als er am Freitagabend mit seinem Wagen ins Rutschen kam. Sein Auto blieb laut Polizeiangaben in einem Böschungsbereich liegen.
Kurz danach kam ein 28-Jähriger auf der Autobahn 6 bei Braunsbach ins Schleudern, bei dem Unfall wurde der 25-jährige Mitfahrer leicht verletzt.
11:11 Uhr: Hunderte Unfälle auf glatten Straßen in Rheinland-Pfalz
Der Wintereinbruch hat in Rheinland-Pfalz zu zahlreichen Unfällen auf glatten Straßen geführt. Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westpfalz sei es zu 106 Verkehrsunfällen seit Freitagnachmittag gekommen, teilte die Polizei mit. Der überwiegende Großteil der Unfälle sei jedoch weitgehend glimpflich verlaufen: Elf Personen seien leicht verletzt worden, bei den übrigen Unfällen sei es bei Sachschäden geblieben.
Die Hälfte der Unfälle ereignete sich demnach im Stadtgebiet Kaiserslautern. Auf der Brandenburger Straße habe sich etwa ein Fernreisebus festgefahren, der die südliche Stadteinfahrt am Abend blockiert habe. Auch die Landstraße zum Stadtteil Dansenberg sei für mehrere Stunden blockiert gewesen. Erst ab Mitternacht habe sich die Verkehrslage wieder beruhigt. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro.
Linienbus rutscht in Mainz beinahe auf Straßenbahnschienen ab
Die Polizei Mainz zählte seit Freitagmittag 50 Verkehrsunfälle. Dabei seien zwei Personen leicht verletzt worden, so ein Sprecher der Polizei. Kurz nach Mitternacht musste zudem die Feuerwehr ausrücken, um einen Linienbus vor dem Umkippen zu sichern. Der Bus sei auf einem Steigungsstück im Stadtteil Marienborn auf der spiegelglatten Fahrbahn ins Rutschen gekommen, teilte die Feuerwehr mit. Dabei sei die Hinterachse von der Fahrbahn abgekommen und der Bus habe sich gefährlich in Richtung der tieferliegenden Straßenbahngleise geneigt.
Zum Zeitpunkt des Unfalls hätten sich keine Fahrgäste in dem Linienbus befunden. Aufgrund einer zentimeterdicken Eisschicht konnte die Feuerwehr demnach nicht bis zum Unfallort fahren. Mithilfe eines Erdankers und eines Handzugs sei der Bus gegen das Abrutschen gesichert worden. Die Mainzer Verkehrsgesellschaft habe eine Bergung in Auftrag gegeben, so die Feuerwehr weiter.
Hund von eisiger Autobahn gerettet
Im Bereich Ludwigshafen wurden nach Polizeiangaben fünf Menschen bei insgesamt 31 witterungsbedingten Unfällen verletzt. Davon sei eine Person bei einem Unfall im Stadtgebiet Ludwigshafen schwer verletzt worden. Zudem seien vier Personen bei zwei Verkehrsunfällen auf der A6 bei Grünstadt leicht verletzt worden. Wegen der beiden glättebedingten Auffahrunfälle sei die Autobahn in Fahrtrichtung Mannheim für mehrere Stunden gesperrt worden. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 100.000 Euro.
Nur rund 30 Kilometer weiter rettete die Polizei am frühen Morgen einen Hund von der A6. Das Tier habe auf dem Seitenstreifen gesessen und bei winterlichen Verhältnissen auf Hilfe gewartet, so die Autobahnpolizei. Die Beamten hätten den Hund gesichert und einer Tierschutzorganisation übergeben.
Das Polizeipräsidium Koblenz registrierte den Angaben zufolge 61 witterungsbedingte Unfälle im eigenen Zuständigkeitsbereich. Dabei seien neun Menschen verletzt worden, davon zwei schwer. Die übrigen sieben Verletzten hätten leichte Verletzungen davongetragen. Der entstandene Sachschaden liege Schätzungen zufolge ebenfalls im sechsstelligen Bereich.
11:01 Uhr: Mehrere Verletzte im Südwesten
Bei Schnee und Glätte ist es in Baden-Württemberg zu Unfällen mit mehreren Verletzten gekommen. Im Neckar-Odenwald- und im Main-Tauber-Kreis rückte die Polizei nach eigenen Angaben seit Freitagabend zu 46 Einsätzen aus. Auf glatter Straße geriet etwa in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) ein Fahrer mit seinem Auto in den Gegenverkehr. Sein Wagen stieß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der Beifahrer erlitt laut Polizei vermutlich einen Beckenbruch und kam in ein Krankenhaus. Bei anderen Unfällen rutschten Lastwagen quer über die Straße und kamen zum Stehen – was teils zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.
Fahrer fährt nach Unfall weiter zur Arbeit
Ein 34 Jahre alter Fahrer kam auf der Bundesstraße 30 bei Ravensburg am Freitagabend von der Straße ab. Den Angaben nach fuhr er zu schnell auf der schneeglatten Fahrbahn und sein Wagen prallte gegen eine Leitplanke. Obwohl das Fahrzeug stark beschädigt war, fuhr der Mann weiter zu seiner Arbeit. Erst später meldete er den Unfall bei der Polizei.
Im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm kam es in der Nacht bis zum Morgen zu rund 25 Unfällen auf glatten Straßen. Ein Mensch sei dabei leicht verletzt worden, teilte ein Sprecher der Polizei mit.
Auch der Bodenseekreis war von den winterlichen Straßenverhältnissen betroffen. In der Nacht verlor ein 34 Jahre alter Fahrer auf der Bundesstraße 31 bei Friedrichshafen die Kontrolle über sein Auto und prallte frontal gegen die Mittelschutzplanke. Den Angaben zufolge war der Mann nach dem Schneefall zu schnell unterwegs. Sein Auto war auf der Hinterachse noch mit Sommerreifen ausgestattet.
10:25 Uhr: Unfälle und Sperrungen im Norden
Auf glatten Straßen nach Schneefall und Eis ist es am Freitag und in der Nacht in Hamburg und Schleswig-Holstein zu zahlreichen Verkehrsunfällen gekommen. Nach Angaben mehrerer Polizeileitstellen handelte es sich überwiegend um Glätteunfälle mit
Blechschäden, größere Personenschäden blieben in den meisten Fällen aus.
Am Freitagnachmittag wurde die A7 ab Henstedt-Ulzburg in Richtung Hamburg wegen extremer Glätte voll gesperrt, nachdem sich ein Auto gedreht hatte und eine Eisschicht auf der Fahrbahn festgestellt wurde. Nach Streuarbeiten wurde die Strecke gegen 20 Uhr wieder freigegeben, wie die Polizei mitteilte. Auch die A23 war zwischen Pinneberg-Süd und Halstenbek/Rellingen zeitweise voll gesperrt und wurde erst gegen 21:30 Uhr wieder für den Verkehr geöffnet.
Linienbus landet im Graben
Im Kreis Pinneberg kam es am frühen Morgen in Klein Nordende zu einem Unfall. Ein Linienbus rutschte auf glatter Fahrbahn von der Straße und landete in einem Graben, wie die Polizei mitteilte. Der Busfahrer und drei Fahrgäste blieben unverletzt. Für die Bergung wurde die B431 auf Höhe des Sandwegs voll gesperrt, eine Umleitung ist eingerichtet.
Dach einer Tennishalle in Hamburg-Osdorf eingestürzt
In Hamburg-Osdorf kam es zu einem weiteren winterbedingten Vorfall. Nach Polizeiangaben stürzte am Freitagabend das Dach einer Tennishalle am Hemmingstedter Weg unter der Last der Schneemassen ein. Menschen wurden nicht verletzt, die Statik des Gebäudes wird nun geprüft.
Polizei und Wetterdienste warnen weiterhin vor Glätte und rufen dazu auf, die Geschwindigkeit den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen.
10:11 Uhr: Jede Menge Unfälle auch in Bayern
Auf Straßen mit winterlichen Verhältnissen ist es in Bayern zu zahlreichen Unfällen gekommen. Vor allem am Freitag krachte es auf schneeglatten Straßen, in der Nacht beruhigte sich die Lage allmählich, wie die bayerischen Polizeipräsidien am Morgen mitteilten. Vielfach kamen Autos von der Straße ab, prallten gegen Bäume und Verkehrsschilder oder gerieten in den Gegenverkehr. In den meisten Fällen blieb es Polizeiangaben zufolge bei Blechschäden oder leichten Verletzungen.
Auf der schneebedeckten Autobahn 93 in der Oberpfalz geriet laut Polizei ein mit 20 Tonnen Lachs beladener Lastwagen ins Schleudern und kippte um (siehe Eintrag um 7:10 Uhr). Bei einem Unfall im oberpfälzischen Landkreis Amberg-Sulzbach wurden am Freitagabend laut Polizei vier Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Ein 30-Jähriger war mit seinem Auto bei Schnee auf der Bundesstraße 85 nahe Kümmersbruck ins Schleudern geraten. Dabei stieß das Auto mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen, der durch die Kollision von der Fahrbahn geschleudert wurde. Der 30-Jährige und eine Frau im entgegenkommenden Wagen wurden laut Polizei schwer verletzt. Zwei weitere Frauen kamen mit mittelschweren und leichten Verletzungen ins Krankenhaus.
Unfall mit acht Autos in Oberfranken
In Oberfranken zählte die Polizei am Freitag rund 139 witterungsbedingte Unfälle. In Bamberg rückte die Polizei von Freitag auf Samstag zu rund zwei Dutzend Unfällen aus. Auch in den Landkreisen Wunsiedel im Fichtelgebirge, Hof und Forchheim berichtete die Polizei von mehreren Unfällen.
Auf der A93 bei Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) etwa stießen laut Polizei acht Autos zusammen. Demnach geriet der Wagen eines 50-Jährigen auf der verschneiten Fahrbahn ins Rutschen und drehte sich. Sieben weitere Fahrzeuge konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren einander auf. Ein Beteiligter kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.
Im mittelfränkischen Landkreis Ansbach stieß ein Linienbus auf einer bergigen, mit Schneematsch bedeckten Straße mit einem Kleintransporter zusammen. Der Fahrer des Kleintransports kam nach dem Unfall bei Burk mit Verdacht auf einen gebrochenen Arm ins Krankenhaus.
17-Jähriger verunfallt mit Wagen des Vaters
Im nördlichen Oberbayern prallte ein 17-Jähriger ohne Führerschein mit dem Auto seines Vaters gegen die Mittelleitplanke. Der Jugendliche hatte laut Polizei auf der A93 am Dreieck Holledau auf der winterglatten Fahrbahn die Kontrolle über den Wagen verloren. Er wurde laut Polizei leicht an der Hand verletzt.
Im Landkreis Rosenheim ereigneten sich am späten Freitagabend innerhalb von rund 45 Minuten laut Polizei drei verschiedene Unfälle wegen Schneefalls und überfrierender Nässe. Laut Polizei waren in allen drei Fällen Fahranfänger mit zu hohem Tempo unterwegs.
09:10 Uhr: Weitere Unfälle wegen Glätte in Niedersachsen
Schnee, Frost und Sturm haben in der Nacht zum Samstag in Niedersachsen und Bremen für gefährliche Straßenverhältnisse gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch für die kommenden Tage vor verbreiteter Glätte, Schneeschauern und teils schweren Sturmböen, insbesondere an der Nordsee und im Harz. In vielen Regionen kam es zu glättebedingten Verkehrsunfällen, meist blieb es bei Blechschäden, wie mehrere Leitstellen der Polizei mitteilten.
Niedersachsen wird derzeit von kalter Luft aus nordwestlicher bis westlicher Richtung beeinflusst. Neben Frost mit Temperaturen bis minus sechs Grad im Binnenland traten zeitweise kräftige Schneeschauer auf. Besonders im Harz fielen teils bis zu 15 Zentimeter Neuschnee, in Staulagen auch mehr. An der Küste wurden stürmische Böen erwartet, örtlich waren sogar schwere Sturmböen möglich.
Zahlreiche Unfälle durch Glätte
Die winterlichen Straßenverhältnisse machten sich in der Nacht deutlich bemerkbar. Polizeileitstellen im ganzen Land berichteten von zahlreichen Glätteunfällen. Allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeileitstelle Oldenburg wurden nach Polizeiangaben 56 glättebedingte Verkehrsunfälle gezählt, überwiegend mit Sachschäden.
Auf der Autobahn 29 bei Oldenburg in Richtung Osnabrück kam ein Autofahrer am Freitagabend auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen die Mittelschutzplanke, wie die Polizei Oldenburg mitteilte. Der Fahrer setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Die Polizei ermittelt wegen Unfallflucht.
Polizei und DWD warnen vor glatten Straßen
Im Landkreis Schaumburg rutschten mehrere Fahrzeuge auf glatten Straßen von der Fahrbahn. Nach Polizeiangaben blieb es in Meerbeck und Stadthagen bei Sachschäden. Ein 19- sowie ein 24-jähriger Autofahrer kamen jeweils witterungsbedingt von der Fahrbahn ab und kollidierten mit einer Hecke sowie einer Grundstücksmauer. Verletzt wurde dabei niemand. Auf der Abfahrt der B65 bei St. Annen in Stadthagen wurde ein Beifahrer eines Pkw bei einem Zusammenstoß mit der Leitplanke leicht verletzt.
Auch im Landkreis Leer, im Raum Emden sowie auf den Autobahnen 28 und 31 verloren mehrere Autofahrer auf winterglatten Fahrbahnen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Dabei kam es zu Kollisionen mit Schutzplanken und Wildzäunen. In Emden überschlug sich ein Wagen und blieb auf dem Dach in einem Graben liegen – verletzt wurde niemand.
Die Polizei appellierte erneut an Verkehrsteilnehmer, ihre Geschwindigkeit den winterlichen Bedingungen anzupassen, ausreichend Abstand zu halten und besonders vorsichtig zu fahren. Laut DWD bleibt die Glättegefahr auch in den kommenden Tagen bestehen, da bei anhaltenden Schneeschauern und Temperaturen um den Gefrierpunkt weiterhin winterliche Straßenverhältnisse zu erwarten sind.
09:01 Uhr: Auf glatter Fahrbahn gerutscht – Lastwagen blockiert A1
Auf der spiegelglatten Fahrbahn der Autobahn 1 ist ein Lastwagen in der Nacht zu Samstag ins Rutschen gekommen und hat die Autobahn in Richtung Bremen blockiert. Nahe Groß Ippener (Kreis Oldenburg) habe der Lastwagen ein LED-Verkehrsschild umgestoßen und sei gegen die Leitplanke geprallt, sagte ein Sprecher der Polizei. Den Angaben zufolge bildete sich ein Stau von zwei bis drei Kilometern. Der Fahrer blieb unverletzt.
Um die Fahrbahn zu räumen, musste die Polizei die Streufahrzeuge durch die Rettungsgasse zu dem Unfallort lotsen. Den Verkehr an dem Lastwagen vorbeizuleiten, sei nicht möglich gewesen. Die Beamten sperrten die Autobahn an der Ausfahrt Groß Ippener. Gegen 03:50 Uhr konnte die Vollsperrung wieder aufgehoben werden, wie die Polizei am Morgen mitteilte.
08:09 Uhr: Winterliche Straßenverhältnisse durch Sturmtief in Sachsen
Schnee und Glätte haben zum Start ins Wochenende in Sachsen für schwere Fahrbedingungen gesorgt. Wie die Polizei mitteilte, war die Autobahn 72 in Fahrtrichtung Zwickau zwischen Chemnitz-Süd und Stollberg-Nord am frühen Morgen für rund eineinhalb Stunden gesperrt. Mehrere Autos und Lkw seien wegen des starken Schneefalls und der Glätte liegen geblieben. Kurz vor 6 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.
Verantwortlich für die winterlichen Verhältnisse ist ein Sturmtief über der Ostsee, das kalte Meeresluft in den Freistaat lenkt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Vorsicht: Heute kann es bei wechselnder bis starker Bewölkung wiederholt zu Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauern kommen! Dabei kann sich örtlich eine dünne Schneedecke bilden, im Erzgebirge sind bis zu zehn Zentimeter Neuschnee möglich. Dazu weht ein teils böiger Westwind, in den Hochlagen auch stürmisch. Im Bergland bleibt es frostig.
07:10 Uhr: Lastwagen mit Lachs kippt um
Bei einem Unfall auf schneebedeckter Fahrbahn ist der Anhänger eines Lastwagens aufgeplatzt und hat seine Lachs-Ladung auf der Autobahn in der Oberpfalz verteilt. Der Lastwagen war am Abend wegen der Straßenverhältnisse auf der A93 bei Wernberg-Köblitz (Landkreis Schwandorf) ins Rutschen geraten und gegen einen Erdwall gefahren, wie die Polizei mitteilte. Der mit 20 Tonnen Fisch beladene Lastwagen kippte zur Seite.
Sieben weitere Autos stießen beim Versuch dem Unfall auszuweichen zusammen. Eine Frau prallte mit ihrem Fahrzeug gegen das Heck des Lastwagens. Wegen des Unfalls war die Autobahn für rund zwölf Stunden gesperrt. Es bildeten sich bis zu fünf Kilometer Stau.
Für die Aufräumarbeiten war auch ein Bergungs- und Entsorgungsteam mit einem Kran und großen Müllcontainern zur Unfallstelle gekommen. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 450.000 Euro. Der Fahrer sei vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort wurden aber keine Verletzungen festgestellt. Auch alle anderen Autofahrer verletzten sich nicht.

Die Ladung eines Lastwagens liegt nach einem Unfall auf der A93 neben der Fahrbahn im Schnee. Quelle: picture alliance/dpa/News5 | Lars Haubner
06:55 Uhr: 15-Jährige bei Unfall auf glatter Straße schwer verletzt
Aufgrund glatter Fahrbahn ist es bei Willstätt (Ortenaukreis) zu einem Verkehrsunfall mit sieben Verletzten gekommen. Beim Abfahren von der Bundesstraße 28 geriet ein 41-jähriger Fahrer auf die Gegenfahrbahn, wie die Polizei berichtete. Durch einen fast frontalen Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Auto wurde ein 15 Jahre altes Mädchen schwer verletzt. Der 41-Jährige und zwei weitere Insassen wurden leicht verletzt. Im entgegenkommenden Wagen wurden demnach ebenfalls drei Personen leicht
verletzt. Alle Verletzten wurden in ein nahes Krankenhaus gebracht.
Ein bei dem Unfall am Freitagabend entlaufener Hund wurde von Polizisten wieder eingefangen. Der kleine Mischling erfreue sich „bester Betreuung auf der Polizeiwache“, teilte die Polizei am frühen Morgen mit.
Die Ermittler schätzen den entstandenen Sachschaden des Unfalls auf rund 50.000 Euro.
06:42 Uhr: Viele Unfälle durch glatte Straßen in Mecklenburg-Vorpommern
Dutzende Unfälle hat es auf den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern wegen Schnee- und Eisglätte gegeben. Dabei wurden neun Menschen leicht verletzt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf mehr als 430.000 Euro.
In der Nacht ereigneten sich östlichen Landesteil zwölf Unfälle, wie das Präsidium in Neubrandenburg mitteilte. Ein 35 Jahre alter Autofahrer habe etwa bei Kramerhof (Landkreis Vorpommern-Rügen) wegen der glatten Fahrbahn nicht mehr rechtzeitig bremsen können und fuhr über eine Verkehrsinsel. Der Mann erlitt leichte Verletzungen.
Das Präsidium in Rostock zählte für den westlichen Landesteil in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 57 Unfälle. Davon ereigneten sich neun auf Autobahnen. Auf der A 19 krachte es gleich zweimal nur wenige Minuten hintereinander: Zunächst prallte ein Lastwagen bei Dobbin-Linstow (Landkreis Rostock) in die Leitplanke. Nur acht Minuten später fuhr ein Wagen nahe des rund 20 Kilometer entfernten Güstrow (Landkreis Rostock) ebenfalls gegen eine Leitplanke. Laut Polizei war bei beiden Unfällen die Fahrbahn komplett mit Schnee bedeckt.
05:45 Uhr: Querstehende Lkw sorgen für Chaos bei Herford
Eis und Schnee haben in der Nacht zum Samstag auf der A2 bei Herford für ein Verkehrschaos gesorgt. Auf spiegelglatter Fahrbahn stellten sich zahlreiche Lkw quer, die Lkw kamen nicht voran. Die Autobahn war stundenlang blockiert. Für viele Autofahrer wurde die Nacht zum Albtraum, teilweise standen sie zwei Stunden im Stau.
Die Polizei war im Dauereinsatz. Besonders am Herforder Berg habe sich eine dicke Eisplatte gebildet, sagte ein Polizist. „Dadurch ist es jetzt auch zu einem großen Verkehrschaos gekommen“, erklärt er. Stundenang bemühte sich die Polizei, das Chaos zu bewältigen. Problem: Viele Lkw-Fahrer versuchen, auf andere Spuren auszuweichen. „Einer bleibt liegen auf dem rechten Fahrstreifen, dann einer in der Mitte“, beschrieb die Polizei die Situation. So blockieren die Lkw schnell alle drei Spuren.
02:40 Uhr: Dutzende Fahrzeuge bleiben in Hamburg auf Brücke hängen
Dutzende Lastwagen und Autos sind wegen der glatten Fahrbahn auf der Köhlbrandbrücke in Hamburg hängengeblieben und haben ein Verkehrschaos verursacht. Die Fahrzeuge seien wegen der winterlichen Bedingungen nicht mehr die Brücke nach oben gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Ein Lastwagen sei auch ins Rutschen gekommen und habe sich quergestellt. Die Beamten hätten am Freitagnachmittag rund sechs Stunden damit verbracht, den Verkehr zu regeln.
Da auf der Brücke nichts mehr weiterging, habe sich ein Stau gebildet. Einige Fahrzeuge auf der Brücke versuchten, rückwärts zu fahren oder im Gegenverkehr zu wenden. Zwischenzeitlich zählten die Beamten etwa 30 bis 40 Lastwagen auf der Brücke. Zu Beginn des Einsatzes seien es noch deutlich mehr gewesen, sagte der Sprecher. Erst als der Winterdienst die Brücke erreichte und von Eis befreite, konnte der Verkehr wieder rollen. Verletzt wurde niemand. Auch Sachschäden seien laut Polizei nicht entstanden.
Freitag, 02.01.2026
22:30 Uhr: Toter und Schwerverletzter bei Unfall mit Müllfahrzeug
Auf schneebedeckter Straße ist im Saarland ein Müllfahrzeug umgekippt – der Fahrer erlitt dabei nach Polizeiangaben tödliche Verletzungen. Wie die Feuerwehr unter anderem mitteilte, wurde der 33-Jährige bei dem Unfall am Freitagnachmittag zwischen Klarenthal und Velsen in der Nähe von Saarbrücken unter der Fahrerkabine eingeklemmt. Er erlag noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte seinen Verletzungen.
Der Beifahrer wurde lebensbedrohlich verletzt. Demnach wurde er zunächst von einem Ersthelfer vor Eintreffen der Rettungskräfte aus der Fahrerkabine befreit und anschließend ins Krankenhaus gebracht.
Die Polizei geht einem Sprecher zufolge davon aus, dass der Fahrer des Lastwagens wegen der Witterungsverhältnisse die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. Es geriet ins Schleudern und kippte an einer Böschung um. Aufgrund der erheblichen Schneeglätte an der
Einsatzstelle musste die Fahrbahn mehrmals durch Räumfahrzeuge geräumt und gestreut werden, wie es hieß. Die L163 wurde für den Einsatz sowie für die Folgemaßnahmen zur Bergung des Lkw voll gesperrt.
Insgesamt wurden der Polizei bis zum Abend 73 Unfälle gemeldet, Ursache war vor allem Glätte durch Schnee und Eis. Dabei habe es noch einige Leichtverletzte gegeben, überwiegend aber Blechschäden. Im Busverkehr kam es zu Behinderungen.
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