Der Düsseldorfer Mieterverein vermeldete am Freitagmittag einen neuen Rekord. 34.500 Mitglieder zählte der Verein demnach zu Beginn des Jahres 2026 – „so viele wie noch nie“, heißt es in der Mittelung.
Dem Verein traten im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 3200 Mieter bei. Die 21 Rechtsberater des Mietervereins hätten rund 31.500 Beratungstermine wahrgenommen. Auch das seien neue Rekordzahlen.
„Einerseits freuen wir uns über den gewaltigen Zuspruch, den wir bekommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Hans-Jochem Witzke. Dieser sei „Ausdruck der Qualität unserer Beratung, die sich offenbar herumgesprochen hat. Andererseits zeigen die Zahlen natürlich auch, dass der angespannte Wohnungsmarkt immer mehr Konfliktpotenzial beinhaltet“, so Witzke weiter. Als Beispiele für die Probleme auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt nannte der Geschäftsführer des Mietervereins, Claus Nesemann, fehlenden „bezahlbaren Wohnraum, die stark überhöhten Angebotsmieten, drastische Mieterhöhungen im Bestand, die Zweckentfremdung von Wohnraum durch Kurzzeitvermietung und Leerstand sowie die Entmietungsstrategien von rein renditeorientierten Investoren“.
Seit Ende 2024 werden in Düsseldorf tatsächlich immer mehr Fälle öffentlich, in denen Investoren rabiat gegen Bestandsmieter vorgehen und diese sich zum Auszug gedrängt fühlen. Stadtweit, besonders in den Stadtteilen Golzheim und Unterbilk, haben sich mittlerweile Mieter zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu unterstützen.
Eine der Schwerpunkttätigkeiten des Mietervereins war im Jahr 2025 nach eigenen Angaben aber die Prüfung von Nebenkostenabrechnungen. „Mehr als jede zweite von uns geprüfte ist falsch, überraschenderweise sehr viel häufiger zum Nachteil der Mieterinnen und Mieter“, so Geschäftsführer Nesemann.
Der Verein kündigt nun an, die Rechtsabteilung und die Verwaltung 2026 zu verstärken, „um dem steigenden Beratungsbedarf auch weiterhin gerecht zu werden“.