Leipzig. Der HC Leipzig zieht in der 2. Handball-Bundesliga einsam seine Kreise. Wer kann die Mission Erstliga-Aufstieg der Blau-Gelben noch verhindern? Können sich die Blau-Gelben in dieser Saison womöglich nur selbst stoppen? Zum Jahresbeginn war die Sporthalle Brüderstraße restlos ausverkauft – rund 800 Zuschauer feierten am Sonntag einen überzeugenden 33:24 (16:12)-Heimsieg gegen den bisherigen Tabellenzweiten Füchse Berlin.
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Nach 12 von 30 Saisonspielen haben sich die Sächsinnen mit atemberaubenden 24:0 Punkten deutlich von den drei Verfolgern abgesetzt. Nürtingen, Berlin und Rödertal folgen mit 18:6 Zählern.
Susann Müller entschuldigt sich für die Füchse-Leistung
Nach der Machtdemonstration in Blau-Gelb hatte Hallensprecher Norman Landgraf alle Mühe, die Gäste-Trainerin zu einem kurzen Interview in die Parkett-Mitte zu bitten. Was der Moderator auch fragte, Ex-Nationalspielerin Susann Müller (37) reagierte angefressen, einsilbig und in den Augen einiger Beobachter sogar unsportlich. Anstelle einer Anerkennung oder eines Glückwunsches für ihren langjährigen Verein sagte die gebürtige Saalfelderin: „Ich muss mich bei den Berliner Fans entschuldigen für diese Leistung – das war nicht akzeptabel.“
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HCL-Coach Erik Töpfer meinte: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wie sie heute gleich vier Ausfälle weggesteckt hat, war richtig stark.“ Bereits unter der Woche deutete sich an, dass der HCL ersatzgeschwächt ins Spitzenspiel gehen würde. Von fünf verletzten oder Infekt geplagten Spielerinnen schaffte nur Hanna Ferber-Rahnhöfer die erhoffte Blitz-Rückkehr. Die 23 Jahre alte Physiotherapeutin zeigte sich vom Infekt sowie Trainingsausfall unbeeindruckt und spielte am Kreis stark auf.
Marlene Tucholke muss mit gebrochenem Finger pausieren
Vor allem musste der HCL wie schon beim jüngsten Erfolg in Rosengarten eine Alternative zur sonstigen Dominanz im Rückraum finden. Denn Marlene Tucholke hatte sich beim schwer erkämpften Heimsieg kurz vor Weihnachten gegen Nürtingen den kleinen Finger gebrochen. Die gute Nachricht: Bei der Junioren-Europameisterin ist nicht die Wurfhand betroffen, womit eine baldige Rückkehr möglich scheint. Aus der zweiten Reihe und von der Siebenmeter-Linie traf dafür Lisa Lammich sicher, zudem hatte die 17-Jährige immer noch ein Auge für eine freistehende Mitspielerin.
Dem HCL fehlte nur am Anfang der richtige Zugriff auf den Angriff der Füchse, die Spielerinnen aus den Niederlanden, Italien und Portugal in ihren Reihen vereinen. Auch aufgrund zweier verworfener Siebenmeter stand es nach 20 Minuten 9:10. Doch kurz vor der Pause gelang den Sächsinnen eine kleine Vorentscheidung. Nun ließen die Gastgeberinnen keine Luft ran, Torhüterin Nele Kurzke zollte mehrfach ihren Abwehrspielerinnen Applaus.
Bandenwerbung dank LED auf völlig neuem Niveasu
Das HCL-Team genoss sichtlich die Stimmung. Trainer Erik Töpfer hofft, dass die Halle nun auch gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte ausverkauft sein möge. Das Match am 18. Januar gegen Lintfort wird also zum Stimmungstest für den Leipziger Frauenhandball.
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Auf einem völlig neuen Niveau präsentierten die Blau-Gelben ihre Sponsoren. Wie am 20. Dezember in Markranstädt feierte die neu erworbene und 40 Meter lange LED-Bande nun auch ihre Brüderhallen-Premiere. „Einige Sponsoren waren vorab etwas skeptisch. Doch nun sind alle begeistert“, sagt Geschäftsführer Lars Lammich: „Das ist eine ganz andere Werbewirksamkeit. Auch unser Einlauf-Intro hat noch einmal an Qualität gewonnen.“
Die leuchtende Bandenwerbung ist ein Vorgriff auf die Bundesliga, wo LED verlangt wird. Der HCL lässt in diesen Tagen keinen Zweifel aufkommen, dass er stramm Richtung Liga eins marschiert. Und zwar auf und neben der Platte.
HCL-Tore: Lammich 10/6, Uhlmann 7, Gaubatz 5, Ferber-Rahnöfer 4, Lang 3, Tauchmann 2, Meyer 2.
LVZ