Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ein altersbedingter Eisenmangel im Zellkern epigenetische Schäden auslöst, die Darmkrebs begünstigen. Dies eröffnet neue Wege für Früherkennung und Prävention.

Eine aktuelle Studie beschreibt einen schleichenden Prozess, der Darmstammzellen im Alter zu Krebsvorläufern macht. Der sogenannte ACCA-Drift wird durch Eisenmangel in den Zellen ausgelöst und verändert das Erbgut dauerhaft. Diese Woche rücken neue Analysen die klinische Bedeutung des Phänomens in den Fokus.

Was ist der ACCA-Drift?

Forscher des Leibniz-Instituts in Jena und der Universität Turin entdeckten ein systematisches Muster: Im Laufe des Lebens häufen Darmstammzellen chemische Markierungen auf ihrer DNA an. Diese Methylierungen schalten wichtige Gene stumm.

Eisenmangel als heimlicher Auslöser

Die zentrale Frage: Was startet diesen fatalen Prozess? Die Antwort liegt im Stoffwechsel. Analysen zeigen, dass alternde Zellen ihren Eisenhaushalt nicht mehr richtig regulieren können. Es entsteht ein funktioneller Mangel – besonders im Zellkern.

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Das hat gravierende Folgen. Enzyme namens TET, die fehlerhafte Methylierungen normalerweise reparieren, benötigen Eisen als Co-Faktor. Fehlt es, stellen sie ihre Arbeit ein. Die Methyl-Markierungen häufen sich unkontrolliert an – der Drift nimmt seinen Lauf. Dieser direkte Link zwischen Stoffwechsel und Krebsrisiko ist neu.

Ein gefährlicher Flickenteppich im Darm

Der Drift befällt nicht den gesamten Darm gleichmäßig. Stattdessen entsteht ein Mosaik aus gesunden und vorgeschädigten Arealen. Jede Darmkrypta geht aus einer einzigen Stammzelle hervor. Ist diese betroffen, vererbt sie das fehlerhafte epigenetische Profil an alle ihre Nachkommen.

So können über Jahre ganze Gewebeabschnitte entstehen, deren epigenetisches Profil dem von Krebszellen gleicht. Die beteiligten Forscher Dr. Anna Krepelova und Prof. Francesco Neri zeigten, dass diese Areale expandieren und so die Tumorentstehung begünstigen.

Paradigmenwechsel in der Vorsorge?

Bisher konzentrierte sich die Darmkrebs-Prävention auf das Aufspüren von Polypen und genetischen Mutationen. Die Entdeckung des ACCA-Drifts eröffnet komplett neue Ansätze. Im Gegensatz zu irreversiblen Genmutationen sind epigenetische Veränderungen prinzipiell umkehrbar.

Mediziner diskutieren nun Frühwarnsysteme, etwa die Überwachung des Eisenstatus im Gewebe oder gezielte epigenetische Screenings. Könnte ein stabiler Eisenstoffwechsel den Drift aufhalten? Diese Frage treibt die Forschung aktuell an.

Auf der Suche nach der Gegenstrategie

Der Blick richtet sich jetzt auf therapeutische Interventionen. In Labormodellen zeigten erste Ansätze bereits Erfolge:
* Die gezielte Gabe von Eisenverbindungen.
* Die pharmakologische Reaktivierung gestörter Signalwege.

Sollten sich diese Ansätze in klinischen Studien bewähren, könnten präventive Medikamente folgen, die die “Jugendlichkeit” der Darmstammzellen erhalten. Bis dahin bleiben die etablierten Vorsorgeuntersuchungen der wichtigste Schutz – nun aber mit einem neuen Verständnis der biologischen Ursachen im Hintergrund.

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