Wer gerne das Rad auch im Alltag und zur Arbeit benutzt, sollte wissen, wo die Unfallschwerpunkte liegen: In Leipzig ist die Zahl dieser Schwerpunkte auf jetzt 133 gestiegen. Aber kann man daraus schließen, dass Radfahren immer gefährlicher wird? Nein, kann man nicht, denn es wird auch viel mehr Fahrrad gefahren.

Wer mehr fährt, erhöht logischerweise sein Risiko, sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des Fahrradverbands ADFC Sachsen. „Radfahren wird vor allem mehr. Es legen mehr Menschen mehr Wege mit dem Rad zurück. Und diese Wege werden auch pro Weg tendenziell immer länger. Stichwort E-Bikes, da kann man natürlich viel leichter längere Strecken zurück legen. Und dann ist natürlich die Wahrscheinlichkeit größer, dass mehr Leute in mehr Unfälle verwickelt sind“.

Statistisch gesehen wird Radfahren immer ungefährlicher

Also pro Person wird das Radfahren nicht gefährlicher, so Krause. Und nun kommt das eigentlich Erstaunliche: Radfahren wird generell seit Jahren immer ungefährlicher – pro gefahrenem Kilometer. Wer vor 15 Jahren zehn Kilometer Rad gefahren ist, war weit stärker gefährdet als heute, so Konrad Krause: „Richtig! Das ist auch das, was wir überall beobachten, je mehr Radverkehr ich habe, je höher der Anteil des Radverkehrs ist, desto weniger Unfälle werden das und desto geringer auch die Folgen, die so ein Unfall hat.“

Das zeigt sich sogar in den aktuellen Zahlen aus Leipzig. Die Zahl der Schwerverletzten hat innerhalb eines Jahres um 20 Prozent abgenommen, die der Leichtverletzten um 7 Prozent zugenommen. Bezogen auf den massiv wachsenden Radverkehr eine gute Entwicklung. Ohnehin sieht es anderswo schlechter aus, die rote Laterne in Sachsen trägt eindeutig Dresden herum, so der ADFC-Mann Krause: „Wir haben in Leipzig etwa 130 Unfallschwerpunkte, und in Dresden sind das etwa 300. Die Städte sind etwa gleich groß, sie haben in etwa den gleichen Anteil des Radverkehrs, auch die gesamten Wegelängen mit dem Fahrrad sind ähnlich. Das liegt einfach auch an den politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte.“