Hamburg/Berlin – Ein traumhaftes Winter-Wochenende liegt hinter uns. Eine Kältewelle, wie es sie seit Jahren nicht gab, hat in weiten Teilen Deutschlands frischen Schnee fallen lassen. Ein großer Wunsch vieler Kinder hat sich damit erfüllt: endlich Schnee.
Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst zu BILD: „In den letzten drei Wintern hatten wir solche Wetterlagen in Deutschland nicht.“ Von der Nordseeküste bis zum Erzgebirge fiel am Sonntag Neuschnee. Wer musste bei dem ganzen frischen Weiß nicht an das Lied von Rolf Zuckowski denken?
„Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, die Welt, die Welt sieht wie gepudert aus. Es schneit, es schneit, das müsst ihr einfach seh’n!“
BILD zeigt die schönsten Winter-Fotos aus Deutschland
Schlittschuhläufer, Spaziergänger und Schlittenfahrer sind bei Sonnenschein auf dem gefrorenen Federsee in Oberschwaben (Baden-Württemberg) unterwegs
Foto: Thomas Warnack/dpa
Tief „Anneke“ bestimmt das Wetter. Bereits an den Tagen zuvor hatte es geschneit. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt tagsüber und Frost in der Nacht blieb der Schnee auch am Sonntag liegen. So gab es das angekündigte traumhafte Winterwetter am Wochenende.

Der Elbstrand in Hamburg-Övelgönne ist eingeschneit. Nur die Wellen der Elbe haben ein bisschen Schnee schmelzen lassen. Die vorbeifahrenden Containerschiffe lassen dort regelmäßig Wellen aufbranden
Foto: Christian Charisius/dpa
Nur der Süden Deutschlands und Bayern stehen unter mäßigem Hochdruckeinfluss. Das bedeutete Winterwetter pur, nur ohne neue Flocken. Dafür mit Sonnenschein bis ins Bergland. Die Temperaturen lagen dort bei –3 bis maximal 0 Grad. Auch viele Skigebiete haben geöffnet.

In München wurde auf dem zugefrorenen Nymphenburger Kanal am Sonntag bei Sonnenschein Schlittschuh gefahren und Eishockey gespielt
Foto: Fariha Farooqui/REUTERS
Auch in der Hauptstadt blieb der Schnee liegen. Viele Menschen freuten sich, dass es endlich mal wieder Winter in Berlin gibt. Tausende Menschen genossen das Wetter bei Spaziergängen oder beim Rodeln in einem der vielen Hauptstadt-Parks.

Spaziergänger am Brandenburger Tor in Berlin. Dort gab es am Samstag Schneegestöber
Foto: IMAGO/Sabine Gudath
Die tiefste Temperatur wurde am Sonntagmittag laut Deutschem Wetterdienst auf der Zugspitze gemessen.
Die Temperaturen in Deutschland
- Zugspitze –17,8 Grad (3000 Meter)
- Brocken: –6,8 Grad
- Schleswig-Holstein, Leck (7 Höhenmeter): –5,7 Grad
- Garmisch-Partenkirchen: –5,3 Grad
- Saarbrücken –1,3 Grad
- Hamburg: 0 Grad
- Leipzig: +2 Grad
- Geisenheim (Hessen): +3 Grad
- Helgoland: +3,3 Grad
(Alle Temperaturen Sonntagmittag)
Deshalb ist es so kalt
Ursache für die Kältewelle sei ein „massiver Ausbruch polarer Kaltluft“, die über Skandinavien nach Deutschland zieht, erklärt Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst. „Es ist aber für einen Winter grundsätzlich nicht ungewöhnlich“, so der Experte zu BILD.
EXPERTE IN DIESEM TEXT
Peter Hartmann hat an der Universität Bonn Meteorologie studiert. Der Diplom-Meteorologe ist in der Vorhersage- und Beratungszentrale vom Deutschen Wetterdienst (DWD) tätig. In der Zentrale in Offenbach sind rund um die Uhr ein Supervisor, ein Analysedienst, ein Warndienst und weitere Experten im Einsatz.

Die Wetterkarte zeigt die Schneefälle am Sonntag: Sie ziehen von Nord-Westen quer durch Deutschland
Foto: donnerwetter.de
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Im Küstenwald von Heiligendamm sehen die dunklen Baumstämme, die sich gegen Himmel und Ostsee abzeichnen, aus, wie ein Barcode. Der Waldboden im Vordergrund ist weiß verschneit
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Foto: Lars Penning/dpa

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