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Handball 2. Bundesliga: SG 09 Kirchhof geg. TG Nürtingen: Links: Lenya Treusch (TG) rechts: Chantal Reimbold (SG)    Foto: Pressebilder HahnDurfte deutlich mehr spielen als sonst: Chantal Reimbold, hier am Ball vor Nürtingens Lenya Treusch), war vor allem in der ersten Halbzeit ein Lichtblick in Bremen, ehe auch sie einige Fahrkarten schoss. © Pressebilder Hahn

Der SV Werder Bremen war eine Nummer zu groß für die SG 09 Kirchhof in der 2. Handball-Bundesliga. Eine Krankheitswelle schwächte das Team von Christian Denk zusätzlich.

Die Handballerinnen des SV Werder Bremen sind ein Stammgast beim Heinrich Horn Gedächtnisturnier in Melsungen. Geschätzt im Lager der SG 09 Kirchhof. Vereint in den Farben, denn beide Klubs tragen Grün und Weiß. Jubeln konnten nun aber ausschließlich die Hänsestädterinnen, die dem Neuling der 2. Bundesliga beim 36:25 (17:12) eine Lektion erteilten.

Da blieb für Kirchhof nur eine gute Nachricht. Alle anderen Kellerkinder, konkret die letzten sechs der Tabelle, unterlagen am Wochenende ebenfalls. Am klarsten der TuS Lintfort (27:44 in Regensburg) und die HL Buchholz 08-Rosengarten (26:43 in Nürtingen), die am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle) zum Kellerduell als Schlusslicht zum Vorletzten Kirchhof reisen werden. „Da brauchen wir wieder ganz viel Unterstützung von unseren Zuschauern. Wir befinden uns leider in einer schwierigen Phase, weil uns die WM-Pause nicht gutgetan hat“, betont Christian Denk.

Der SG-Coach möchte zwar nicht nach Ausreden suchen, führt aber konkret für die Niederlage in Bremen durchaus auch eine Krankheitswelle als Erklärung an. So war über Nacht Emilia Damm ausgefallen und musste vom Spielbericht gestrichen werden. Nicht viel besser erging es Juliana Wagner. Die 18-Jährige, die so famos in ihrer ersten Saison bei den Frauen eingeschlagen hat, versuchte es zwar, musste aber nach sechs Minuten angeschlagen von der Platte gehen. Wenig später nahm Denk auch Jule Hertha runter, die ebenfalls nicht in der Lage war, zu helfen. „In Summe mussten einfach zu viele Spielerinnen auf zu vielen Positionen spielen“, betonte Denk. Erneut den besten Eindruck hinterließ dabei jedoch diejenige, die auf gleich vier Positionen mitwirkte. Auf allen drei im Rückraum und auf Rechtsaußen: Hannah Berk, die zudem aufmerksam verteidigte und immer wieder Bälle klaute oder abfing.

Berk verteidigte zunächst auf halb, später beim Wechsel auf 5:1 auf der Spitze und zu guter Letzt als mit kurzer Leine bei der ganz offensiven Variante. Keine Frage, Denk hatte sich einiges einfallen lassen, um den Gegner vor Aufgaben zu stellen. Über 6:2 (7.) und 9:4 (13.) zog Werder dennoch auf 12:7 davon (22.). SV-Rückhalt Wioleta Pajak und die gut harmonierende Abwehr der Gastgeberinnen waren dabei zu hohe Hürden für Kirchhof. Nur Einzelaktionen – vor allem von Vanessa Ulrich – brachten Erfolg, im Positionsangriff wirkte die SG zu statisch. Auch Ersatz-Kreisläuferin Dana Krömer, die in der Deckung überraschend auf Außen stand, konnte nicht wirklich punkten.

Lediglich ein 3:0-Lauf nach einem Doppelschlag der eingewechselten Gabriela Vrabie sowie einem Tor von Vanessa Ulrich ließ das Denk-Team kurz hoffen (26.). Die Antwort der Mannschaft von Trainerin Renée Verschuuren? Ebenfalls ein 3:0-Lauf zum 15:10 (28.). Da gereichte auch der beherzte Auftritt von Chantal Reimbold nicht zur Wende. Fünf ihrer sechs Tore gelangen der Ex-Fritzlarerin vor der Pause. Danach zeigte sich auf der Gegenseite auch die bessere Breite. Leni Ruwe, 2025 die treffsicherste Akteurin beim Heinrich Horn Gedächtnisturnier, und Anna-Lena Bergmann waren im Rückraum nach ihren Hereinnahmen nicht zu stoppen. Spätestens beim 24:14 durch Leni Ruwe (42.) war nur noch die Höhe des Heimsieges offen. Einhergehend mit vielen Fragezeichen in Schwarz, der Ausweichfarbe Kirchhofs. Aus der am kommenden Samstag wieder Grün und Weiß wird. Im bis dato wichtigsten Spiel dieser Saison.

Die Statistik:

SV Werder Bremen –
SG 09 Kirchhof 36:25 (17:12).
Bremen: Pajak (14 P./17 GT.), Friesen (5/8) – Budelmann 4, Pods 1, Birk 6/2, Becker 2, Defayay 1, L. Ruwe 4, Schumacher 3, Bergmann 7, Muderloh, E. Ruwe 1, Niemann 2, Albert 5.
Kirchhof: Schmid (10/27), Martin (3/9) – Sauerwald 1, Berk 3, Reimbold 6/3, Wagner 3/2, Hertha, Ulrich 6, Krömer, Adam 4, Vrabie 2, Grün.
SR: Philipp Etzold/Lennard Zerlin. Z: 300.
Siebenmeter: 2/3:5/6.
Zeitstrafen: 0:6-Minuten

(von Sebastian Schmidt)