Mit dem Weihnachtsmarkt endet in Stuttgart noch längst nicht das festliche Gefühl. Der Wintertraum bietet auch im neuen Jahr Rollschuhlaufen, Wurst und Punsch. Zeit für eine Bilanz.

Auch nach dem Ende des Weihnachtmarkts in Stuttgart bietet der Schlossplatz noch winterliches Ambiente. Bis zum einschließlich 6. Januar steht der „Wintertraum“ mit Punsch, Wurststand und Rollschuhbahn auf der Planie. Besucher und Veranstalter zeigen sich zufrieden.

Es hat sich angefühlt wie immer

„Wir hatten durchweg eigentlich fast nur positive Resonanz“, berichtet Betriebsleiter Philipp Triska. Die Bilanz zur Veranstaltung fällt entsprechend positiv aus – gerade zur Rollschuhbahn, die um einiges besser angenommen wurde: „Sie lief die letzten Jahre schon sehr gut, aber dieses Jahr extrem gut. Was aber auch dem milden Wetter geschuldet ist, vor allem Anfang Dezember. Da hatten wir nur ein, zwei Tage Kälteeinbruch und danach war es wieder schön“. Es ist und bleibt die Hauptattraktion.

Rollschuhfahren vor dem Riesenrad. Foto: Ferdinando Iannone

Was die Besucherzahlen angeht, fällt eine Kalkulation schwer, da man örtlich quasi mit ein Teil des Weihnachtsmarkts ist, wodurch es einen regen Durchlauf gibt. Es ist mehr ein Bauchgefühl, dass es sich anfühlt wie immer. Und das tut es. Man hat viel Stammkundschaft, kennt und unterhält sich: „Wir sind sehr auf Familien ausgelegt“. Dazu kommen aber auch „extrem viele Touristen“, gerade an der Rollschuhkasse wird fast mehr Englisch gesprochen, meint Triska. Nach seinem Gefühl hat es sich immer stärker vor allem auf die Wochenenden konzentriert. An den Tagen vor Weihnachten soll es dazu besonders voll gewesen sein.

Die gute Lage des Wintertraums

Auch am ersten Wochenende des neuen Jahres finden wieder einige Besucher ihren Weg zum Wintertraum. Viele heben besonders die angenehme Lage hervor. An der Königstraße lässt sich ein Besuch gut kombinieren. So machte es auch Johann mit seiner Frau und Kind. Diese Möglichkeit macht es für ihn auch spannender als den Weihnachtsmarkt. Früher lebten sie in Stuttgart und waren oft da. So gab es auch an diesem Samstag nach dem Einkauf einen Abstecher für Wurst, Glühwein und Punsch.

Der Wurststand ist beliebt. Foto: Ferdinando Iannone

Dazu spielt das Wetter mit. „Mit dem Schnee ist es natürlich cool“, sagt Saskia. Das macht es doch noch einmal weihnachtlich genug im Januar. Sie hielt auf dem Heimweg zur Stadtbahn dann auch kurz an. Ihr war nicht bewusst, dass der Wintertraum noch geöffnet hat. Für sie gibt es Punsch, es schmeckt. Selbe Handlung, anderer Grund bei Edgar: „Der Duft einer Bratwurst war so verlockend, dass wir stehen geblieben sind“, erzählt er. Ohne den Rahmen des Weihnachtsmarkts waren Sandra und er zum ersten Mal hier. Und sie kommen vielleicht wieder: „Die Wurst war sensationell. Also man soll ja nichts ausschließen“.

Wurst, Kartoffelhaus und Glühwein

Triska bestätigt, dass der Wurststand direkt vorne an der Königstraße am beliebtesten ist. Ebenfalls zeichnet sie das von ihnen sogenannte Kartoffelhaus mit Puffer, Pommes, wilden Kartoffeln und Käsespätzle aus. Dazu kommen natürlich die Glühweinstände. Sein persönlicher Favorit sind die Kartoffelpuffer mit Kräuterquark – „das Beste“. Mit dem Feiertag wird für diese Winterzeit Schluss sein, also am 6. Januar um 18 Uhr. Es gab keinen Tag, an dem der Betriebsleiter nicht da war.

„Wir hoffen, dass wir wieder ein bisschen Freude in die Stuttgarter Innenstadt gebracht haben“, so Triska, der es schade findet, dass es unter anderem die Lichterfiguren nicht mehr gab. „Da versuchen wir, zu bleiben und unser Bestes zu geben, dass die Besucher eine gute Zeit haben und dass die Ecke hier auch schön belebt ist“, sagt der 37-Jährige. Man geht davon aus, dass es, alles wie bewährt, mit dem 28. Wintertraum weitergehen wird. Dann auch sicher wieder mit etwas Neuem, so wie der schon erfolgten Änderung von einer Confiserie mit Schokofrüchten hin zu Fischspezialitäten.

Flatrate-Rollschuhfahren in Aussicht

Man gibt sich Mühe, jedes Jahr etwas Neues zu bringen, eine Kleinigkeit. In dieser Ausgabe des Wintertraums gab es ein Wochenmarktangebot. „Und nächstes Jahr will ich eine Flatrate“, blickt Philipp Triska voraus. Flatrate-Rollschuhfahren, denn „wir haben so viele Leute, die jeden Tag kommen“. Eine Ergänzung zur Rollschuhgebühr, mit der man jetzt schon am gezahlten Tag keine Fahrzeitbegrenzung hat. Einen Preis müsse man sich für das Angebot noch überlegen, mit dem Dauerbrenner – einmal gezahlt – über den gesamten Zeitraum des Wintertraums auf dem Schlossplatz in Stuttgart fahren könnten.