Neue EU-Verordnungen schreiben Herstellern ab sofort mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates vor. Verstöße können hohe Bußgelder nach sich ziehen und treiben globale Standards.
Ab sofort gelten in der EU die weltweit schärfsten Regeln für Smartphone-Updates und Cybersicherheit. Die verschärfte EU-Ökodesign-Verordnung und die neue NIS-2-Richtlinie zwingen Hersteller zu mindestens fünf Jahren Sicherheitsupdates – auch für Billigmodelle. Verstöße können teuer werden.
Neue Ära der Pflicht-Updates beginnt
Seit diesem Jahr müssen alle neuen Smartphones auf dem EU-Markt den strengen „Security-by-Design“-Vorgaben entsprechen. Die Übergangsfrist für Altmodelle ist weitgehend ausgelaufen. Kern der Regelung ist die EU-Ökodesign-Verordnung, die bereits seit Juni 2025 für Neugeräte fünf Jahre Sicherheitsupdates vorschreibt. Seit Januar 2026 wird diese nun konsequent durchgesetzt.
In Deutschland kommt die nationale Umsetzung der NIS-2-Richtlinie hinzu. Sie stuft wichtige Digitalhersteller als „wichtige Einheiten“ ein und verpflichtet sie zu umfassendem Risikomanagement und Meldepflichten bei Sicherheitslücken. „Das schafft einen doppelten Regelungsdruck“, erklärt eine Berliner Anwältin für IT-Recht. „Hersteller, die sich nicht an die Update-Pflichten halten, riskieren hohe Bußgelder.“
Hersteller reagieren mit neuen Strategien
Die Branche passt sich bereits an. Samsung und Google werben für ihre 2026er Modelle mit besonders langer Update-Unterstützung. Die erwartete Galaxy-S26-Serie soll sogar über die gesetzlichen fünf Jahre hinausgehen und damit zum Premium-Feature werden.
Anzeige
Passend zum Thema IT‑Sicherheit: Die neuen EU‑Regeln wie NIS‑2 und der kommende Cyber Resilience Act erhöhen Haftungs‑ und Meldepflichten deutlich – viele Hersteller und Dienstleister sind darauf nicht vorbereitet. Ein kostenloses E‑Book fasst praxisnahe Maßnahmen zusammen, mit denen Sie Schwachstellen identifizieren, Update‑ und Patch‑Prozesse absichern, Lieferkettenrisiken mindern und teure Bußgelder vermeiden können. Enthalten sind Checklisten, Priorisierungs‑Tools und sofort umsetzbare Maßnahmen für IT‑Verantwortliche. Gratis-Cyber-Security-Leitfaden jetzt herunterladen
Besonders unter Druck stehen Hersteller von Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones. Denn die Update-Pflicht gilt unabhängig vom Verkaufspreis. Marken wie Xiaomi und Honor mussten ihre Software-Lieferketten komplett überarbeiten, um die Vorgaben zu erfüllen. „Die Zeit der Wegwerf-Smartphones in Europa ist vorbei“, kommentiert ein Tech-Analyst. „2026 wird Compliance zum Überlebensfaktor für diese Marken.“
Globale Ausstrahlung: Der „Brüssel-Effekt“
Die EU-Regulierung wirkt weit über Europa hinaus. Seit dem 1. Januar 2026 gelten in mehreren US-Bundesstaaten wie Colorado und Washington neue Right-to-Repair-Gesetze. Sie verpflichten Hersteller, Ersatzteile, Werkzeuge und Software auch unabhängigen Reparaturwerkstätten zur Verfügung zu stellen.
Zusammen mit der EU-Vorgabe für sieben Jahre Ersatzteilverfügbarkeit entsteht so ein globaler Trend. „Die EU-Update-Pflicht und die US-Reparaturgesetze treiben die Branche zu einem einheitlichen 5- bis 7-Jahres-Support-Fenster“, heißt es in einem Bericht eines Münchner Tech-Beratungsunternehmens.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Der direkteste Vorteil für europäische Kunden: mehr Transparenz und längere Nutzungsdauer. Die verpflichtenden Energielabel für Smartphones – mit Reparierbarkeits-Scores und Batterie-Laufzeitangaben – sind inzwischen in allen Geschäften zu finden. Verbraucherschützer begrüßen die strengere Durchsetzung. Sie werde Elektroschrott reduzieren und Verbrauchern Geld sparen, indem die Nutzungsdauer der Geräte deutlich verlängert wird.
Bereits am Horizont: die nächste regulatorische Welle. Der EU Cyber Resilience Act (CRA) verpflichtet Hersteller ab September 2026, aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken innerhalb von 24 Stunden an die Behörden zu melden. Marktüberwachungsbehörden in Deutschland und der EU planen zudem Stichproben, um die Einhaltung der neuen Regeln zu kontrollieren.
Die Botschaft an die Hersteller ist klar: Sicherheitsupdates sind keine Kulanz mehr, sondern eine rechtliche Pflicht.
Anzeige
PS: Die jüngsten Vorgaben – von verpflichtenden fünf Jahren Updates bis zur Pflicht, aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken binnen 24 Stunden zu melden – stellen Hersteller, Mittelständler und Dienstleister vor erhebliche Umsetzungsaufgaben. Dieses kostenlose E‑Book zeigt eine klare 4‑Stufen‑Strategie zur Risikominimierung: Erkennung, Priorisierung, Patch‑Management und Meldeprozesse. Mit Praxisbeispielen, Muster‑Checklisten und einem Umsetzungsfahrplan hilft es, Compliance schnell herzustellen und Behördenprüfungen zu bestehen. Jetzt kostenloses Cyber‑Security‑E‑Book sichern