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Intendant Kay Kruppa im Zuschauerraum des Boulevardtheaters. © Thomas Kuzaj
Üblicherweise interessiert im Theater, was auf der Bühne geschieht. Doch auch das, was so alles hinter der Bühne spielt, kann von Interesse sein.
Bremen – Nicht ohne Grund gibt es die Redewendung vom Blick hinter die Kulissen. Und genau das setzt das Boulevardtheater Bremen im Tabakquartier (Woltmershausen) jetzt praktisch auf den Spielplan: Das Haus bietet ab jetzt regelmäßig – sprich: einmal im Monat – Backstage-Führungen an, so der Schauspieler und Theatersprecher Marc Gelhart. Das neue Angebot soll dem Publikum „interessante Perspektivwechsel bieten“, heißt es im Tabakquartier weiter.
Ihre Premiere feiert die neue Reihe am Sonntag, 11. Januar. In der etwa einstündigen Führung durch die Ensemble-Mitglieder Isabell Christin Behrendt und – eben – Marc Gelhart gibt es, so die Ankündigung, „exklusive Einblicke in den Backstage-Bereich“. Es gehe dorthin, „wo die Magie entsteht: auf die Bühne mit Blick in den Saal, in die Maske, in verborgene Gänge…“ Auch Geschichten und Anekdoten sollen zu hören sein. Schließlich geht es ja in ein Theater.
Gelhart: „Wichtig ist bei der Führung festes Schuhwerk. Da einige Bereiche nur über Treppen erreichbar sind, ist die Teilnahme mit Rollstuhl leider nicht möglich.“ Treffpunkt ist jeweils im Foyer des Boulevardtheaters Bremen; die Gastronomie dort hat während der Führungen nicht geöffnet. Die weiteren Termine nach dem 11. Januar: 7. Februar, 8. März, 12. April, 10. Mai und 14. Juni – jeweils um 11 Uhr. Tickets gibt es online unter dieser Adresse.
„Frei und grenzenlos“: Noch sechs Termine im Bremer Tabakquartier
Apropos Boulevardtheater – nicht hinter, sondern auf der Bühne im Tabakquartier stehen nun die, so die Formulierung, sechs „endgültig letzten Zusatzvorstellungen“ des DDR-Stücks „Frei und grenzenlos“ an. Sie sind in der Zeit vom 16. bis zum 25. Januar zu sehen. Das Stück, eine für ein freies Theater ausgesprochen aufwendige Produktion, führt in die Jahre 1987 bis 1989. Die untergehende DDR und die erste Einheits-Euphorie bilden den historischen Rahmen. „Frei und grenzenlos“, geschrieben von Frank Pinkus (1959 bis 2021) und Intendant Kay Kruppa, ist ein fein austariertes Wechselspiel: Eine Mischung aus historischen Momentaufnahmen und ernsteren Szenen mit physischer, psychischer und verbaler Gewalt, aus überschäumender Komik, emotionaler Tiefe und der Musik jener Tage.