
Norwegens Langlauf-Superstar Johannes Hoesflot Klaebo hat zum fünften Mal die Tour de Ski gewonnen und ist damit nun alleiniger Rekordsieger. Der Sieg beim Final Climb ging aber an einen Landsmann. Die deutschen Läufer spielten im Finale keine große Rolle.
Beim 3,5 Kilometer langen Anstieg zum Ende der 20. Tour de Ski auf die Alpe Cermis ließ Klaebo nach zuvor drei Etappensiegen anderen Athleten den Vortritt, kontrollierte mit etwas Rückstand aber die Gesamtwertung – dank seines Vorsprungs vor der finalen Etappe konnte er sich dieses taktische Mittel erlauben.
So ging der Tagessieg am Sonntag (04.01.2026) und die Bergwertung der Tour de Ski an Klaebos Landsmann Mattis Stenshagen, der sich auf den letzten Metern gegen den Franzosen Jules Lapierre durchsetzte. Dritter wurde mit Emil Iversen ein weiterer Norweger. Klaebo kam mit knapp einer Minute Rückstand auf Rang zwölf ins Ziel und rettete damit 30 Sekunden seines Polsters zu seinem fünften Gesamtsieg.
Notz schafft Top-20-Platz
Bester Deutscher am letzten Tag wurde Florian Notz auf Position 18. Janosch Brugger landete auf Platz 33. Die Moch-Brüder Jakob Elias und Friedrich wurden 42. bzw. 46. Jan Stölben schaffte es einen Tag nach seinem überraschenden Final-Einzug im Klassik-Sprint diesmal nur auf Position 51.
Mit Blick auf die die anstehenden Olympischen Spiele im Februar hatten sich die Organisatoren für eine „Mini-Tour“ entschieden. Mit nur rund 56 Kilometer über sechs Renntage war sie die kürzeste Ausgabe in ihrer nun schon 20-jährigen Geschichte.
Klaebo kontrolliert lange das Geschehen
Klaebo hatte die finale Etappe mit 1:23 Minuten Vorsprung auf Lars Heggen und 1:29 Minuten auf Stenshagen in Angriff genommen. Auf den ersten Flachkilometern bestimmte der 29-Jährige das Tempo von vorne und führte das Feld in den Anstieg auf die Alpe Cermis. Dort galt es 420 Höhenmeter zu überwinden. An der Spitze setzten sich schnell Stenshagen und Lapierre ab und machten das Rennen schließlich unter sich aus.
Klaebo sicherte sich mit etwas Rückstand schließlich seinen fünften Tour-de-Ski-Gesamterfolg nach 2019, 2022, 2023 sowie 2025 und hat damit nun einen mehr auf dem Konto als der Schweizer Dario Cologna (2009, 2011, 2012 und 2018). Zudem sicherte der Norweger sich die Sprintwertung. Rang zwei in der Endabrechnung ging an Stenshagen (+30,1 Sekunden) vor Harald Östberg Amundsen (+1:08,2 Minuten).
Krise bei Friedrich Moch geht weiter
Bester Deutscher im Gesamtklassement war Notz, er hatte als 26. aber 4:42 Minuten Rückstand auf den Sieger. Zwei Positionen dahinter landete Brugger (+5:04,7 min.). Friedrich Moch, der im Vorjahr dank eines starken dritten Platzes beim Schlussanstieg noch den sechsten Gesamtrang einlief, enttäuschte diesmal als Gesamt-47. mit über siebeneinhalb Minuten Rückstand.
Damit geht seine Krise weiter, noch fehlt dem 25-jährigen Schwaben die Olympia-Qualifikation. „Er hat bewusst die Entscheidung gefällt, im Wettkampfmodus zu bleiben. Stand heute können wir sagen, es scheint eher die falsche Entscheidung gewesen zu sein“, stellte Bundestrainer Peter Schlickenrieder fest. Eine finale Beurteilung soll aber erst nach den Olympischen Spielen passieren.
„Wir gewinnen definitiv an Erfahrung und das ist unser wichtigstes Thema, dass wir selbstverantwortlich Dinge entscheiden und aus Fehlern lernen. Wir nehmen diese Fehlerkultur ganz bewusst in Kauf“, so der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2002 weiter.