Wer es eher kühl mag beim Baden, der scheint am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen genau richtig. Schließlich gilt der schon während der warmen Jahreszeit als ziemlich niedrig temperiert für ein relativ kleines Binnengewässer.

Auch in diesem Jahr fanden sich wieder so einige Leute am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen ein, um sich trotz Mistwetters in die eisigen Fluten zu stürzen.Bild vergrößern

Auch in diesem Jahr fanden sich wieder so einige Leute am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen ein, um sich trotz Mistwetters in die eisigen Fluten zu stürzen. (Foto: Stefan Hoeft)

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Selbst im Hochsommer geht es nicht über 24 Grad Celsius

Aufgrund seiner Tiefe als ehemaliger Tagebau bleibt das Nass dort selbst bei bestem Sommerwetter vergleichsweise frisch. Mehr als 23 oder 24 Grad Celsius scheinen kaum drin und das auch nur im flacheren Bereich. Seine Beliebtheit rührt deshalb weniger von den Temperaturen her.

Seit vielen Jahren gibt es einen kleinen Kreis Einheimischer, die auch dann regelmäßig in die ausgesprochen klaren Fluten steigen, wenn die Saison offiziell längst beendet ist. Und sich die Anzeige auf dem Thermometer schneller als anderswo unter den zweistelligen Bereich zurückzieht.

Eine Eisschicht gab es hier schon lange nicht mehr

Den klassischen Eisbader konnte der Kiessee in der jüngeren Vergangenheit ohnehin kaum beeindrucken. Ist es doch lange her, dass auf seiner Oberfläche mal eine nennenswerte Eisschicht zu entdecken war. Erst recht um Silvester und Neujahr herum, dem klassischen Termin für Anbade-Veranstaltungen, wie sie sich zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Vor und in der mobilen Sauna herrschte nach dem eisigen Anbaden mächtig Andrang.Bild vergrößern

Vor und in der mobilen Sauna herrschte nach dem eisigen Anbaden mächtig Andrang. (Foto: Stefan Hoeft)

Eine Entwicklung, die in Jarmen und Umgebung ebenfalls zunehmend Freunde zu finden scheint. Angespornt noch vom derzeit wohl bekanntesten Sohn der Stadt, dem Frontmann der Band „Feine Sahne Fischfilet“ (FSF), Jan „Monchi“ Gorkow.

Der Sänger gilt als bekennender Badefan

Der 38-Jährige gilt seit jeher als Badefan – egal ob in der heimischen Wanne oder unter freiem Himmel, egal ob bei Schwitz- oder Frosttemperaturen. Er stattet wann immer möglich dafür auch „seiner“ Kieskuhle einen Besuch ab.

Das Wetter war so schlecht, dass selbst die Hunde im wärmenden Dress ausgeführt wurden.Bild vergrößern

Das Wetter war so schlecht, dass selbst die Hunde im wärmenden Dress ausgeführt wurden. (Foto: Stefan Hoeft)

Zum 1. Januar 2025 wurde daraus erstmals eine Art größeres Treffen Gleichgesinnter an diesem Strand mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten. Wobei nur ein Teil davon den berühmten letzten Schritt ins Nass wagte. Die Stimmung indes war bei allen gut, und so schien klar, dass es genau 365 Tage darauf eine Fortsetzung geben sollte.

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Zirka 15 wagten den Sprung in die kühlen Fluten

Was nun in die Tat umgesetzt wurde, obwohl richtiges Mistwetter über Vorpommern hing und es so kalt wie schon lange nicht mehr zu dieser Zeit war – draußen wie drinnen. Am Ende entschlossen sich dennoch zirka 15 der Männer und Frauen, dem Beispiel des Sängers zu folgen.

Wohl wissend, dass verschiedene Möglichkeiten zum „Auftauen“ zur Verfügung standen. Angefangen vom kleinen Wärmfeuer über den klassischen Glühwein bis hin zu einer mobilen Sauna. Verlastet auf einem Anhänger, fand sich so ein Schwitzbad das erste Mal  an diesem Strand.

So voll dürfte die Sauna vermutlich noch nie gewesen sein

Organisiert hatte es ein Bekannter des FSF-Sängers, der jedes Jahr mit seinem Monkey-Island-Team beim Kidsspace-Center des Festivals „Wasted in Jarmen“ für so einige verrückte Sachen sorgt. Vermutlich beherbergte diese Sauna selten zuvor so viele „Insassen“ auf einmal wie in Zarrenthin.

Sekt und Pfannkuchen gehörten ebenfalls zum Repertoire, verbunden mit zahlreichen guten Neujahrswünschen und angeregten Gesprächen. So dass jeder auf seine Kosten kam, egal ob nun mit Schwimmeinlage oder ohne.