Die Aachener Zeitung sieht seit ein paar Tagen anders aus. Die „neue AZ“ ist kleiner, deutlich dicker und moderner – und bleibt doch ganz bewusst dieselbe unverwechselbare Zeitung, die seit acht Jahrzehnten den Alltag in unserer Region begleitet.

Zum Jahreswechsel hat die Aachener Zeitung ihr Format umgestellt: Aus 24 großformatigen Seiten wurden 48 Seiten im sogenannten Halbformat, auf dem internationalen Zeitungsmarkt auch als Tabloid bekannt. Und wir möchten von unseren Leserinnen und Lesern wissen, wie Ihnen Ihre neue AZ gefällt. Hier geht es zur Umfrage.

Im Podcast erklären Mediahuis-CEO Andreas Müller und AZ-Chefredakteur Thomas Thelen alle Einzelheiten der neugestalteten Zeitungsausgabe.  © Büttgens, Müller, Thelen

Künftig wird die gedruckte Aachener Zeitung also handlicher in der Nutzung, ohne an Umfang und inhaltlicher Tiefe zu verlieren. Im Gegenteil: Die AZ-Redaktion verspricht, dass die Leserinnen und Leser sogar mehr Lesestoff erhalten – insbesondere aus der gesamten Region.

„Wir glauben an das gedruckte Produkt“, sagt Andreas Müller, Geschäftsführer des Mediahuis Aachen. „Wir erkennen eine Perspektive und sind sehr zuversichtlich, dass unsere Leserinnen und Leser uns die Treue halten, wenn sie weiterhin von uns den gewohnten Lokal- und Regionaljournalismus bekommen, wohlgemerkt im bekannten Umfang und noch ein bisschen mehr.“

Der Schritt weg vom bisherigen Großformat hin zum Tabloid ist kein Schnellschuss, sondern das Ergebnis eines längeren und überaus intensiven Prozesses. Hintergrund sind nämlich nicht nur Entwicklungen auf dem internationalen Zeitungsmarkt, wo das Halbformat seit Jahren an Bedeutung gewinnt. Entscheidenden Ausschlag gaben die Leserinnen und Leser selbst.

Auch die neue AZ lässt sich problemlos teilen. Der Lokalteil kann mit einem Griff herausgenommen werden.  Foto: Guido Claßen AZ Grafik

Nach der Umstellung des Drucks auf die Mediahuis-Druckerei im belgischen Paal-Beringen hatte die Zeitung in den vergangenen Monaten ein paar Zentimeter an Höhe gewonnen. Die Folge: auffallend viele Rückmeldungen aus der Leserschaft, dass das Blatt „unhandlicher” geworden sei.

Dem ist die Aachener Zeitung nachgegangen, zunächst mit einer Leserbefragung, dann mit einer ausführlichen Marktforschung. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde ein Prototyp der „neuen AZ“ im Halbformat projektiert und entwickelt und einer repräsentativen Gruppe von Leserinnen und Lesern vorgelegt.

Das Ergebnis darf als „überwältigend“ beschrieben werden. Nele Toye, Leiterin des AZ-Lesermarktes, bringt es auf den Punkt: „Die große Mehrheit bewertete das kleinere Format als praktischer, moderner und angenehmer zu lesen – allerdings versehen mit einer unmissverständlichen Bedingung: Der Inhalt dürfe nicht beschnitten werden, weder an Umfang noch an Qualität.“

Genau dieses Versprechen geben Verlag und Redaktion nun ab. Chefredakteur Thomas Thelen sagt: „Die Zeitung wird den Leserinnen und Lesern auch im neuen Gewand sehr vertraut erscheinen. Aber zugleich präsentiert sich die Aachener Zeitung auch neu und einladend anders.“

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Mit dem Formatwechsel geht eine weitere strukturelle Veränderung einher. Die Aachener Zeitung wird künftig in drei Ausgaben erscheinen: für die Städteregion Aachen (einschließlich Stadt Aachen, Nordkreis, Eifel, Stolberg, Eschweiler), für den Kreis Düren und für den Kreis Heinsberg. Der Titel der drei Ausgaben heißt nun einheitlich „Aachener Zeitung“.

Statt das Printangebot zurückzufahren, setzt die Aachener Zeitung auf Bündelung und kompakte Aufbereitung. Jede der drei Ausgaben enthält wie gewohnt den kompletten Lokalteil aus dem jeweiligen Gebiet. Gleichzeitig kommen zusätzliche Seiten hinzu, auf denen ausgewählte Berichte aus den anderen Regionen der AZ zu finden sind – also etwa Reportagen oder Porträts aus der Städteregion in der Dürener oder Heinsberger Ausgabe.

Für die Leserinnen und Leser bedeutet das: Der vertraute Lokalteil bleibt in Umfang und Vielfalt erhalten, zusätzlich öffnet sich der Blick auf die Nachbarkreise.

Wie alle Tageszeitungen in Europa kämpft die Aachener Zeitung mit einer sinkenden Druckauflage und veränderter Mediennutzung. Der schöne Effekt, dass die Zugriffe auf die digitale Ausgabe und die News-App deutlich steigen, gehört auf der Haben-Seite auch in Aachen dazu.

Die Umstellung auf drei Ausgaben und das kleinere Format folgt daher einer doppelten Logik. Wirtschaftlich lassen sich durch weniger verschiedene Ausgaben und ein effizienteres Papierformat Kosten einsparen – etwa bei Druckplatten und Papierzuschnitt. Journalistisch soll der nun vollzogene Schritt zum Tabloid das gedruckte Produkt sichern, die Redaktionsstärke halten und sogar zusätzliche Inhalte ermöglichen.

Kritischer Blick ins neue Blatt: Chefredakteur Thomas Thelen und Chefin vom Dienst Anja Clemens-Smicek schauen sich die neue AZ genau an. Foto: Andreas Steindl

Chefredakteur Thomas Thelen betont: „Die Redaktion mit ihren festen Teams, den vertrauten Köpfen, bleibt in ihrer Stärke erhalten. Für unser tägliches Angebot, das von der Webseite über das E-Paper bis in die Druckausgabe reicht, brauchen wir alle Leute, die für die AZ arbeiten.“

Inhaltlich bleibt die Aachener Zeitung ihrem journalistischen Anspruch treu: kritisch, meinungsstark, nah an den Themen der Region. Im März wird das Blatt 80 Jahre alt. Die Zeitung sieht sich dabei nicht nur als Informationsmedium, sondern auch als Forum für Dialog und Auseinandersetzung. Rückmeldungen aus der Leserschaft sind ausdrücklich erwünscht – gerade in Zeiten, in denen Medienangebote sich wandeln und Entscheidungen erklärt werden müssen.

Die Aachener Zeitung sieht für sich im Gedruckten noch eine Zukunft und investiert bewusst in ein Produkt, das viele Leserinnen und Leser als festen Bestandteil ihres Alltags sehen. Parallel zur Stärkung der gedruckten Ausgabe setzt die Aachener Zeitung selbstverständlich ihren Kurs im Digitalen fort. Die Online-Ausgabe unter www.aachener-zeitung.de und die News-App verzeichnen wachsende Zugriffszahlen. Lesermarkt-Leiterin Nele Toye sagt: „Unser Wunsch ist, dass Kundinnen und Kunden unseren Lokaljournalismus so lesen, hören und schauen können, wie sie es möchten: gedruckt, als E-Paper oder im Web.“