
Nach zwei Auswärtssiegen haben die Bonner Baskets in der Basketball-Bundesliga vor heimischem Publikum nachgelegt. Gegen Bamberg gewannen sie am Montagabend dank eines starken Schlussviertels mit 76:74 (36:36).
Die Telekom Baskets Bonn empfingen zum Abschluss des 15. Spieltags das mit 90,1 Punkten im Schnitt offensivstärkste Team der BBL – die BMA365 Bamberg Baskets.
Bamberger erkämpfen Führung mit 8:0-Lauf
Die Rheinländer hatten vor eigenem Publikum etwas gutzumachen, da sie gegen Ligaprimus Bayern München drei Tage vor Weihnachten ihre höchste Heimniederlage kassiert hatten (55:83). Die allerdings in der Kölner Arena, wo sie gegen das derzeit beste deutsche Basketballteam mit 18.713 Zuschauern einen neuen BBL-Rekord aufstellten.
Das Duell mit Bamberg war mit Blick auf die Tabelle eins zweier Konkurrenten im Kampf um ein direktes Playoff-Ticket. Dabei sorgte Jeff Garrett jr. im Auftaktviertel mit zwei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen und einem Korbleger für die erste etwas höhere Führung der Hausherren, die Zachery Cooks noch auf 17:11 ausbaute (6. Minute). Doch die Bamberger schlugen mit einem 8:0-Lauf zurück und gingen mit einer knappen Führung in die erste Pause (22:21).
Bonns Trainer Stankovic ärgern fahrlässige Ballverluste
Im zweiten Durchgang blieb Bamberg zwei Minuten ohne Punkte, ehe Cobe Williams einen Bonner Pass abfing und Moritz Krimmer den Pass zum erfolgreichen „Dreier“ gab (25:25, 13. Minute). Fiel der Ball aber mal nicht durchs Netz, waren es in dieser Phase in der Regel die Bonner, die sich mit Rebounds in Ballbesitz brachten. Das nutzten sie in der 15. Minute zu einer 31:25-Führung.
Dass es nicht zu einer Halbzeit-Führung, sondern nur zum 36:36 reichte, lag nicht zuletzt an zu vielen Ballverlusten und Fehlwürfen. Die Fehler und das schlechte Scoring teilten sich beide Teams, sodass die Punkteausbeute im zweiten Viertel mager blieb. Das war es indes nicht, was Bonns Headcoach Marko Stankovic in der Pause ärgerte, da seine Mannschaft im Scoring ohnehin zu den drei schlechtesten der BBL zählt. Er beklagte die fahrlässigen Ballverluste, mit denen sich seine Spieler um Wurfchancen brachten.
Bamberger Durststrecke im Schlussviertel
Das wurde zunächst nicht besser, was Stankovic seinem Team bei einer Auszeit beim Stand von 40:48 (25. Minute) sehr deutlich sagte. Es half nichts. Die Bamberger schnupperten im dritten Viertel mehrfach an einer zweistelligen Führung. Als es nach zwei getroffenen Freiwürfen von Tylan Birts nur nach einem knappen Rückstand vor dem letzten Seitenwechsel aussah, schraubte Demarcus Demonia die Gäste-Führung pünktlich zum Viertelende per „Dreier“ zumindest noch auf 59:55.
Zu Beginn des Schlussviertels leisteten sich die Gäste wie schon im zweiten Durchgang eine längere Durststrecke. Sie benötigten mehr als zweieinhalb Minuten für ihre ersten Punkte – in der Zeit hatte Garrett die Bonner wieder mit 60:59 in Führung gebracht. Jetzt sah Stankovic sein Team konsequent punkten: Grayson Murphy legte Birts zwei „Dreier“ in Serie auf, und Garrett erhöhte auf 68:64 (35. Minute).
Comithier trifft nervenstark von der Freiwurflinie
Alijah Comithier legte vier Punkte zum 72:66 (36.) nach und avancierte damit zum besten Bonner Scorer, doch letztlich waren es in den letzten zehn Minuten die Dominanz bei den Rebounds und die vergebenen Dreierwürfe der Gäste, die den Sieg für die Hausherren in greifbare Nähe rückten. In die Schlussminute ging Bonn nach einem verwandelten Freiwurf von Comithier mit einer Sechs-Punkte-Führung (74:68).
Den Gästen reichten 24 Sekunden, um zwei Punkte drauszumachen. Nun hatten die Bonner 30 Sekunden vor dem Ende den Ball und wussten, dass es nicht reichen würde, den Angriff nur auszuspielen – sie mussten punkten. Und das tat Comithier nach einem Foul von der Freiwurflinie zweimal nervenstark – 76:72. Er wurde mit 22 Punkten bester Werfer der Partie.
Krimmer vergibt Bamberger Siegchance in Schlusssekunde
Die Bamberger waren wieder am Zug und hatten 19 Sekunden Zeit, zwei Angriffe erfolgreich abzuschließen. Ibi Watson übernahm Verantwortung, zog zum Korb und traf zum 74:76. Dann wurde es verrückt: Die Bamberger foulten Michael Kessens, der für Bonn beide Freiwürfe vergab, sich jedoch den Rebound holte, nur um den Ball per Fehlpass direkt wieder den Gästen zu überlassen. Bamberg blieben fünf Sekunden, um das Spiel mit einem „Dreier“ zu gewinnen. Krimmer nahm Maß, traf aber nicht. so siegte Bonn knapp und schiebt sich in der Tabelle auf Rang fünf vor.
Noch etwas mehr gutzumachen haben die Bonner am kommenden Sonntag, wenn sie erneut auf München treffen (18 Uhr). Die zu Hause ungeschlagenen Bayern in eigener Halle niederzuringen, dürfte schwer werden, aber ganz sicher wollen die Baskets nicht noch einmal mit 28 Punkten Differenz untergehen.
Unsere Quellen:
- Spiel zwischen den Baskets Bonn und Bamberg Baskets am 5. Januar 2026
- Streamingdienst Dyn
Sendung: WDR.de, „Bonn gewinnt hochspannendes Spiel gegen Bamberg“, 05.01.2026, 19:44 Uhr