Ersten Studien zufolge verringern sich durch die hemmende Substanz die Biofilmbeläge auf den Zähnen um rund 25 Prozent, auch die bakterielle Aktivität dieser Biofilme geht zurück. Außerdem kann der Erreger laut der Forscher das Eindringen von Porphyromonas gingivalis in das Zahnfleischgewebe hemmen und auch die Entzündungsmarker sinken.

Vom Wirkstoff zur Zahnpasta

Doch um aus der Substanz eine wirksame und marktreife Zahnpasta zu entwickeln, war noch einiges an Arbeit nötig. Denn das Produkt muss die unerwünschten Keime blockieren, darf aber nicht toxisch sein. Es darf nicht vom Organismus absorbiert werden und ins Blut gelangen, auch sollte es keine Verfärbungen auf den Zähnen erzeugen. Um diese Untersuchungen durchzuführen und die Zahnpasta fertigzustellen, haben einige Fraunhofer-Forschende im Jahr 2018 die Firma PerioTrap Pharmaceuticals gegründet.
ZahnpastaDie Forscher haben eine Zahnpasta mit dem neuen Wirkstoff auf den Markt gebracht und auch ein Gel für die professionelle Zahnreinigung.© PerioTrap

In enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IZI und dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS entstand seither die PerioTrap-Zahnpasta. „Das Produkt dient der Vorbeugung von Parodontitis. Wie eine normale Zahnpasta enthält es aber auch Putzstoffe und Fluorid zur Vorbeugung von Karies“, erklärt Mirko Buchholz, einer der Gründer des Fraunhofer-Spin-offs. Schilling ergänzt: „Wir haben nicht einfach eine gute Zahnpasta mit einer neuen Substanz entwickelt, sondern ein hochwertiges Zahnpflegeprodukt in medizinischer Qualität.“

Pflegegel und Mundwasser sollen folgen

Die Arbeit der Forscher geht aber weiter. Für den Einsatz in der Zahnarztpraxis haben sie bereits ein Pflege-Gel entwickelt, das nach der professionellen Zahnreinigung appliziert wird. Es blockiert pathogene Bakterien, stabilisiert die Mundflora und hält das Zahnfleisch gesund. Zudem arbeiten die Wissenschaftler zurzeit an der Entwicklung eines Mundwassers mit der Parodontitis-hemmenden Substanz.

Sogar Haustiere könnten in Zukunft in den Genuss dieser speziellen Zahnpflege kommen. Da die Paradontitis-Erkrankung bei Hunden und Katzen ganz ähnliche Ursachen hat, stehen auch Produkte für die Pflege von Haustieren auf der Agenda.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft







6. Januar 2026

– Nadja Podbregar