Olympia 2044 in München?
Strobl erinnert an 1972 – und mahnt zur Vorsicht
06.01.2026 – 07:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Christine Strobl (Archivbild): Die Münchener Ex-Bürgermeisterin hat sich zu Olympia in München geäußert. (Quelle: GEPA pictures/ Marcel Engelbrecht/imago-images-bilder)
66,4 Prozent der Münchner wollen Olympia. Doch Ex-Bürgermeisterin Strobl hadert – und nennt Paris und London als Beispiele.
Die Münchner haben deutlich für eine Olympia-Bewerbung gestimmt, doch Ex-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) zeigt sich nachdenklich. Im Interview mit der „tz“ äußerte die frühere Sportbürgermeisterin differenzierte Bedenken.
„Ich bin da ein bisschen gespalten“, sagte Strobl. Zwar würde sie sich freuen, die Olympischen Spiele noch einmal in München zu erleben. „Aber auf der anderen Seite sind die Kosten. Das kann man, glaube ich, mit früheren Zeiten überhaupt nicht mehr vergleichen.“
Die 74-Jährige verweist zudem auf einen Effekt, den andere Metropolen bereits erlebt haben: „Natürlich führt es dazu, dass eine Stadt, die sowieso schon durchaus sehr hohe Anziehungskraft hat, noch mal interessanter wird. Das wird für die Bürger nicht einfacher.“ Als Beispiele für Austragungsorte nannte sie Paris und London, verwies aber auch auf Städte wie Lissabon oder Dublin.
Strobl zweifelt zudem an der Umsetzbarkeit in heutigen Zeiten. Bei den Spielen 1972 sei alles in wenigen Jahren fertiggestellt worden: „1966 hatte München im April den Zuschlag bekommen, 1968, 1969 haben die Bauarbeiten begonnen. 1972 war alles fertig. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“
Auch der vermeintliche Vorteil bestehender Sportstätten sei nicht so eindeutig: „Die wären zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele 2044 auch schon wieder 20 Jahre älter“, gab Strobl zu bedenken. Die Olympiahalle sei 2020 saniert worden, 2044 wäre die Technik dann auch wieder 25 Jahre alt. „Man kann also schwer abschätzen, welche Kosten da auf uns zukommen.“
