1. ruhr24
  2. Service

DruckenTeilen

SChlange von Autofahrern vor einer TankstelleTanken wird teurer. Auch 2026 kommt es für Autofahrer dicke. © Rolf Kosecki/Imago

Für Autofahrer startet 2026 mit schlechten Nachrichten: Tanken wird spürbar teurer. Was dahintersteckt.

Berlin – Für Autofahrer startet 2026 mit schlechten Nachrichten: Tanken wird teurer. Der CO₂-Preis steigt ab 1. Januar in einen Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne – damit verteuern sich Benzin um bis zu 2,9 Cent und Diesel um bis zu 3,2 Cent pro Liter. Selbst der ADAC befürwortet die Maßnahme – allerdings mit einer Bedingung.

Änderung bei Benzin und Diesel 2026: Was jetzt kommt, gefällt niemanden

Die Bundesregierung hebt den CO₂-Preis am 1. Januar 2026 von an. Hintergrund ist das politische Ziel, klimaschädliche Emissionen zu verringern. Was das konkret für Autofahrer bedeutet, die ohnehin mit dem Wertverlust ihrer Verbrenner rechnen müssen:

  • Benzinpreis erhöht sich um etwa 2,9 Cent pro Liter
  • Dieselpreis erhöht sich um 3,2 Cent pro Liter

Ein Blick auf die Zapfsäulen zum Jahresende 2025: Am 31. Dezember kostet Benzin durchschnittlich 1,70 Euro, Diesel 1,59 Euro pro Liter. Ausgehend von diesen Werten zeigt sich folgende Entwicklung (mehr News zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Mehr Auto-News

Neue Kennzeichen ab 2026: Liste zeigt alle betroffenen Automodelle

Neue Regel für E-Autos kommt früher als gedacht: Autofahrer profitieren

Wegen Verbrenner-Aus: VW streicht beliebtes Modell für immer

Autofahrer müssen zwischen 3 und 5 Cent mehr bezahlen pro Liter Benzin und Diesel

Durch den Sprung von 55 auf 65 Euro CO₂-Preis ab 1. Januar 2026 klettert Benzin auf circa 1,74 Euro, Diesel auf 1,62 Euro je Liter. Die CO₂-Bepreisung stammt aus dem Jahr 2021 – eingeführt von der Großen Koalition unter Merkel, um die Pariser Klimaschutzziele voranzutreiben.

Die Forschungsorganisation Climate Analytics kommt zu einem ernüchternden Befund: Die 2015 in Paris beschlossenen Klimaziele dürften kaum noch erreichbar sein. Der UNEP Emissions Gap Report 2024 diagnostiziert eine deutliche Diskrepanz zwischen den politischen Absichtserklärungen und den tatsächlichen Klimaschutzmaßnahmen weltweit.

Autofahrer zahlen mehr für Benzin und Diesel – Verkehr ist ein großer Teil der CO₂-Emissionen

Verkehr ist für einen erheblichen Teil der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich: In Deutschland macht der Sektor 20 Prozent aus, in der EU 23 Prozent, weltweit liegt der Anteil bei 20,19 Prozent. Laut Daten der Emissions Database for Global Atmospheric Research (EDGAR) und ourworldindata.org verteilen sich die weltweiten CO₂-Emissionen auf folgende Hauptquellen:

  • Energiewirtschaft (Strom- und Wärmeerzeugung): 38 Prozent
  • Verkehr: 21 Prozent
  • Industrie: 20 Prozent
  • Landwirtschaft- und Landnutzungsänderungen: 18,9 Prozent
  • Gebäude (Wohn- und Geschäftsgebäude): 9 Prozent
  • Abfall: 3 Prozent

Die Summe übersteigt 100 Prozent, da die Quellen, auf die sich EDGAR und ourworldindata.org beziehen, je nach Sektor leicht variieren und einige Kategorien überlappend sind.

ADAC positioniert sich positiv zur CO₂-Preis-Erhöhung

Überraschend deutlich positioniert sich der ADAC zur CO₂-Preis-Erhöhung: Der traditionelle Interessenvertreter der Autofahrer hält die Bepreisung für „ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“.

Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand argumentiert in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), dass der höhere Preis den notwendigen Anreiz schaffe, „um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“. Selbst Deutschlands größter Automobilclub steht also hinter der Verteuerung fossiler Kraftstoffe – allerdings mit einer entscheidenden Bedingung.

ADAC fordert Ausgleich zur Benzin- und Diesel-Verteuerung

Der ADAC fordert als Ausgleich zum höheren Benzin- und Dieselpreis – nämlich günstigen Ladestrom. „Nur, wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit wird, kommt die E-Mobilität richtig in Gang“, so Hillebrand.

Konkret verlangt der Verband eine Senkung der Stromsteuer, um das öffentliche Laden für Elektroauto-Fahrer attraktiver zu machen. Aktuell sei Schnellladen an öffentlichen Säulen oft teurer als das Tanken von Benzin oder Diesel – ein Zustand, der die Akzeptanz der Elektromobilität hemme.