Jetzt ist in den Stadtteilbibliotheken Ronsdorf und Cronenberg eine Ausstellung zu sehen, die verschiedene Facetten rund um die Immunschwäche Aids thematisiert.

Jedes Jahr am 1. Dezember, dem Welt-Aids-Tag, finden in den Büchereien Informationsangebote mit Flyern und Plakaten statt. Es geht darum, auf die Aids-Problematik aufmerksam zu machen. 1987 fanden solche Veranstaltungen angesichts der ersten bekannt gewordenen HIV-Infektionen zum ersten Mal statt.

Jetzt steht der Januar wieder im Zeichen besonderer Informationen. Darüber hinaus wird es am Standort Cronenberg am Montag, 19. Januar von 16 bis 18 Uhr und in Ronsdorf am Dienstag, 20. Januar in der Zeit von 15.30 bis 17 Uhr die Möglichkeit geben, einen HIV-Test zu machen. Diesen werden Mitarbeitende der Aidshilfe durchführen.

Zu den Themen, mit denen sich die Gäste der Ausstellung beschäftigen können, gehören Informationen zu Beratungs- und Informationsangeboten, zu Netzwerkarbeit oder zur Situation HIV-positiver Frauen. Auch den Aspekt der Migration und die Integration von HIV-Patientinnen und -patienten thematisiert eine Info-Tafel. Gegen Stigmatisierung und Diskriminierung und über ein Mehr an Vernetzung und „Rückendeckung“ informieren die Aufsteller, bieten Wissenswertes aber auch zu Prävention und Aufklärung. Im Bereich der Jugendbücherei gibt es ein Roll-up zum Recht auf Selbstbestimmung in Bezug auf Gender- und Transsexualität.

Aufgrund des Selbstverständnisses als Bildungseinrichtung seien die Bibliotheken als Veranstaltungsorte dafür prädestiniert, findet die Leiterin der Ronsdorfer Stadtteilbibliothek, Patricia Crede. „Ein Zugang zu Informationen für alle – dafür stehen die Büchereien, und wir sind barrierefrei“, sind für sie die Büchereien der beste Ort, um möglichst vielen Menschen Informationen über Aids und ein Leben mit der Erkrankung anbieten zu können. HIV sei in den vergangenen Jahren gar nicht mehr Thema in der Öffentlichkeit gewesen, begründet Patricia Crede die Notwendigkeit, auch weiterhin über verschiedene Aspekte der Immunschwäche, die bei ungeschütztem Sex übertragen wird, zu informieren.

Weil die Ausstellung für eine der kleinen Stadtteilbibliotheken in den Wuppertaler „Südstaaten“ zu umfangreich wäre, sind die Kooperationspartner auf die Idee gekommen, die Ausstellung zu teilen und je zur Hälfte die 26 bebilderten Aufsteller in beiden Stadtteilbüchereien zu zeigen.

„Wir decken in unseren Büchereien etwa dieselben Themen ab und haben dazu passende Aufsteller, die Erwachsene und Jugendliche über das Thema Aids informieren“, erläutert Birte Weinig, Leiterin des Standortes Cronenberg.

Die Wanderausstellung ist eine Kooperation zwischen den Bibliotheken und dem Zentrum für Sexualität und Selbstbestimmung der Aidshilfe Wuppertal am Standort Remscheid und kann im Rahmen der Öffnungszeiten bis zum 30. Januar in den Stadtteilbibliotheken angeschaut werden.

Ausstellung wird auch im Haus der Jugend Barmen zu sehen sein

Im Anschluss wird das Projekt auch noch ins Haus der Jugend in Barmen wandern. Hier wird sie sich – wie bereits vor vier Jahren schon einmal – sowohl in den Räumen der Bücherei als auch im Foyer des Kulturzentrums für die Jugend am Barmer Geschwister Scholl-Platz präsentieren. Weil das Thema Aids in Vergessenheit zu geraten droht, geht es vor dem Hintergrund weltweit steigender Infektionszahlen darum, das Wissen um Ursachen und Folgen der Erkrankung ebenso wie Präventionsmöglichkeiten und die Bedingungen für ein Leben mit der Immunschwäche im Bewusstsein der Gesellschaft lebendig zu halten.