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Europa versinkt im Schneechaos. Sechs Menschen sterben in Frankreich, Großbritannien schließt Schulen und Deutschland droht historischer Dauerfrost.

München – Schneemassen verwandeln Europa in eine Gefahrenzone: Eine massive Wetter-Front legt ganz Europa lahm und kostet Menschenleben. Frankreich verzeichnet am Dienstag (6. Januar) sechs Tote durch witterungsbedingte Verkehrsunfälle, während von Großbritannien bis Italien der Verkehr völlig zum Erliegen kommt.

Frankreich trifft der Wintereinbruch aktuell besonders hart.Frankreich trifft der Wintereinbruch aktuell besonders hart. © Ludovic Marin/Jean-Christophe Verhaegen/AFP

Rutschige Straßen werden zur tödlichen Gefahr: Sechs Menschen verloren ihr Leben bei wetterbedingten Verkehrsunfällen seit Montag. Außergewöhnlich schwierig ist die Lage in der Charente-Maritime, wo bis zu 30 Zentimeter Neuschnee niedergingen.

Schneesturm walzt durch Europa: Drei Todesopfer bei Winter-Wetter in Frankreich

Drei Todesfälle sind im Département Landes zu verzeichnen, wo der Präfekt berichtet: „Es gab eine Reihe von Unfällen, darunter mehrere schwere Unfälle, insbesondere auf der Autobahn A63“.

26 Départements befanden sich unter Orange-Warnung, die am Dienstagvormittag zurückgenommen wurde. Rund 13.000 Haushalte sind ohne Strom. Verkehrsminister Philippe Tabarot räumte ein, dass die Wetterdienste das Ausmaß des Schneefalls nicht richtig vorhergesagt hatten. „Das Ereignis wurde von Météo-France etwas unterschätzt“, sagte er im Fernsehen. Statt der prognostizierten drei Zentimeter fielen in der Pariser Umgebung bis zu acht Zentimeter.

Ungewöhnlich harter Wintereinbruch: Italien erwartet Schnee bis ins Flachland

Auch Italien ringt mit dem Winter-Wetter. Arktische Luftmassen bringen Schnee bis in die Ebenen von der Emilia-Romagna bis nach Venetien. Stark in Mitleidenschaft gezogen sind die Toskana, die Marken und Umbrien, wo Schnee in außergewöhnlich niedrigen Lagen fällt.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen solltenPolarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.Fotostrecke ansehenKältewelle trifft Großbritannien: Hunderte Schulen geschlossen

Die britischen Inseln durchstehen die kälteste Nacht des Winters mit minus 12,5 Grad in Norfolk. Ein Anwohner aus Aberdeenshire erzählt der BBC: „Wir haben seit Jahren keinen Schnee wie diesen gesehen.“

Hunderte Schulen blieben zu: 384 in Wales, 186 in Nordirland, über 100 in England und mehr als 150 allein in Aberdeenshire. Der Bahnverkehr ist in England, Wales und Schottland massiv gestört.

Winter-Wetter verursacht Verkehrskollaps in den Niederlanden

In den Niederlanden brach das Verkehrssystem am Montag komplett zusammen. Der gesamte Schienenverkehr rund um Amsterdam wurde gestoppt, wie die niederländische Bahn NS bekanntgab. Die Probleme stellten sich als schwerwiegender heraus als zunächst gedacht – erst am Dienstag um 10 Uhr sollte der normale Winterbetrieb wieder gestartet werden.

Am Flughafen Amsterdam-Schiphol wurden rund 400 Flüge annulliert, was ihn zum am stärksten betroffenen Flughafen Europas machte.

Düstere Wetter-Prognose bis Ende Januar: Schneesturm rollt auf Deutschland zu

Deutschland steht das Schlimmste noch bevor. Meteorologen warnen vor einem winterlichen Januar mit Temperaturen bis minus 10 Grad und rekordverdächtigen Schneemengen. Vor allem der Süden könnte drei Wochen lang im Dauerfrost bleiben.

Die arktischen Luftmassen, die bereits Westeuropa blockieren, bewegen sich auf Deutschland zu. Wetterkundler rechnen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und möglichen Stromausfällen. Erst im letzten Januardrittel soll sich die Lage beruhigen. (Verwendete Quellen: dpa, AFP, BMFTV, BBC, de Volkskrant) (moe)