Ein Unfall endete hier fast tödlich.
Für die Bob-Fahrer geht es am Wochenende in St. Moritz zur Sache: Dort findet der nächste Weltcup statt und parallel wird die Europameisterschaft ausgefahren. Die Schweizer Nummer 1 Michael Vogt (28) will hier trotz deutscher Dominanz mitmischen.
Für ihn ist es jedoch das letzte Weltcuprennen vor den Olympischen Spielen. Im sächsischen Altenberg will er nicht antreten! Grund: Im Februar 2024 hatte er mit seinem Viererbob dort einen schlimmen Unfall. Sein Anschieber Sandro Michel (29) wurde aus dem Bob geschleudert und anschließend vom gut einer halben Tonne schweren Schlitten überrollt. Er erlitt schwere Verletzungen im Becken- und Oberschenkelbereich sowie am Brustkorb, schwebte in Lebensgefahr. In einem Krankenhaus in Dresden wurde er notoperiert, träumt nun nach langer Reha von einem Comeback.

Der Viererbob von Michael Vogt und Sandro Michel 2023 in Altenberg
Foto: Robert Michael/dpa
Michael Vogt wurde gegenüber dem Schweizer „Blick“ deutlich: „Ich fahre nicht auf einer Bahn, wo einer unserer Anschieber fast gestorben wäre und sich seither nichts geändert hat.“ Das Team wolle damit deutlich machen, dass man mit der Aufarbeitung des Unfalls in Deutschland nicht zufrieden sei. Von seinem Verband bekommt Vogt Rückendeckung. In einem Schreiben heißt es demnach: „Die Selektionskommission hat Verständnis für diese außerordentliche Situation.“
Auf der Bahn in Altenberg können gestürzte Schlitten nach wie vor vom ansteigenden Zielauslauf in die Zielkurve zurückrutschen – und dort gestürzte Anschieber verletzen.

Die Schweizer Bob-Fahrer Michael Vogt (links) und Amadou David Ndiaye
Foto: picture alliance / SvenSimon
Sandro Michel hatte nach seinem Horror-Sturz schwere Vorwürfe gegen den Weltverband IBSF und die Betreiber der Bob-Bahn erhoben. In der Reha gab er der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA sein erstes Interview. Michel damals: „Meiner Meinung nach ist das von den Bahnbetreibern extrem schwach, dass man das nicht schon längst in Angriff genommen hat und, blöd gesagt, einfach einen Toten in Kauf genommen hat. Bei mir ist es ja relativ knapp gewesen.“ Die Betreiber des Eiskanals wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Die Staatsanwaltschaft Dresden entschied, keine Ermittlungen aufzunehmen.
Das Schweizer Bob-Team um Vogt boykottiert nun den Weltcup-Ort. Er will laut „Blick“ stattdessen mit seinem Team zum Europacup-Event in Innsbruck fahren. In Altenberg wird Nachwuchspilot Kilian Rohn (23) einspringen.